ich bin einen Weg gegangen…

57920236 - lonely woman in a park in autumn

Ich bin einen Weg gegangen, den ihr nicht kennt
ich versuchte zu verstehen, was ihr längst zu wissen meint
ich schaute hin, wo  ihr euch abwendet
ich hörte zu, wo ihr die Ohren zuhaltet
ich umarmte, wo ihr Abstand nehmt
ich wurde berührt von dem, was euch erschreckt
ich fand die  Wahrheit inmitten von dem, was ihr Lüge nennt
ich bin gewachsen, ihr habt mich klein gemacht
ich bin reich geworden, ihr nennt es Verlust
ich bin glücklich, ihr wisst nicht warum
ich wollte es teilen aber da war kein Bedarf
ich habe mich geoutet
jetzt bin ich out

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Blütenjahre

Ich hatte manchmal den Eindruck, die Tante Rosa – so nannte ich die monatliche Regelblutung – wäre eine eigenständige Person, die in mir wohnte. Die Beziehung zu ihr war des kurzen Zyklus wegen eine sehr Intensive. Ich nannte diese Zeit ironischerweise Vollblutjahre. Natürlich waren es auch die grossartigen Blütenjahre meines Lebens (kommt Blüte von Blut?)
Obwohl ich oft unter Tante Rosa‘s heftigen Auftritten zu leiden hatte, liebte ich ihr Dasein – den Rhythmus des Zyklus. Ja, ich konnte mir nicht vorstellen, wie es ohne sie wäre. Und Tante Rosa….sie schien auch gar nicht die Absicht zu haben, mich je verlassen zu wollen. Im Gegenteil, sie kam zum Schluss immer öfters vorbei und machte grossen Aufstand, als würde sie sich dagegen wehren, dass ihre Zeit abläuft. Ich glaube, der Abschied ist uns beiden nach so vielen Jahren des Miteinanders (manchmal eben auch des Gegeneinanders) schwer gefallen.

 Wie ihre Besuche, so war dann auch ihr Weggang – heftig. Ich habe eine Zeit lang gebraucht um ihn zu verarbeiten. Es tat mir weh, sie aus meinem Haus zu weisen. Nun ist es gut. Sehr gut sogar. Nichts ist bereut.

 Mit dem Gedicht Blütenjahre möchte ich meiner geliebten Tante Rosa gebührend Adieu sagen:

Als hättest du wieder nach langer Zeit
Wohnung genommen in meinem Zelt
fühle ich heute wie damals den Schmerz
dieselbe Spannung, ja Freude im Herz

Sie erzählen mir von den Jahren
in denen wir beide Verbündete waren
die erste Begegnung ich weiss noch genau
vom Mädchen wurd‘ ich auf einmal zur Frau

Jahrzehnte der Blüte schenktest du mir
den Traum von Kindern verdanke ich dir
Damals, ich hab dich geliebt und gehasst
nicht immer hat mir dein Kommen gepasst

Stets warst du es, DU hast entschieden
Und oft bist du viel zu lange geblieben
zu heftig warst du, zu intensiv
Genau wie ich – extrem  impulsiv

Mich hoch zu reissen war ewig dein Spiel
im Rhythmus des Zyklus, wie’s dir gefiel
um alsbald danach im Flug noch euphorisch
mich runter zu holen, dein Tun war notorisch

Mein Leben im Wechsel, mal Bergfahrt, mal Tal
manchmal so kraftvoll, manchmal ne Qual
doch dann irgendwann haben wir beide
uns arrangiert, wir waren‘s leide

zu kämpfen und schliesslich wurden wir Freunde
bis zu dem Zeitpunkt der grossen Wende
Ich konnte es fühlen, der Augenblick naht
für mich war‘s zu früh, ich war nicht parat

Ohne dich, wie soll das jetzt gehen
ich konnt’s mir nicht denken, ich wollt’s nicht verstehen
als würdest du’s wissen, ich täte mich schwe
bliebst du noch bei mir, ein paar Jahre mehr

