blauäugig

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S‘Dorli isch trotz bruune Auge
blauäugig öppedie
es het en zimli starche Glaube
wo halt chindlich irgendwie

vertraut dass alles positiv
und guet uf Wäge isch
mä cha au säge s’isch naiv
grad‘s Gegeteil vo kritisch


Drum chunnts halt vor, das mängs nid so
wie’n Ääs dänkt sich verhaltet
dass Ääs enttüscht wird und derno
si heili Wält sich spaltet


Doch für immer währt keis Bebe
jedi Ufruehr goht verbi
und wenn‘s au hart isch lernts denn ebe
s’nöchscht Mol besser gwappnet z‘si


D‘Kunscht isch aber trotz Enttüschig
immer wieder z’glaube dra
dass s‘Guete gwünnt und trotz Entrüschtig
s‘Härz am rächte Fläcke z’ha

ein Herz mit einem rechten Fleck

unluther?

Übersetzung ins Deutsche am Schluss

I säg‘s emol luut
und no chli luuter:
De Luther het gseit
es isch nid unluter
dass d’Frau für sich en Liebhaber het
wenn ihre Gemahl nid cha und nid wett
Vor 500 Johr het er das gseit!
E wiisi Maa
het Wiitsicht gha
und gseh, dass me das mache cha
Und dass en Dritte
do chan chitte
und d’Ehr von’ere Familie rette!
Doch abgseh vo dem eine Grund –
nämlich dem: Mir bruuched Chind
isch d’Liebi was die meischte Mönsche
körperlich sich sehnlichscht wünsche
Was jetzt – wenn’s en Partner git
wo das Bedürfnis gar nid het?
Wieviel Lut(h)er, liebi Lüt,
wär sone „dritti“ Lösig hüt?

Vom ehelichen Leben (Martin Luther)
2, 146
„Wenn ein tüchtig Weib zur Ehe einen untüchtigen Mann überkäme und könnte doch keinen anderen öffentlich nehmen und wollte auch nicht gerne wider ihre Ehre tun, soll sie zu ihrem Manne also sagen: Siehe, lieber Mann, du kannst mein nicht schuldig werden und hast mich und meinen jungen Leib betrogen, dazu in Gefahr der Ehre und Seligkeit bracht, und ist für Gott keine Ehre zwischen uns beiden, vergönne mir, dass ich mit deinem Bruder oder nächsten Freund eine heimliche Ehe habe und du den Namen habst, auf dass dein Gut nicht an fremde Erben komme, und lass dich wiederum williglich betrügen durch mich, wie du mich ohne deinen Willen betrogen hast.“
(1522)

Übersetzung ins Deutsche

Ich sag es mal laut und noch etwas lauter:
Luther sagte, es ist nicht unlauter, dass eine Frau einen Liebhaber hat, wenn ihr Gemahl nicht kann oder nicht will. Vor 500 Jahren sagte er das! Ein weiser Mann, der Weitsicht hatte und sah, dass dies eine Möglichkeit ist
und dass ein Dritter  hier „kitten“ und die Ehre der Familie retten kann. Doch abgesehen von dem einen Grund – nämlich Kinder zu zeugen – ist körperliche Liebe ja etwas wonach sich die meisten Menschen sehnen.
Was nun, wenn der Partner dieses Bedürfnis nun gar nicht oder nicht mehr hat? Wie „Luther“ (lauter) wäre es denn, liebe Leute, wenn man so eine „dritte“ Lösung heutzutage wählen würde?

Ab in Ghüsel!

Chum Schätzli, nimm’s Lätzli
und sitz a dis Plätzli!
Lueg, s‘Mami het Päppli
gchocht für sis Schnäggli

Ohje! Hesch de Pfnüsel
schnütz mal min Schnüsel
mir gheiet denn s’Lätzli
nachher in Ghüsel

Jöö….muesch grad brüele
du tuesch dich verchüele!
Wo hesch denn dis Chäppli?
und wo dini Schläppli?

Jetzt muesch au no bislä
Chumm!
Chasch grad ä no schisslä
mach schön in Haafe
Eh! Bisch doch en Brave!

Isch fein gäll, dr Nuggi!
Oh lueg min Schnuggi!

Lueg au, es Gaggi!
das goht jo rugg zugg, zagg zaggi!

Nei! Aber nei au, du Suggi!
Nei, lueg jetz wo isch er, din Nuggi
lit de doch voll i dim Gaggi
wäähh!….und jetzte, was maggi?

Ab in Ghüsel, de Grüsel!

Lexikon Schweizerdeutsch – Deutsch

Ghüsel – Abfall
Lätzli  – Esslatz
Päppli – Brei (Pappe)
lueg!  – schau!
Pfnüsel – laufende Nase
schnütze – schneuzen
Schnüsel  – Herziger Süsser
Schläppli – Hausschuhe
Chäppli – Kappe
Bislä – Pippi machen
Haafe – Töpfchen
Nuggi – Schnuller
Gaggi  – Stuhlgang
Suggi – Schweinchen
Schnuggi – Herziger, Süsser
Grüsel – ekliger Mensch

Mönscherächt

S‘Dorli wär das isch scho klar
hät’s früehner gläbt gli gstorbet
als Häx hätt mes wäg sine Haar
zu dere Zyt ermordet

Es wär au gschtorbe, will es sait
grad use was es dänkt
d’Obrigkeit hätts nid vertreit
und d’Chirche hätt’s grad ghängt

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„Zum Glück!“ hets dänkt
und d’Häxeschue an Nagel ghängt
die Zyte si verbi!

Für alli Fraue?
Alli Mönsche?

