vom Alter

A dere Rüebe gseht me guet
wie’s Alter eim verändere tuet
I ha si tagelang gschtudiert
und was i gseh ha gnau notiert

Scho gli am Afang het’s mer gschalte
die Rüebe loot sich nid lang halte
was schön isch gwachse, riif und buschber
isch bald emol nümm ganz so chnuschper
Gliich gohts em Mönsch, chum isch er gross
zerfallt er wieder gnadelos 

zerscht bäumt er sich no uf dergäge
und mutiert gar fascht derwäge
Wenn ein sich do nid ständig pflägt
und es bitzeli zu sich luegt
denn artet’s us ganz uf di Schnelle
es wachse Hoor wo si nit selle
Es wachse überhaupt mängs Sache
wo eim denn chönnte Sorge mache

doch denn git’s Teil, die schrumpfen au
sowohl mim Maa als au bi’r Frau
Me gseht’s denn guet und me verstoht
dass jetzte langsam abwärts goht
me cha au mache was me will
irgendwenn nützts nümme vill

Sälbscht wemme no gnueg Wasser trinkt
d’Füechtigkeit im Körper sinkt
si sinkt und er vertröchnet ganz

denn isch es Zyt Mönsch
nimm Dischtanz

Schweizerdeutsche Worte: buschber – wohlauf

Emotione

S‘Dorli isch mit Emotione
gsägnet und scho immer gsi
in allne Läbessituatione
hets au sini Seel debi

Es offes Buech isch äs für jede
wo gärn Mönsche läse tuet
s‘Läbe teile, zäme rede
dass find s‘Dorli ebe guet

Es schämt sich nid für sini Träne
für sin Schmerz und handkehrum
lachts wie blöd und chan nid höre
s’lacht sich schier dr Buckel chrumm

S‘Dorli chan sich ganz vertüüfe
und sich fescht begeischtere
es tuet sich gern au mol verschlüüfe
wills nid alls chan meischtere

Es fühlt immer. Meischtens z‘vill
Es liebet oft und heftig
s‘Läbe isch kei eifachs Spiel
und öppe mol ischs deftig

Trotzdäm – ohni Emotione
ohni Uf und Ab im Läbe
ohni Gfühlsexplosione
Wär s‘Dorli mit sich voll dernäbe

Läbesfreud, Damaris 10 Jahre

unluther?

Übersetzung ins Deutsche am Schluss

I säg‘s emol luut
und no chli luuter:
De Luther het gseit
es isch nid unluter
dass d’Frau für sich en Liebhaber het
wenn ihre Gemahl nid cha und nid wett
Vor 500 Johr het er das gseit!
E wiisi Maa
het Wiitsicht gha
und gseh, dass me das mache cha
Und dass en Dritte
do chan chitte
und d’Ehr von’ere Familie rette!
Doch abgseh vo dem eine Grund –
nämlich dem: Mir bruuched Chind
isch d’Liebi was die meischte Mönsche
körperlich sich sehnlichscht wünsche
Was jetzt – wenn’s en Partner git
wo das Bedürfnis gar nid het?
Wieviel Lut(h)er, liebi Lüt,
wär sone „dritti“ Lösig hüt?

Vom ehelichen Leben (Martin Luther)
2, 146
„Wenn ein tüchtig Weib zur Ehe einen untüchtigen Mann überkäme und könnte doch keinen anderen öffentlich nehmen und wollte auch nicht gerne wider ihre Ehre tun, soll sie zu ihrem Manne also sagen: Siehe, lieber Mann, du kannst mein nicht schuldig werden und hast mich und meinen jungen Leib betrogen, dazu in Gefahr der Ehre und Seligkeit bracht, und ist für Gott keine Ehre zwischen uns beiden, vergönne mir, dass ich mit deinem Bruder oder nächsten Freund eine heimliche Ehe habe und du den Namen habst, auf dass dein Gut nicht an fremde Erben komme, und lass dich wiederum williglich betrügen durch mich, wie du mich ohne deinen Willen betrogen hast.“
(1522)

