Der Blickwinkel bestimmt das Wunder:
Was wir sehen, wächst mit der Art, wie wir schauen.

vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Der Blickwinkel bestimmt das Wunder:
Was wir sehen, wächst mit der Art, wie wir schauen.

Beitrag zur Mitmachaktion von Ruthie
Die Sage vom traurigen Knecht
Vor langer Zeit lebte auf einem Hof ein Knecht namens Johann. Er war kein schlechter Mensch, aber er trug eine schwere Last im Herzen. Nach dem plötzlichen Verlust seiner Liebsten verfiel Johann in eine tiefe, stumme Trauer. Er sprach kaum noch ein Wort, verrichtete seine Arbeit im Stall mechanisch und zog sich von allen Menschen zurück. Sein Glaube an das Gute in der Welt war erloschen.
In einer klirrend kalten Winternacht, als der Frost das Holz des Stalls zum Knacken brachte, saß Johann allein bei den Kühen. Er öffnete für einen Moment die Stalltüre, blickte in die endlose, schwarze Nacht hinaus und rief voller Verzweiflung: „Wenn mich doch nur die Erde verschlucken würde, damit dieser Schmerz im Herzen endlich aufhört. Ich will kein Teil dieser Welt mehr sein!“
Die alten Sagen erzählen, dass in solchen Nächten die Grenze zwischen den Welten hauchdünn ist und das Schicksal jedes verzweifelte Wort auf die Goldwaage legt. Plötzlich fuhr ein tiefer, warmer Windstoß durch die Ritzen des Stalls. Es war gerade so, als hätte die Vorhersehung seine Worte gehört.
Als Johann die Stalltüre schließen wollte, spürte er, wie die Wärme seinen ganzen Körper wie eine Umarmung durchströmte. Es fühlte sich wunderbar an. Seine Hände hielten den Holzbalken der Türe umklammert.
Da wurde er gewahr, dass die Wärme allmählich durch die Finger von ihm wich. Es tat nicht weh; es war vielmehr so, als würde gleichzeitig die schwere Trauer aus seiner Brust direkt in die Fasern des Holzes fließen. Langsam, Zentimeter für Zentimeter, verschmolz sein Körper mit dem hölzernen Pfosten des Stalltors. Er wehrte sich nicht. Er schloss die Augen und fand endlich den Frieden, nach dem er sich so sehr gesehnt hatte.

Als die Bauersleute am nächsten Morgen durch die offene Stalltüre eintraten, war Johanns Schlafplatz leer. Niemand hatte ihn gehen sehen, und im Schnee gab es keine Spuren. Erst als der Bauer wieder aus dem Stall trat und das Tor schliessen wollte, entdeckte er das Abbild im Holz: Es war das Gesicht von Johann. Doch es zeigte keinen Zorn, sondern den unendlich traurigen, sehnsuchtsvollen Blick, den er an seinem letzten Abend gehabt hatte.
Seit diesem Tag, so erzählt man sich, ruht der Hof unter einem besonderen Schutz. Johann war zwar aus der Welt der Lebenden verschwunden, doch als stummer Wächter im Stalltor wacht er fortan über das Vieh und den Hof – gebannt im Holz, bis seine Trauer irgendwann ganz vergangen sein wird.
Geschichten und Sagen sind schon immer durch Zusammenarbeit entstanden. Früher saßen die Menschen in der Spinnstube zusammen: Einer hatte die Idee oder brachte ein Fundstück mit, der Nächste spann den Faden weiter, und der Dritte schmückte es mit den passenden Worten aus. Genau so haben wir das auch gemacht: KI und ich 😀
Wessen Gesicht habe ich auf der Alpwiese entdeckt? Viele von euch haben richtig geraten.
Die Lösung steht unter dem letzten Beitrag hier
Ich wünsche euch viele fröhliche Gesichter auf dem Weg . Habt alle eine schöne Sommerzeit
Eure Brig

Beitrag zur Mitmachaktion von Rosenruthie
Dieses Drecklein unscheinbar
lag auf einer Alp, fürwahr.

Ich schaute hin und sah ganz klar
dass es .....t .........r war.

Kennt ihr ihn?

Manche bemerken sie nur gelegentlich – Gesichter in Dingen und Mustern. Andere sehen sie ständig und sehr detailliert. Ich gehöre definitiv zu den anderen 🙂
Für dieses psychologische Phänomen gibt es übrigens den Ausdruck Pareidolie.
Das Wort kommt aus dem Griechischen. Es setzt sich zusammen aus:
„para“ (παρά) = „neben“, „abweichend“ oder „falsch“
„eidolon“ (εἴδωλον) = „Bild“, „Gestalt“ oder „Erscheinung“
Zusammen bedeutet es also sinngemäß so etwas wie „falsches Bild“ oder „trügerische Erscheinung“.
Aus Sicht der Neurowissenschaft ist das kein ungewöhnliches Phänomen, sondern eher eine normale Eigenschaft der menschlichen Wahrnehmung. Das Gehirn ist darauf spezialisiert, Muster und insbesondere Gesichter schnell zu erkennen, selbst wenn die Informationen unvollständig sind. Manchmal „überinterpretiert“ es dabei visuelle Reize.
Zwei unterhalten sich auf einem Spaziergang:
„Schau mal an, ein Wolf, ein Hund?
Was liegt da auf dem steinig Grund?“
„Ich würde schätzen,
nur ein Fetzen.“
„Doch sieh, es hat ja Aug und Mund!?“

„Und da, schau hin – ein faules Tier!
oder was erblickst du hier?“
„Ein Fetzen halt.
Ich glaube bald,
du hattest vorhin zuviel Bier!“

„Nein, sicher nicht! Schau her, noch einer!
Ein Elefant sitzt da, ein Kleiner!“
„Ist schon gut,
ich nehm den Hut,
nur dies – ein Rüssel ist da keiner! „

was siehst DU auf den Fotos?
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Nicht jeder Baum hat ein Gesicht
nicht jede Wurzel ist ein Wicht
doch bei diesem, schau gut hin
sind mindest fünf Gesichter drin

Siehst du sie?
Beitrag zur Mitmachaktion von Rosenruthie
Herrlich, du kleiner,
du lustiger Zwerg!
Wie du da rausguckst,
aus deinem Wurzelwerk!
Als hättest du eben
ganz heimlich, du Wicht,
ein Dingsbums gedreht
und wir wissen es nicht.
Waldgeist, du alter,
merke wohl auf,
es wird bald Winter
und Schnee fällt zuhauf.
Putz noch die Zähne,
es lohnt sich gewiss,
sonst fault bis zum Frühling
dein ganzes Gebiss.

Beitrag zur Mitmachaktion von Rosenruthie
Viele Steine haben ein Gesicht.
Manchmal sieht man es erst auf den zweiten Blick.
Bei diesem Stein sah ich zuerst den Baum.

aber dann sah ich plötzlich den Umriss einer Frau mit Hut
Um es deutlicher zu machen, habe ich ein bisschen nachgeholfen

mir gefallen beide Ansichten
Beitrag zur Mitmachaktion von Ruthie
I was made in Germany with Love from S dot W I got lost, but finally was found, so, you can see me too 😀

Beitrag zur Mitmachaktion von Ruthie
Von diesem da, wär er lebendig,
tät ich mich fürchten und das ständig.
Zum glück ist er
ein Stein, nicht mehr
und die Angst ist nicht notwendig.
