Ich erinnere mich an das Telefongespräch mit meiner Tochter an dem Tag, wo der Lockdown beschlossen wurde. Ich war ziemlich aufgelöst, da alles, was meinen Alltag glücklich machte, wegbrechen würde. Meine Tochter sagte: „Mama, hab keine Angst. Es kann nicht so weiter gehen. Die Welt, wie wir sie haben hat keine Zukunft. Endlich fängt etwas Neues an. Freue dich darauf!“ Ihre Worte haben mich immens getröstet und bis heute klingen sie in meinen Ohren nach. Vor zwei Tagen habe ich wieder mit ihr gesprochen und auch über diese Worte, die offenbar nicht nur bei mir, sondern auch bei ihr immer wieder nachklingen. Angesichts der Angst und Unsicherheit, welche parallel mit den Fallzahlen von Covid steigen oder fallen, fiel in unserem Gespräch das Wort Achterbahn. Genau so fühlt sich die momentane Situation an – wir befinden uns in einer Achterbahn der Hoffnung, der Angst und der Unsicherheit. Aussteigen geht nicht. Und das nächste Looping steht kurz bevor. Aber vielleicht entdecken wir ja unterwegs, warum wir da drin sitzen, und können der ungewollten Reise sogar etwas Gutes abgewinnen. Irgendwann ist auch eine Achterbahn zu Ende und man kann wieder aussteigen, Aussteiger werden…
Wir sind hoch hinauf gekommen jubeln noch in unserem Wahn und merken dann etwas beklommen wir sitzen in ’ner Achterbahn
Gleich wird’s richtig unbehaglich Welt kopfüber, und wir flehn Manch einem scheint es plötzlich fraglich ob wir die Talfahrt überstehn
Aber nach dem ersten Schrecken noch leben wir ja – immerhin fangen wir an zu entdecken eigentlich ist’s nicht so schlimm
Ja, es ist fast – darf man’s sagen beinah befreiend, dieser Schwung und es schweigen bald die Fragen mit wachsender Begeisterung
Es nimmt das Leben unerwartet so plötzlich einen andren Lauf Die Bahn ist mit uns durchgestartet und keiner hält sie jetzt noch auf
Hinunter fährt sie bis zum Boden zum Anfang – ja, wir gehn zurück der Fortschritt ist erst mal verschoben doch vor uns liegt der Weg zum Glück
Zusammen sollten wir ihn gehen in eine Zukunft ohne Wahn miteinander und verstehen die Welt braucht keine Achterbahn
Die Jahre ziehen wie Wasser im Fluss und spülen so manches an Land mal ists Geröll, mal ein freundlicher Gruss des Lebens Spuren im Sand
Und manchmal glitzern die Sterne darin und künden von Jubel und Glück Mädchen, du warst mein schönster Gewinn denk ich an dein Kommen zurück
Du brachtest mir Freude und Tränen zugleich das Wasser stieg manchmal gar hoch doch waren die Jahre wie nie zuvor reich und reich sind sie immer noch
Oft halte ich inne – ich liebe es sehr am Fluss Deines Lebens zu stehn und wünsche, er bringt dir an Gutem noch mehr mein Kind, deine Welt ist so schön
Als ein Gedanke war ich bei dir du dachtest mein Leben von Anfang an mit all seinen Facetten genau so wie du jedes Leben dachtest
Welche grossartige Geschichte hast du dir ausgedacht! Und ich bin ein Teil davon ich darf teilhaben ich bin so wie ein jeder ist in dieser Geschichte
Das Geniale ist und leider leider auch Fatale du lässt uns mitschreiben jeder hinterlässt ein Kapitel in deinem Buch
Du aber bleibst Schöpfer und Vollender alle Tage die noch kommen werden hast du schon gesehen Das grosse Finale hast DU geschrieben Es wird gut werden weil du es so willst
Ich will es auch ja, ich glaube, alle wollen es Im tiefsten Grunde des Herzens sehnt sich ein jeder danach dass du die Geschichte diese unglaublich schöne tragisch wunderbare Menschheitsgeschichte zu einem glücklichen Ende führst
und vielleicht… wirst du mit uns ein neues Buch aufschlagen und wir werden eine neue Geschichte beginnen ich freue mich darauf Brig
Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wieviel Pracht in den kleinen Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.
Macht und Gewalt
sie haben das Geld
in Hülle und Fülle
regieren die Welt
wie’s ihnen gefällt Das Meiste für sie
sie werden sich’s leisten
und nichts oder wenig
bleibt uns und den Meisten
Jawoll, sie wollen
gar mehr noch, die Ollen
sie drohen und prahlen
was einem dann halt
nicht wundert wenn’s knallt
Du heiliger Gral
Wer hat sie gewählt?
die Grossen, die Tollen!
Wer wird das bezahlen?
wann wird uns denn endlich
der „Zwanziger“ fallen? Ich fürchte die Tage
der Welt sind gezählt. Ein paar, die sich noch
an die Hoffnung krallen
rufen zu Hilfe
und während die Schreie
langsam verhallen
blähen und brüsten
die Dicken und rüsten
als wär’s keine Frage
sie lieben die Lage
und reden und lallen
und „schnallen“ es nicht Auch sie werden fallen
Die Teufel, sie lachen
oh Gott wenn’s dich gibt
kannst du noch was machen?
der Eine lebt und frisst sich satt
im Überfluss
ein Anderer, der gar nichts hat
wünscht sich derweil
es wäre Schluss
darum muss das Ende
es muss kommen
das Ende unsrer Gier
zum Wohle aller hier