s’Dorli

Wer ist eigentlich das Dorli? Ich benütze den Namen manchmal, um eine Geschichte zu erzählen. Es gibt sie aber tatsächlich, die Frau, die Dorothea heisst. Liest selbst:

S’Dorli isch im Grund gno jo
en alti Frau, ä bravi
Zytläbens hätt si gärn das do
was hüt ein seit, das darf i

Sie het nie dörfe, het nur welle
Si het’s villicht scho au mol gwogt
und denne gseit:  „I het nid selle!“
und s’schlächte Gwüsse het si plogt

So isch si brav und aapasst bliibe
het all Erwartige erfüllt
vo de Lüüt und vo de Gschiide
und het kei dummi Frooge gstellt

Wie wärs ächt cho in ihrem Läbe
hetti sie vo ihrem Muet
chli zämme gno und chönne säge
das woni dänke, das isch guet?

Das mach i jetze! Ganz egal
was anderi vo mir wei!
Ich han en Traum und mini Wahl
die triff i ganz elei?

Zum Glück isch villes anders hüt
und s‘muess no besser wärde
dr Mönsch isch frei und jede dörf
sich sälber si uf Ärde

Was eine tuet – i würd doch meine
solang’s mit Achtig gescheht
isch richtig und es git ä keine
wo z‘Rächt dergege redt

Wäg däm het s’Dorli do bi mir
e Stimm und no es Läbe
es dörf und was es eus verzellt
isch gwüss nid so drnäbe

Sini Gschichte sind au eusi
mä chas sich spiegle
drinne
und eigentlich – genau das wei si
dass mer eus chli bsinne

Emotione

S‘Dorli isch mit Emotione
gsägnet und scho immer gsi
in allne Läbessituatione
hets au sini Seel debi

Es offes Buech isch äs für jede
wo gärn Mönsche läse tuet
s‘Läbe teile, zäme rede
dass find s‘Dorli ebe guet

Es schämt sich nid für sini Träne
für sin Schmerz und handkehrum
lachts wie blöd und chan nid höre
s’lacht sich schier dr Buckel chrumm

S‘Dorli chan sich ganz vertüüfe
und sich fescht begeischtere
es tuet sich gern au mol verschlüüfe
wills nid alls chan meischtere

Es fühlt immer. Meischtens z‘vill
Es liebet oft und heftig
s‘Läbe isch kei eifachs Spiel
und öppe mol ischs deftig

Trotzdäm – ohni Emotione
ohni Uf und Ab im Läbe
ohni Gfühlsexplosione
Wär s‘Dorli mit sich voll dernäbe

Läbesfreud, Damaris 10 Jahre

Schatzchischte

S‘Dorli het ä Chischte
mit gang ganz vill Schätz
und mängisch tuets drin gruschte
und freut sich denn wie lätz
wenn jedi einzel Choschtbarkeit
ihns zrugg erinnere tuet
a mänge Mönsch, a mängi Freud
a mängi  Liebesgluet
es Lächle huscht em über‘s Gsicht
und s’nimmt e jedes Ding
leit’s denn wieder zrugg in d‘Chischt
und dänkt:
„Wie isch doch s’Läbe schön!“

gruschte – rumstöbern
Wie lätz – wie verrückt

blauäugig

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S‘Dorli isch trotz bruune Auge
blauäugig öppedie
es het en zimli starche Glaube
wo halt chindlich irgendwie

vertraut dass alles positiv
und guet uf Wäge isch
mä cha au säge s’isch naiv
grad‘s Gegeteil vo kritisch


Drum chunnts halt vor, das mängs nid so
wie’n Ääs dänkt sich verhaltet
dass Ääs enttüscht wird und derno
si heili Wält sich spaltet


Doch für immer währt keis Bebe
jedi Ufruehr goht verbi
und wenn‘s au hart isch lernts denn ebe
s’nöchscht Mol besser gwappnet z‘si