Übersetzung ins Deutsche

Ich sag es mal laut und noch etwas lauter:
Luther sagte, es ist nicht unlauter, dass eine Frau einen Liebhaber hat, wenn ihr Gemahl nicht kann oder nicht will. Vor 500 Jahren sagte er das! Ein weiser Mann, der Weitsicht hatte und sah, dass dies eine Möglichkeit ist
und dass ein Dritter  hier „kitten“ und die Ehre der Familie retten kann. Doch abgesehen von dem einen Grund – nämlich Kinder zu zeugen – ist körperliche Liebe ja etwas wonach sich die meisten Menschen sehnen.
Was nun, wenn der Partner dieses Bedürfnis nun gar nicht oder nicht mehr hat? Wie „Luther“ (lauter) wäre es denn, liebe Leute, wenn man so eine „dritte“ Lösung heutzutage wählen würde?

Wär bin i?

I bin d’Brig
doch das tuet wächsle
je nach dem wär vor mir stoht
bin i d‘Brigitt oder d‘Brixlä
„Brischit“ tuets au in dr Not
De Vater seit mer stolz Brigitta
und für d‘Änkel bin i d‘Dita
Äs Ängeli bin i für de Götz
und mängisch rüeft er mich au Schatz
Für mini Maitlä bini s‘Mami
unglaublich villi Näme hani!


Sälte losen i uf „Baby“
öppe die bin i „my lady“
was uf Dütsch heisst „mini Dame“
das isch au en schöne Name

I de Läde grüesset‘s mi:
„Frau Meier, Grüezi, was dörf‘s si?“

au d’Ruth und s’Dorli sind no zwöi
wo a mir en Ateil hei
Doch wenn i mit mer sälber red
denn säg i zuemer eifach Brig

Brig in ihrem Steinparadies



Über den Namen Brig gibt es auf Wikipedia Interessantes zu lesen:

Der moderne Vorname Brigitte leitet sich entweder von Brigida von Kildare oder von Birgitta von Schweden ab, welche wiederum nach Brigida von Kildare benannt wurde. Diese wiederum ist nach der keltischen Gottheit Brigid benannt

Brigid (so altirisch, auch Brighid oder Brig, schottisch Bride, neuirisch Bríd) ist in der keltischen Mythologie Irlands der Name einer Göttin. Ihr Name wird als „die Helle“, „die Strahlende“ oder auch „die Streiterin“ gedeutet und geht auf eine altkeltische Göttin namens Brigantia oder Brigindo, die Stammesgottheit der keltischen Briganten, zurück. „Briganti“ heisst übersetzt „erhaben“ und „göttlich“ . Die beliebtesten Interpretationen von Brigitte sind daher „die Erhabene“ und „die Hohe“.
die Göttin Brigid soll unter anderem eine Personifikation der Dichtkunst und Beschützerin der Poeten gewesen sein. Ihr Namenstag ist der 1.Februar, an welchem das keltische Fest Imbolc oder das Fest der Brigid gefeiert wurde. Die Christenheit hat das Fest zu Maria Lichtmess umgetauft.

Mehrere Ortschaftsnamen (Brig und Brigels in der Schweiz, Brixen im Südtirol, Bregenz in Österreich, Braganca in Italien, die Ebene Brega in Irland). gehen auf dieselbe Wortwurzel „briga“ zurück, welche soviel wie kleine (befestigte) Anhöhe
oder Berg bedeutet.

Ab in Ghüsel!

Chum Schätzli, nimm’s Lätzli
und sitz a dis Plätzli!
Lueg, s‘Mami het Päppli
gchocht für sis Schnäggli

Ohje! Hesch de Pfnüsel
schnütz mal min Schnüsel
mir gheiet denn s’Lätzli
nachher in Ghüsel

Jöö….muesch grad brüele
du tuesch dich verchüele!
Wo hesch denn dis Chäppli?
und wo dini Schläppli?

