was mir so nahe geht
und ich nicht sagen kann
weil‘s keiner hören mag
erdrückt mich

dass du mich reden lässt
und danach fragst
was mich bewegt
beglückt mich
vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
was mir so nahe geht
und ich nicht sagen kann
weil‘s keiner hören mag
erdrückt mich

dass du mich reden lässt
und danach fragst
was mich bewegt
beglückt mich
Asexualität – ein Thema über welches man kaum spricht. Die meisten Menschen kennen zwar aus eigener Erfahrung die momentane sexuelle Unlust, aber die Wenigsten können sich vorstellen, dass jemand grundsätzlich kein Bedürfnis nach Sex hat. Das ist doch gar nicht möglich….jeder braucht doch…
In unserer Gesellschaft ist es nicht attraktiv, kein sexuelles Verlangen zu haben. Ist es darum vielleicht kein Thema? Asexuell veranlagt zu sein heisst aber nicht, keine romantische Liebe zu empfinden oder sich nicht nach einer Beziehung zu sehnen. Wer Glück hat, findet einen Partner, der ebenso empfindet. Viele Betroffene leben allerdings mit einem Partner zusammen, der sexuelle Bedürfnisse hat, sie sind verheiratet und haben eine Familie. Es kann sein, dass sie ihrem fehlenden Verlangen nach Sexualität keine grosse Bedeutung zumessen und es gar verschweigen, um eine Beziehung möglich zu machen. Wenn es dann irgendwann zuviel wird für den einen und zuwenig für den anderen, ist der Konflikt unausweichlich.
Mit meinem Gedicht möchte ich weitergeben, was mich lange Zeit beschäftigt hat. Ich möchte andere Menschen für das Thema sensibilisieren, Herzen berühren und zum Dialog ermutigen.
Ich nenne es
um zu beschreiben
versuche es
in Worte zu kleiden
ich gebe Raum
und offenbare
im Schmerz der Dinge
das Wunderbare:
Gemeinsam von Sinnen
der Erde entrinnen
empor sich zu heben
ins weite All
ich möchte mit dir
nach den Sternen greifen
mit dir verglühen
im freien Fall
trunken
durch steigende Wolken sinken
vereint
im Meer der Sinne ertrinken
Dass ich’s ersehne
du aber nicht
ist schwer zu ergründen
ich habe darum
gekämpft es zu finden
doch du fragst:
„Warum?
Bin ich dir nicht alles
so wie ICH bin?
Was muss ich noch tun
zu deinem Gewinn?“
Mich wollen, begehren,
wünsch ich zu viel?“
„Nie ist’s genug,“ sagst du,
„du treibst ein Spiel!“
Ich sage: „Betrug!
War’s nicht auch deine Wille?“
…
uns fehlen die Worte
es schmerzt die Stille
so bleib ich allein
doch kommt die Zeit
weil du mich liebst
lässt du dich ein
und gibst mir Geleit
Ich spüre wohl
du willst mich glücklich wissen
deine Mühe
doch mir fehlt
dass ich dich mitgerissen
an jenen Ort
dir unbekannt
der Leidenschaften Sphäre
und ich
wär’ n wir gemeinsam dort
weiss nicht wie es wäre
traurig frag ich
was denn noch bliebe
weil ich leide
und weil ich vermiss
du sagst nur:
„Wir Beide
und meine Liebe
sie sei dir gewiss!“

Liebe ohne Leidenschaft ist immer noch Liebe
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Wir kriegen es nicht auf die Reihe
wenn wir herauskriegen
dass die anderen mehr kriegen
und deshalb nehmen wir uns
was wir kriegen können
Hauptsache WIR kriegen es
wo immer wir es auch herkriegen
Bis wir eins aufs Dach kriegen
und dann kriegen wir erst recht die Krise
Wir lassen uns doch nicht unterkriegen
sagen wir, nur keine Angst kriegen
wir kriegen sie unter Kontrolle
wir werden sie kleinkriegen
die sollen nur warten
die werden Ärger kriegen
Und dann?
Wie werden uns in die Haare kriegen
andere werden versuchen,
uns auseinander zu kriegen
und plötzlich ist überall Krieg
Wir kriegen es nicht hin
ohne Krieg
oder doch?