D‘Kunscht isch aber trotz Enttüschig
immer wieder z’glaube dra
dass s‘Guete gwünnt und trotz Entrüschtig
s‘Härz am rächte Fläcke z’ha

ein Herz mit einem rechten Fleck

Gipfelkonferänz

Em Dorli sini Preferänz
sis täglich Ritual
isch sini Gipfelkonferänz
im Kaffi siner Wahl
Je nach Luscht und je nach Zyt
gseht me‘s do und dört
im Kaffi sitze, me beniid
dass es so ungestört
mit sich sälber käffelet
es Gipfeli derzue
am iPad öppis schäfferlet
so Konferänze gänd halt z‘tue…

zur Info:
die Schweizer sagen zum Croissant „Gipfel“ oder „Gipfeli“ , weshalb es oft zu einer Gipfelkonferenz kommen kann. Eigentlich täglich. Dazu braucht ein Schweizer auch nicht die Anwesenheit von Trump oder Merkel. Kaffee reicht vollkommen und ab und zu mal ein nettes Gegenüber zum Plaudern (kann auch Trump oder Merkel sein) Wie auch immer – mit oder ohne Teilnehmer…..der Erfolg einer solchen Konferenz ist garantiert: Gute Laune!

dopplet

S‘Dorli isch im Glück verkopplet
grad mit zwene Manne
sini Fröid isch demnach dopplet
me mags em herzlig gönne

nur s‘Leid, dem chame halt nid wehre
chunnt mängisch au hoch zwei
b
ed, vo sine liebe Herre
hend Brätschte mit de Bei

es rennt zum Chrankehuus zum eine
wo unter‘s Mässer muess
und rennt zum andere diheime
wo es Züüg het mit sim Fuess 

zum guete Glück, das chame säge
isch’s Dorli ihri Frau
Laschte chan es dopplet träge
und gsundi Bei hets au

Bräschte:  Gebrechen

Mönscherächt

S‘Dorli wär das isch scho klar
hät’s früehner gläbt gli gstorbet
als Häx hätt mes wäg sine Haar
zu dere Zyt ermordet

Es wär au gschtorbe, will es sait
grad use was es dänkt
d’Obrigkeit hätts nid vertreit
und d’Chirche hätt’s grad ghängt

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s’Dorli seit: „Zum guete Glück!“
die Zyte si verbi!
Für alli Fraue?
Alli Mönsche?

Chömmer z’friide si?

Au hüt gohts villne Mönsche schlächt
sie wärde quält und gschunde
für sie gilt gar kei Mönscherächt
als wärs no nid erfunde!

Geschichte der Menschenrechte

Sälbschtgschprööch

S‘Dorli macht oft sälber Gschprööch
mit sich elei im Kreis
grad das, was ihm persönlich nöch
und niemert anders weiss

besprichts mit sich, wenn’s keine ghört
denn redt em niemert dri
es disskutiert ganz ungestört
und chan sich sälber si

Meischtens findets denn dr Rank
mit sich und mit dr Welt
si Härzenstimm isch Gott sei Dank
am Schluss die Stimm wo zellt

Wäschpinäscht

 

S‘Dorli trampt, will‘s Alls will wüsse
in jede Fettnapf, jedes Näscht
schüücht d‘Wäschpi uf, tuet se entblösse
das stört die säbe zimli fescht

Sie wehre sich und mit Verlaub
stäched s’Dorli z‘mitts is Härz
es flüchtet, macht sich us em Staub
und brüelt und brüelt vor luter Schmärz

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de falsch Momänt

S’Dorli isch scho lang am Wäge
hin und her het‘s überleit
Si Sach isch nid ganz eifach z’säge
und was mol gseit isch, das isch gseit

Doch säge möchts es will es meint
me sett doch offe si
ir Familie mitenand
und Äs…ghört au dört dri

Äs dänkt bi sich mit chli Humor
chame das Ganze würze
echli Witz und trotzdem wohr
das chönnt de Sach nur nütze

Leider hets de falsch Momänt
de falschi Witz verwütscht
und isch mit siner guete Gschicht
nid glandet sondern grüütscht

Verzwiiflet hets sich welle hebe
a sine liebe Lüüt
doch die hei gseit wie chasch au nur
so öppis macht me nid

Si hend sich abdreit will es het
en Andere afo rede
d‘Gschicht vo ihm isch rächt zur Zyt
und wichtiger vo Bedne