Noteingang

Der Mensch hat sich für alle Fälle
abgesichert, dass er schnelle
von dem Ort, wo er grad drinne
raus kommt und kein Schaden nehme.
Notausgang ist das Patent
dass von klein auf jeder kennt
Nun wär‘s aber auch ganz nett
wenn man‘s umgekehrt auch hätt
einen Noteingang für alle
die im eint‘ und andren Falle
einfach weg von draussen müssen
um nicht das Leben einzubüssen.
Deshalb tät ich laut plädieren
öffne jeder seine Türen
dass, wenn’s draussen hässlich wird
keiner umkommt oder stirbt.
Wer weiss es denn, ob nicht durch diese
Türen Glück und Segen fliesse
Selbst wenn die Not auch halb so gross
wirf die Türe nicht ins Schloss

43715354 - doors of dublin, ireland

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gibt mir Zeit…

Ich hab noch nie im Leben ein echtes Haus gebaut
noch habe ich mir selber ein eignes Bier gebraut
ich hab noch keinen Abschluss der Uni hingekriegt
ach hätt ich schon die Spitze des höchsten Berg berührt

Ich kann nicht musizieren, dazu fehlt mir der Takt
ich kann nicht wirklich malen, schon gar nicht einen Akt
ich hab noch nie mit Löwen gerangelt und gespielt
mit meinen Kurzgeschichten noch keinen Preis erzielt

Ich weiss nicht viel vom Kosmos und wie die Sterne stehn
ich hab noch nie im Stadion ein Fussballspiel gesehn
beim Schachspiel hab ich niemals, auch einen nur besiegt
ich bin noch nie geflogen, gleich wie ein Vogel fliegt

So viel möcht ich erleben, so wenig Zeit bleibt noch
für alle meine Träume auf dieser Welt und doch
den einen Traum, den leb ich, der mehr als alles wiegt
und dessen tiefe Quelle auf ewig nie versiegt

Die Menschen nur zu lieben, bedingungslos und echt
Mitmensch sein für jene, die mit mir gehn ist recht
Oh Gott, gib mir die Zeit, und dass der Tag nicht flieht
nicht ohne dass ich weiss – ich habe heut geliebt

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tabu

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lasst bloss den Hund begraben

dort wo er ruht, in Ruh

wir wollen ihn nicht hören

haltet die Ohren zu!

 

Heilig ist die Wahrheit

unantastbar gross

jetzt bellt sie wieder drohend

der Hund, der Hund ist los!

 

Gebt ihm einen Maulkorb

erschlägt ihn, wo er ist

er gräbt an unsern Pfeilern

dieses freche Biest

 

Stemmet die Fassade

es könnte sonst geschehn

dass in nackter Blösse

wir alle untergehn

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Reimemaschine

Me git es Wort in d’Reimmaschine
und sofort tüend denn die erschine
wo vo wäge ihrem Klang
zäme passe wiene’n Gsang
und denn bruuchts no es paar meh
dass‘ es Gschichtli drus cha geh
am Aafang weiss me nid genau
wo’s eim ane füehrt und au
öb’s denn Sinn macht mit de Zyt
zwingend isch es ebe nit
Hauptsach es het Witz und Chuscht
und plötzlich het meh richtig gluscht
no meh dra z’dichte und z’verzelle
genau das wär’s woni hät welle
versuechs doch mal und wenn de findsch
es isch würklich nid so chindsch
bitte schick mers, will i schlicht
e Sammlig ha will vo Gedicht

Happiness

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Escaped from daily routines

high above the valley

so far, and yes so close

everything becomes trivial

the everyday woes

become impotent

but what is all-potent

and  of  immeasureable beauty

is nature

out of the time

happiness so deep that

it leaves one speechless

and completely at peace

die Putzfrau

Eine Putzfrau kann von wegen
ihrer Arbeit schon zum Segen
werden für geplagte Leute
und von denen gibt es heute
wahrlich viele, was verständlich
freut die Frau, die putzt, unendlich
plagen tun auch sie nicht minder
dies und jenes, Geld und Kinder
ohne Job wär ziemlich misslich
ihre Lage und verdriesslich
darum ist nun der Geplagte
wie ich es von ihr schon sagte
ohne Zweifel auch ein Segen
schon alleine und deswegen
Plagen hin und Plagen her…

...sei jeder ein Gesegneter!
Putzfrau_l

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abends im Zug

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Blick ich am Abend noch schnell in die Zeitung
zwanzig Minuten, sicher nicht mehr
vergeht wie im Fluge
die Reise im Zuge
kein Stau und kein Autoverkehr

 Manchmal  nehm ich zum Vornherein grad
mein iPad zur Hand und schreibe
Gedichte zum Schmunzeln
Geschichten zum Runzeln
und allerhand lustige Reime

 Und kommt dann der Barmann erlaub ich mir gar
ne Pause mit einem Kaffee
mein Lieblingslavazza
serviert grad am Plazza
mit Sicht auf den Züricher See

 Derweil mein Nachbar schräg gegenüber
greift nach dem Blick neben mir
was steht schon im Blatt drin
mehrheitlich Unsinn
zu schade blickt er nicht zu mir

 Ich reis nämlich oft und recht gern mit der Bahn
u
nd liebe es auch zu reden
mit freundlichen Fremden
auch solchen in Hemden
doch red ich noch lang nicht mit jedem

 Schweifen mitunter meine Gedanken
plötzlich weit weg in Träumen davon
wie schön dort zu weilen
muss nirgends hin eilen
einfach nur sein bis zur Zielstation

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ich hab ein Wunder gesehen

das Telefon klingelte. Meine Tochter sagte…Mama, komm, dein Enkelkind ist da! Ich nahm die kleine Buba, meine grosse Enkelin, an der Hand und lief los…..

 

Eilend durch die dunklen Strassen
einer kalten Winternacht
hielt ich dich in meinen Armen
und du hast mich angelacht
tanzend, jauchzend, übermütig
mit dem einen Ziele nur
liefen wir einander haltend
Träumende auf weiter Flur
atemlos sind wir gekommen
u
nbeschreiblich der Moment
s
taunend, völlig mitgenommen
n
ahmst du seine kleine Hand
a
ls würde er erzählen wollen
v
on dem Orte wo er war
Schaute er in unsere Augen
w
ar’s uns allen offenbar

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