Sommernachtstraum


Stern in meinem Traume
du küsstest mich ganz sacht
unterm Lindenbaume
in einer Sommernacht

so zärtlich deine Hände
und Leidenschaft dein Sinn
du küsstest mich ohn Ende
zum Morgengrauen hin

sanft wie der erste Sonnenstrahl
auf meiner nackten Haut
Stern, oh küss mich noch einmal
bevor der Tag dich raubt

da flutete schon Licht den Raum
noch seh ich deine Hand
wie sie – als ich aus meinem Traum
erwachte – mir entschwand

Eine grossartige Geschichte

Als ein Gedanke 
war ich bei dir
du dachtest mein Leben
von Anfang an
mit all seinen Facetten
genau so 
wie du jedes Leben dachtest

Welche grossartige Geschichte
hast du dir ausgedacht!
Und ich bin ein Teil davon
ich darf teilhaben
ich bin
so wie ein jeder ist
in dieser Geschichte

Das Geniale ist
und leider leider auch Fatale 
du lässt uns mitschreiben
jeder hinterlässt ein Kapitel
in deinem Buch

Du aber bleibst
Schöpfer und Vollender
alle Tage die noch kommen werden
hast du schon gesehen
Das grosse Finale 
hast DU geschrieben
Es wird gut werden
weil du es so willst

Ich will es auch
ja, ich glaube, alle wollen es
Im tiefsten Grunde des Herzens
sehnt sich ein jeder danach
dass du die Geschichte 
diese unglaublich schöne
tragisch
wunderbare Menschheitsgeschichte
zu einem glücklichen Ende führst

und vielleicht…
wirst du mit uns ein neues Buch aufschlagen
und wir werden eine neue Geschichte beginnen
ich freue mich darauf
Brig

Erfüllung

Ich sehne mich, dass du mich segnest 
und du das Brot mir brichst
dass du die Hände auf mich legest
und ein Wort des Segens sprichst

Ich sehne mich, dass du mir schenkest
von deinem allerbesten Wein
dass du ihn reichst und mit mir trinkest
bis ich trunken, schenke ein!

Ich sehne, dass du mich geleitest
und zu deiner Kammer führst
dass du das Lager mir bereitest
und mich mit deiner Lieb berührst

Ja, erfülle meine Seele
meine Sehnsucht stille du
Liebster, meine Lebensquelle
meine Freude immerzu

Elfchen im Mai


allgegenwärtig
Covid 19
wie lange noch?
werden wir ohne leben
morgen…?

Verschwörungen
alles Theorie
ist doch wahr!
oder stecken Sie dahinter
vielleicht…?

Wiedersehen
im Juni
nicht traurig sein
verschoben ist nicht aufgehoben
versprochen


zerstreut
der Professor
zu viele Gedanken
im Kopf, auf Papier
gleichzeitig


Blau
der See
an Himmeln reich
meine Seele taucht ein
farbengleich



unaussprechlich
Dein Name
in allem genannt
oft in mir selber
verkannt

ewig
ohne Anfang
gestern und heute
und für alle Zeit
du


Der Rhein – eine Schatztruhe

Der Rhein ist eine wahre Truhe
voll von Schätzen ist der Fluss
heute fand ich alte Schuhe
und einen Elefantenfuss

Eine einzelne Sandale 
ein Pistazienwaffeleis
eine hübsche Wasserschale
und ein Herz in einem Kreis

Weiter fand ich eine Vase
und ein Schafbock Münzentier
dazu ein Herrn mit dicker Nase
und einer, der ertrank mir schier

Schliesslich war noch dieser Panther
und ein Vogel, ist‘s ein Specht?
Und was noch viel eleganter
war ein Blatt – fast wie in echt

Rhein, du hast sie in der Fülle
Steine jeder Farb und Form
ganz unwahrscheinliche Modelle
ich staune jedes Mal enorm

I just love it!

sexuell

Im Februar haben die Schweizer den Gesetzesentwurf zum Verbot von Diskriminierung und Aufruf zu Hass aufgrund sexueller Orientierung angenommen. Offenbar braucht es in der Schweiz
des 21. Jahrhunderts noch ein solches Gesetz…


Jede Mönsch isch generell
ganz es eiges Naturell
das heisst, er isch au hormonell
genau eso individuell
vo A- nach Bi- bis Transsexuell
git‘s so einigi Modell
Devo isch Hetero im Fall
„die Norm“ doch was isch scho normal?
E chli wenig, e chli vill
echli speziell, doch prinzipiell 
darf das jede wie’n er will

Solang nid eine kriminell 
leider – ja – au kulturell
und „Gott behüte“ pädophil
anderi zwingt zum Sexduell
und Sex betrachtet minimal
als Trieb wie bi me Animal
isch Sex – ich meine ganz egal 
wie mes empfindet – grundlegal

Doch erscht so richtig genial
wird Sex im ideale Fall
wemme nid nur physikal
sondern ganz universal
spirituell und emotional
sich eifach liebt – ganz abnormal

probier’s doch mal 😊

Meereswogen

Es trifft Dein Blick mich unerwartet
unverhofft
gleich einer Meereswelle
rauschend und mit Leidenschaft 

Es ist, als fliehen mir die Füsse
als zöge mich der Sand
ins Meer mit jeder neuen Welle
weiter weg vom Strand

Und lässt du wieder los
ist’s nur ein Spiel,
wohl wissend, ja du weisst
ich kann mich deiner nicht entziehn

Die Meereswogen stürmen
mein Herz, es wogt das Blut
zu spät, das Land verschwindet
über mir ist Flut

und mahnt auch der Verstand
„Halt ein, du wirst noch untergehn!“
Ich lass bestimmt, wenn du mich führst
ich lasse es geschehn