Jetzt muesch au no bislä
Chumm!
Chasch grad ä no schisslä
mach schön in Haafe
Eh! Bisch doch en Brave!

Isch fein gäll, dr Nuggi!
Oh lueg min Schnuggi!

Lueg au, es Gaggi!
das goht jo rugg zugg, zagg zaggi!

Nei! Aber nei au, du Suggi!
Nei, lueg jetz wo isch er, din Nuggi
lit de doch voll i dim Gaggi
wäähh!….und jetzte, was maggi?

Ab in Ghüsel, de Grüsel!

Lexikon Schweizerdeutsch – Deutsch

Ghüsel – Abfall
Lätzli  – Esslatz
Päppli – Brei (Pappe)
lueg!  – schau!
Pfnüsel – laufende Nase
schnütze – schneuzen
Schnüsel  – Herziger Süsser
Schläppli – Hausschuhe
Chäppli – Kappe
Bislä – Pippi machen
Haafe – Töpfchen
Nuggi – Schnuller
Gaggi  – Stuhlgang
Suggi – Schweinchen
Schnuggi – Herziger, Süsser
Grüsel – ekliger Mensch

Anwalt

Braucht nicht jeder von uns hin und wieder einen Anwalt?
Jemanden, der sich vor uns hinsteht und unsere Sache verteidigt?
Einen Menschen, der es liebt, Brücken zu bauen und Frieden zu stiften?
Oder hat man dieses Privileg nur als Kind?

I bruuch en Awalt
Ein, wo für mich red
e
s gwaltigs Wort
wo Würkig hett
I bruuch e Macht
wo Muure bricht
u
nd Wiisheit
wo mit Liebi spricht
I bruuch en Awalt
für ä Sach
eleini schaff is nümme
mini Wort
sind eifach z‘schwach


Die Bezeichung Anwalt bedeutet Fürsprecher, Verteidiger und geht auf das alteenglische Wort onweald / Macht, Gewalt zurück, welches sich über anawalto / Machthaber zu anwalde /Bevollmächtigter, Gesandter entwickelte. Im Wort Anwalt ist das Wort Gewalt enthalten.
Quelle: wissen.de

Sunntigsschuel

Dita isch gärn z’Chile gange
scho wo si chli isch gsi
sie het sich gfreut und afe blange
wär nur d’Wuche schnäll verbi!

Am Sunntig denn zur Chile’n ufe
het ihres Härzli ufgregt gumpt
sie het glache, müesse schnufe
und het vor Freud es Liedli gsummt

Churz druf ab, ir Sunntigschuel
d’Chind sind alli scho im Saal
isch näb de Lehrerin en Stuehl
grad no frei – so genial!

Und Dita isch mit frohem Härz
die ganzi Stund derbi
si wär am liebschte- s’isch kei Scherz
bis Zobe spoot dört gsi
 
D’Lehrerin, am Schluss vor Stund
het – will si lieb sind gsi
es Gschänkli gha für jedes Chind
es Bild zum heime neh

Es Bild vor Gschicht, wo me het ghört
vor Bible und vo Gott
vo Jesus wo als guete Hirt
s‘Bescht für d’Mönsche wott

Dita het de lieb Gott gliebt
grad wäge dene Gschichte
und wäge der Frau Lehrerin
das tuet si hüt no brichte

der gute Hirte (1)

Kirche Bubendorf
de Dita ihri Chile,
wo anno 1974 abgrisse worde isch
http://www.geschichte.bl

Sälbschtgschprööch

S‘Dorli macht oft sälber Gschprööch
mit sich elei im Kreis
grad das, was ihm persönlich nöch
und niemert anders weiss

besprichts mit sich, wenn’s keine ghört
denn redt em niemert dri
es disskutiert ganz ungestört
und chan sich sälber si

Meischtens findets denn dr Rank
mit sich und mit dr Welt
si Härzenstimm isch Gott sei Dank
am Schluss die Stimm wo zellt