Wohl zu den Schönsten würd ich sie zählen
wie Blüten im Herbst, sie werden mir fehlen
doch irgendwann hast du’s übertrieben
es kam der Tag und ICH hab entschieden

Ich konnte nicht mehr nach so vielen Jahren
dein dominantes Benehmen ertragen
nun war ich bereit und wies dir das Haus
ein Abschied war das..ohne Blumenstrauss

Du bist gegangen und ich hab geheult
das war‘s Tante Rosa, nichts ist bereut!
Nur jetzt, wo ich spüre, du wärst eigentlich hier
denk ich mit Wehmut, wie schön war’s mit dir

der Granatapfel, Symbol der Fruchtbarkeit

Granatapfel, Symbol der Fruchtbarkeit

mitten in des Lebens Herbst

Wunderschön war jener Sommer
mitten in des Lebens Herbst
wie einer Rose zarten Blüte
als wäre es im Frühling erst

 wandelnd durch die goldnen Felder
Rosen sah ich überall
fand ich noch ein Glück auf Erden
so schön, als wär’s das erste Mal

 tanzend fallen Blätter nieder
kalt wird bald die Jahreszeit
doch in meinem Herzen blühen
Rosenblumen allezeit

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Text und Foto: © Brigitt Meier

Wut tut gut

Manchmal tut es gut, die Wut rauszulassen
Dann gibts wieder Platz im Kopf….

mit Erregung, vorzugsweise im leeren Raum vorzutragen:

Immer rumhacken
auf jeder Freude
immer draufkacken
auf jedes Glück
nicht beachten
was von Herzen
jemand mit dir teilen möcht 

Stell alles in Frage

all’s was ich sage

rede es nichtig

was mir so wichtig

knicke mein fröhliches Sein

und lasse mich fühlen

ich bin allein

the brig empire

Ein Freund von mir hat die Region, in der ich wohne mal als „the brig empire“ bezeichnet. Das hat mir natürlich geschmeichelt und mich zum Dichten inspiriert. Empire passt zu meinem Familiennamen Meier und zu vielen anderen Worten, welche ich danke der Reimemaschine gefunden habe

Ein Versuch…

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If miss lovely Meier
would have lived before
she would have on a pyre
been burned in midts of a roar
her hair – red as a fire
would have proved the court
she is a real Vampire
and no one could have thwart
her destiny was dire
although the time was near
the womenhood entire
would fight for their affair
How lucky is miss Meier
that nowadays she lives
with only one desire
to love what life her gives
she does not much require
but she enjoys a lot
her peaceful brig empire
with thanks for what she got
many do admire
her style but what she wants
that it would set a fire
and each one in Response
would straight himself aquire
this beauty point of view
of love which will inspire
a whole world just to do
what never will expire
but finally will lead
the world to God’s empire
which is miss Meier’s creed

Amen

das Brett

Die Einen haben’s vor dem Kopf

die Andern unterm Suppentopf

schwarz hängt’s manchmal an der Wand

macht uns dies und das bekannt

manche Frauen sind mitunter

genauso flach und leiden drunter

sie tragen’s jedoch elegant

mit Leichtigkeit in einer Hand

samt Essen und dem Wein zum Gast

und auch zurück wenn’s ihm nicht passt

während Andern es viel Geld

bedeutet ja die ganze Welt

spielen viele um die Wette

auf dem legendären Brette

und dann gibt es auch die Schnellen

die auf des Meeres grossen Wellen

reiten oder steil am Hang

fahren um den ersten Rang

erwähnenswert wär nicht zuletzt

wie’s die Oma hat benützt

zum Wäsche schrubben damals noch

welch schwere Arbeit war das doch

und heute dient’s dem Mann zur Zier

im Gegensatz zum Bauch voll Bier.

 

Ich persönlich brauch es täglich

ohne es wär es nicht möglich

so viel Früchte kleinzukriegen

Kräuter hin und her zu wiegen

Zwiebeln schneiden und zerhacken

auch mal was vom Finger zwacken

Gemüse scheibeln bis es reicht

mit dem Brettchen geht es leicht!

 

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