Au hüt gohts villne Mönsche schlächt
sie wärde quält und gschunde
für sie gilt gar kei Mönscherächt
als wärs no nid erfunde!

Geschichte der Menschenrechte

Wäschpinäscht

 

S‘Dorli trampt, will‘s Alls will wüsse
in jede Fettnapf, jedes Näscht
schüücht d‘Wäschpi uf, tuet se entblösse
das stört die säbe zimli fescht

Sie wehre sich und mit Verlaub
stäched s’Dorli z‘mitts is Härz
es flüchtet, macht sich us em Staub
und brüelt und brüelt vor luter Schmärz

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Jesus, do bini

Jesus, do bini,
si hei mi gschickt
die, wo säge
nur du chönisch hälfe
mi Lag sei verzwickt

Hei gseit, i brüüch Jesus
müess wärde wie du
jetzt bin is glaub worde
– si hei mi verloh –

Wei nüt mit mir z’tue ha
i läschteri Gott
heisi so gmeint
i miech ihn zum Spott

Du weisch jo wie bitter
wie truurigi es isch
w
enn Mönsche dich miide
will d‘andersch bisch

Damals isch’s dir jo
ganz schlimm ergange
will „gschpottet“ hesch
bisch am Chrüz obe ghange

Mich lönd’s lo läbe
si meinets no guet
und merket doch nid
wie weh, dass es tuet

wenn d’plötzlich als Mitchrischt
dernäbe bisch
und all für eim bättet
dass grettet wirsch

Was ich aber bätte
s’isch würklich min Wunsch
wie du möchte i wärde
du liebsch jede Mönsch

 

 

 

 

 

es isch nid immer alls eso…

Es isch nid immer alls eso
wie‘s usluegt
wie m‘es het verno
meischtens git‘s jo no e zweiti
no en dritti Asicht
meinti

Wemme für sich sälber prüeft
was eine seit
was eine rüeft
das, was me liest
und was me gseht

denn isch es wichtig
meischtens richtig
was me tüüf im Härze gspürt 

 

der Bärg, wo gebärt

Es isch scho so
«der Berg»  isch männlich
doch säbe do
hett nüt meh ähnlich
mit em Gschlächt vo mene Maa
sondern mit’re Vaaagina

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Ä Bärgfrau lit grad in de Wehe
si tuet gebäre und no ehe
mä verstoht warum, wieso
isch’s Bärgebaby au scho do
es lacht und gummt us ihrem buuch
aagleit – will das isch so Bruuch

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Ä Blick no in Geburtskanal
wo me gseht, wie’s prenatal
vor sich goht und wie sich’s windet
wie me fascht drin in verschwindet

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um denn schliesslich ganz am Schluss
usgschpuckt z’wärde – wiene Nuss

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 scho no krass 

 

I will hei!

I will hei
jetzt hani gnueg
i bi jo gsi, han alles gseh
villicht au nid,
aber jetzte will i zrugg
I will hei zu mine Lüüt
u
nd überhaupt
am allerbeschte isch es dött
woni ha, was i bruuche
was i wött
s’isch am schönschte
i mim Riich
ganz elei
s‘goht allne gliich
es isch doch so
h
ebet‘s guet, i muess jetzt go
säge ciao, ciao amigos
i gang hei
ville Dank, säg i au
s
‘isch jo schön gsi
so feins Ässe
aber jetzte hani gässe
i will go
bruuch  jetz eifach mini Rueh
und mis Bett
es isch Zyt
machet‘s guet und hebet Sorg
I
rgendwenn
ch
um i wieder, will i furt
aber hütte sicher nümm
hebet‘s schön!

 

de erschti Priis

Min Unggle het en Schiilift gha

am Hügel näb sim Huus

i bi damals nones Chind

es Schüchs gsi und es Chlis

Fahre hani zwar scho chönne,

breit und beinig uf de Schii

aber bim e Renne gwünne

wär ganz und gar unmöglich gsi

Das hani gwüsst woni verstohle

de Gschänklitisch bestuunet ha

für All wo starte hets döt Priise

schön und wunderbari gha

 

Eine het mer bsunders gfalle

aber ebe…s’isch wie s’isch

de wo gwünnt wird ohni Zwiifel

grad DAS Gschänkli neh vom Tisch

Es isch es Taschelämpli rot

es runds gsi und mit chline

wienes Mariechäferli

mit schwarze Pünktli fine

No nie hani es sones härzig

Tierli gseh zum lüchte

genau das wärs woni grad jetz

zum glücklich si no brüüchte

 

Es het mi gwüss grad animiert zum

schnäller si denn je

und so guet is halt ha chönne

bin i abe ufem Schnee

Gnützt hets aber gar nid vill

uf de Lischte wiit wit hinde

jo, die Letschti bini gsi

die Letscht vo allne Chinde

De Unggle het mi denne tröschtet:

„Lueg es het doch gwüss

au für di es chlises Gschänkli

zum Bispil dört die feine Nüss!“

 

De Tisch isch fascht scho abgruumt gsi

woni bi zuenem cho

und gseh – ungläubig- s’Chäferli

de erscht Priis lit no do!

Ganz verläge hanis gno

unds  nid so rächt verstande

dass niemer, keine usser mir

das Lämpli kuul het gfunde

Sicher ischs en Irrtum gsi

drum hanis schnäll versteckt

villicht hätt ein im nach hinein

de Irrtum no entdeckt

 

Wo’s dunkel gsi isch a däm Obe

het es überglücklichs Chind

dihei im Bett under de Decki

mit em Chäferlämpli gspillt

und so zu sich sälber gseit

was kümmeret mich e Lischte

niemert weiss es aber hüt

hani gwunne uf de Pischte

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