Kategorie: Allgemein
Glockengeläute
zum Jahreswechsel…
Wenn Glocken läuten um Mitternacht,
ergreift mich das Wunder erneut,
als würde stehen vor ihrem Spiel,
die Zeit und die ganze Welt.
Ihr Klang trägt mich wie auf Flügeln davon,
es kehren die Tage zurück.
Die Glocken im Turme jubeln im Chor
erzählen von Freude und Glück
Und war es auch schwer, der Glockenklang,
hüllt Schmerz und so manches Leid
Friede umgibt mich in kalter Nacht,
gleich wie ein wärmendes Kleid.
Und dann wird es still bum …bum… bum
Mein Herz schlägt mit, mit dem Schlag an der Uhr,
die Sterne ziehen dahin.
Sie kommen mit in ein neues Jahr,
„sag Gott, wo führt es uns hin?“
Vom Turme kommt bald schon die Antwort herab ,
begleitet von hellem Klang.
Die Glocken verkünden das treue Wort:
„Ich gehe den Weg dir voran“
Ein Weilchen bleib ich beim Turme noch stehn,
schau hoch zu dem Sternenmeer.
Dort ist bewahrt was jemals geschehn,
und das, was wird sein, noch viel mehr.

innehalten, Augen schliessen und dem Glockengeläute zum neuen Jahr lauschen
Ich wünsche allen ein gutes neues Jahr!
Dinge im Leben
Es gibt Dinge
die mich seit Jahren treu begleiten
wertvolle und geliebte Erinnerungen
Fenster
in die Vergangenheit
Es gibt andere Dinge
die sich um mich herum verändern
sie inspirieren, fordern mich heraus
lassen mich kreativ sein
in der Gegenwart
und dann gibt es Dinge
die sich von mir verabschieden
Sie setzen mich frei, schaffen Raum für Dinge
die noch kommen sollen
in der Zukunft
Aus meiner Zeit als Aushilfsreligionslehrerin:
Selbstgedrehte Schnur mit Perle, welche ich von einem kleinen Jungen
zum Abschied bekommen habe. Sie war in einer schmucken Zündholzschachtel verpackt, die leider nicht mehr auffindbar ist
Jedesmal wenn ich die Schnur in den Händen halte, sehe ich des Jungen leuchtenden Augen
Ich glaube, er hat mich ein bisschen geliebt, aber er liebte auch die Geschichten aus der Bibel,
die ich den Kindern erzählen durfte
der Welt Heiland
aufgeschnappt
Wortwechsel zwischen einem Ehepaar:
Der Mann zu ihr:
„Du, sag doch mal
hast du nicht ein Date
mit deinem Liebsten im Lokal
und ist es nicht schon Zeit?“
Die Frau zu ihm:
„Du meine Güt,
wo sind denn meine Schuh?“
Ich bin zu spät…“
und wirft ihm noch
im Gehn ’ne Kusshand zu
😂
Haiku Einsamkeit
düstere Zeiten
Die Zeiten sind nicht mehr die gleichen
dein Kommen nicht nur pures Glück
düster wie die Nebel schleichen
will die Traurigkeit nicht weichen
selbst, wenn ich dich an mich drück
Es mischen sich die Freudentränen
mit jenen einer grossen Angst
um die Zukunft die wir ahnen
wenn wir sie auch nicht erwähnen
hat sie unsre Sorgen längst
Wie wünscht ich mir sie würde bleiben
deine Hand die meine hält
liess der Nebel sich vertreiben
hing der Himmel voller Geigen
gäbs kein Corona auf der Welt
Advent
Beitrag zum Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #40 von ROYUSCH
Den Beitrag widme ich unserer lieben Hauswartin im Erlengrund, die zu jeder Jahreszeit dafür sorgt, dass der Hauseingang hübsch geschmückt ist. Aber es ist ja nicht nur der Hauseingang – alles was sie tut, ist einfach tolle Arbeit!
Sie ist seit vielen Jahren die gute Seele in der Siedlung und mit ein Grund, dass es einfach schön ist, hier zu wohnen!
Ich wünsche ihr und allen Lesern eine lichtvolle und besinnliche Adventszeit
Wenn ich zuerst sterbe
Zwei Gedichte als Beitrag zur November Blogaktion von Petra Schuseil
Ich hoffe, ihr verzeiht mir, wenn ich das Thema in der Sprache abhandle,
die mir am nächsten ist – in Schweizerdeutsch
und wenn ich trotz des heutigen Tages,
welcher den Menschen, die schon gestorben sind, gewidmet ist, humorvoll bin
die Übersetzung ins Hochdeutsche findet ihr in den Kommentaren
😊
Wenn ich zerscht sterbe
wenn ich denn mues go
dörf jede erbe, was ich hinderlo
Es wüssets die Meischte – ich bin steiriich
und was mit de Stei würd – das s’wär mer nid gliich
drum freuts mi, wenn jede vo euch ein chönnt erbe
eifach im Fall, wenn ICH zerscht würd sterbe
zum Bischpil de Robert wär denn z‘ha
deshalb kommt auch schon die nächste Frage:
Wär stirbt ächt zerscht?
Bim Zmittag im Gschprööch, wo’s ums Stärbe goht
und drum, wär die Wält ächt als Erschte verloht
verschreckt euses Dorli grad zimlich fescht:
„I hoff, i bis nid – nid wieder die Erscht!“
Das seits – und leit d’Serviette uf de Tisch
Will’s ebe mitÄsse scho fertig isch
Und während die andre no gmüetlich diniere
isch s‘Dorli luut dänkend am kalkuliere…
„Die erscht bin i gsi, wo s‘Huus het verloh
die erscht, wo druf abe het Chinder becho
die erscht, wo ghürote het und geschiede
s‘nomol probiert und isch ghürote bliibe
Und denn – echli spöter (s‘Dorli lacht)
die erscht, wo me het zur Grossmuetter gmacht
Drum würds mi nid wundre, wenn i scho gli
als erschti äs Urgrossmueti würd si
und gohts e so wiiter, denn fürchte-n-i scho
bin ICH zerscht en Engel und ihr nodisno.“
Doch plötzlich, do strahlts übers ganze Gesicht
Und seit: „Es stoht doch ir biblische Gschicht,
die wo zerscht si, si eventuell
am Ändi die Letschte im Karusell!“
Do lacht hinter ihm de Maa und frogt nätt
ob äs au gern no es Kaffi hätt
„Eh jo,“ seits und luegt in d‘Rundi erstuunt
Jetzt hätts doch no fascht de Dessert versuumt
Bildquelle: Petra Schuseil








