Novembergrau

Novembergrau hüllt sich in Schweigen 

rauhe Winde jagen sich

düstere Gedanken fragen

plagen und bedrücken mich

 

Welt, die viel zu gross geworden

Zeit, die rasend schnell vergeht

Schicksal eines jeden Menschen

Erde die sich ewig dreht

 

Leben, dass mich überwältigt

Tod, und ob es weitergeht

Kinder, die geboren werden

Zukunft die vielleicht noch wird

 

Novembergrau hüllt sich in Schweigen

schwer und träge ist das Wort

Donner rollen und der Regen

peitscht die letzten Blätter fort

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ich bin gewachsen

Noch einmal zurückgehen
an den Ort
wo mich die Angst packte
damals
alleine in der Wüste

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noch einmal
die Wand hoch klettern

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Schritt für Schritt

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noch einmal ankommen
die Freude spüren
und die Kraft
ich bin gewachsen
über meine Angst hinaus

Herbstgrüsse

 

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Herbstblatt

Wenn die Welt kälter wird
und die Natur ansetzt zum Winterschlaf,
langsam und behäbig

wie unsere Liebe sich entwickelte,
die ihre Zeit brauchte in der Stille
der gedeihlichen Entfaltung,

wenn dann ein rotes Blatt
vor mir sich drehend niederfällt
auf mein Shirt, auf meine Brust,

dann weiß ich, es ist ein Gruß,
ein lieber Gruß von dir
und ich nehme das Blatt

und behalte es für immer.

©PP

Gedicht mit freundlicher Genehmigung von Herzkoma ausgeliehen

Ewigkeit

Gottes Werk
und all sein Planen
des Lebens Anfang
und sein Ziel
wer erfasst es
wer kann es  erahnen
wer versteht
des Menschen Daseins Sinn

Und doch
ist es das Leben
das uns liebt
und das uns tief bewegt
und die Sehnsucht
dass es ewig währet
hat Gott in unser Herz gelegt

frei nach Kohelet 3,11

Souvenir

Die chlini Dita stoht verlore

im Lädeli grad näbedra

vom Ferielager i de Bärge

und luegt die schöne Sachen a

 

Am liebschte würd sie heime fahre

s’Lager, das isch nüt für si

gäb‘s nid das Maitli, wo si plooget

wär‘s villicht no andersch gsi

 

S‘Lädeli isch wien‘en Troscht

mit sine schöne Sache

und Dita weiss denn plötzlich au

was sie chönnti mache…

 

Ich chauf mir doch es Souvenir

vo mim Feriebatze

und Eis für alli, wo dihei

das würdet‘s sicher schätze

 

Natürlich längt das Gäld nid wiit

nur grad für’s Murmeltier

es bitz enttüüscht drückt si’s an sich

du Chlises – ghörsch jetzt mir.

 

Am Obe nimmt sie alle Muet

goht und frogt de Leiter

„chasch du mir nid…?“

„doch doch, ich chan

es bitzeli chan i“, seit er

 

Jede Tag chauft Dita jetzt, 

im Lädeli es Gschänkli

und zobe sitzt si denn

bim Lagerleiter uf em Bänkli

 

Und de git ihre immer wieder

no en Batze druf

bis eines Tages meint er denn

„Maiteli, jetzt isch Schluss!“

 

Schluss isch‘s au mit Lagerläbe

Dita isch so froh

d’Gschänkli het si alli packt

d‘Eltere sind scho do

 

Fröhlich seit sie jedem „tschüss“

jetzt cha si wieder lache

und dihei – was werdet‘s ächt

für grossi Auge mache?

 

Wenn Dita denn us ihrem Sack

die schöne Gschänkli nimmt

und jede vor Familie

vo ihre eis bechunnt?

 

De Vati ladet d‘Koffer uf

„hesch au nüt vergässe?

Mir wei fahre,“ seit er denn

„und nöime no go ässe.“

 

Dita isch versöhnt mit sich

es isch doch ganz guet gloffe

do chunnt de Lagerleiter no

und sait:

„Ei Rächnig wär no offe…“

16016959 - cute ground squirrel in banff national park, canada

Bildquelle: https://de.123rf.com/

 

Tinnitus

Tinnitus, du chlini Muus

hocksch mer in de Ohre

und wenn‘s dusse ruhig wird

fosch drin afa suure

chlini Muus, i chas nid ha

chasch nid bitte höre?

mich tuet das Grüsch i mine Ohre

unwahrschinlich störe

s‘Müüsli seit, los guet du Mönsch

de Ohreschmalz würd nütze

putz dine Ohre lieber nümm

das chläbrig Züüg tuet schütze

Gesagt getan und siehe da

s’Müüsli het nid glooge

sither schloof i zobe i

ohni Grüsch

chan‘s sälber fascht nid gloobe