Wie wärs zum Beispiel mal mit Kinder kriegen?
make family – not war
Manchmal tut es gut, die Wut rauszulassen
Dann gibts wieder Platz im Kopf….
mit Erregung, vorzugsweise im leeren Raum vorzutragen:
Immer rumhacken
auf jeder Freude
immer draufkacken
auf jedes Glück
nicht beachten
was von Herzen
jemand mit dir teilen möcht
Stell alles in Frage
all’s was ich sage
rede es nichtig
was mir so wichtig
knicke mein fröhliches Sein
und lasse mich fühlen
ich bin allein
Horror beim Aufwachen – Menschen, die sich viele Gedanken machen, Stress erleben, schlecht abschalten können und nicht genug Schlaf bekommen sind eher empfänglich für das Phänomen Schlaflähmung. Ich wusste damals nicht, dass es sowas gibt und konnte mir deshalb keinen Reim auf das Erlebte machen. Ich dachte, ich hätte eine Begegnung der unheimlichen Art. Oder es hätte der Teufel persönlich einen ganz schlechten Aprilscherz mit mir gemacht (es war die Nacht zum ersten April).
Erst Jahre später fand ich heraus, dass ich längst nicht die Einzige bin mit Schlaflähmungserfahrungen und dass es dafür eine nachvollziehbare Erklärung gibt. Die Erinnerung an das dramatische Erlebnis ist allerding noch ganz lebendig, als wär’s gestern gewesen.
und es reimt sich sogar…
Ich denke immer
auch im Bett
in meinem Zimmer
nachts in den Träumen
als würde ich sonst
etwas versäumen
Das Bett ist mein Kino
im Schlaf läuft der Film
vor meinen Augen
befind ich mich drin
oft ist’s nur harmlos
manchmal auch wahr
hin und wieder
masslos sogar
Bin ich im Traum
trunken vor Glück
möcht ich am liebsten
nicht wieder zurück
doch einmal erwacht ich
gedankenleer
nichts war im Dunkel
Stille umher
und dann wurde es schwer…
Die Angst sie packte
den Geist und die Glieder
ich schrie
ja ich wollte
versuchte es wieder
Und plötzlich war’s hell
die Wände voll Fratzen
unheimlich grell
das Licht
und auf mir lag
ein Tonnengewicht
Ich spürte den Schmerz
und konnte nichts tun
jemand war da
und quälte mich
die Stimme versagte
verzweifelt und stumm
schrie ich und bat
bring mich nicht um
Sekunden, Minuten
unendlich lang
erstickend die Last
mir war so bang
Und dann – war es fort
das schreckliche Wesen
und mit ihm die Schmerzen
die Fratzen
die Last
friedliche Nacht
als wär nichts gewesen
Nur fliehn von dem Ort
dacht ich und ging
mit weichen Knien
zitternd im Dunkeln
fand ich die Tür
Und wandte den Blick
zaghaft –
noch einmal zurück
mein Hals, ich fühlte den Klos
doch da war keiner
und dann –
rannte ich los
Seit der gute Mond
von Menschen ist bewohnt
fallen dort Raketen
und steigen auch empor
Menschen bräucht es dringend
mit Herzen und Verstand
um wahren Frieden ringend
doch Krieg ist nach wie vor

Vision eines Kindes
Die Einen haben’s vor dem Kopf
die Andern unterm Suppentopf
schwarz hängt’s manchmal an der Wand
macht uns dies und das bekannt
manche Frauen sind mitunter
genauso flach und leiden drunter
sie tragen’s jedoch elegant
mit Leichtigkeit in einer Hand
samt Essen und dem Wein zum Gast
und auch zurück wenn’s ihm nicht passt
während Andern es viel Geld
bedeutet ja die ganze Welt
spielen viele um die Wette
auf dem legendären Brette
und dann gibt es auch die Schnellen
die auf des Meeres grossen Wellen
reiten oder steil am Hang
fahren um den ersten Rang
erwähnenswert wär nicht zuletzt
wie’s die Oma hat benützt
zum Wäsche schrubben damals noch
welch schwere Arbeit war das doch
und heute dient’s dem Mann zur Zier
im Gegensatz zum Bauch voll Bier.
Ich persönlich brauch es täglich
ohne es wär es nicht möglich
so viel Früchte kleinzukriegen
Kräuter hin und her zu wiegen
Zwiebeln schneiden und zerhacken
auch mal was vom Finger zwacken
Gemüse scheibeln bis es reicht
mit dem Brettchen geht es leicht!
Der Mensch hat sich für alle Fälle
abgesichert, dass er schnelle
von dem Ort, wo er grad drinne
raus kommt und kein Schaden nehme.
Notausgang ist das Patent
dass von klein auf jeder kennt
Nun wär‘s aber auch ganz nett
wenn man‘s umgekehrt auch hätt
einen Noteingang für alle
die im eint‘ und andren Falle
einfach weg von draussen müssen
um nicht das Leben einzubüssen.
Deshalb tät ich laut plädieren
öffne jeder seine Türen
dass, wenn’s draussen hässlich wird
keiner umkommt oder stirbt.
Wer weiss es denn, ob nicht durch diese
Türen Glück und Segen fliesse
Selbst wenn die Not auch halb so gross
wirf die Türe nicht ins Schloss

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Ich hab noch nie im Leben ein echtes Haus gebaut
noch habe ich mir selber ein eignes Bier gebraut
ich hab noch keinen Abschluss der Uni hingekriegt
ach hätt ich schon die Spitze des höchsten Berg berührt
Ich kann nicht musizieren, dazu fehlt mir der Takt
ich kann nicht wirklich malen, schon gar nicht einen Akt
ich hab noch nie mit Löwen gerangelt und gespielt
mit meinen Kurzgeschichten noch keinen Preis erzielt
Ich weiss nicht viel vom Kosmos und wie die Sterne stehn
ich hab noch nie im Stadion ein Fussballspiel gesehn
beim Schachspiel hab ich niemals, auch einen nur besiegt
ich bin noch nie geflogen, gleich wie ein Vogel fliegt
So viel möcht ich erleben, so wenig Zeit bleibt noch
für alle meine Träume auf dieser Welt und doch
den einen Traum, den leb ich, der mehr als alles wiegt
und dessen tiefe Quelle auf ewig nie versiegt
Die Menschen nur zu lieben, bedingungslos und echt
Mitmensch sein für jene, die mit mir gehn ist recht
Oh Gott, gib mir die Zeit, und dass der Tag nicht flieht
nicht ohne dass ich weiss – ich habe heut geliebt


lasst bloss den Hund begraben
dort wo er ruht, in Ruh
wir wollen ihn nicht hören
haltet die Ohren zu!
Heilig ist die Wahrheit
unantastbar gross
jetzt bellt sie wieder drohend
der Hund, der Hund ist los!
Gebt ihm einen Maulkorb
erschlägt ihn, wo er ist
er gräbt an unsern Pfeilern
dieses freche Biest
Stemmet die Fassade
es könnte sonst geschehn
dass in nackter Blösse
wir alle untergehn
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