verzwickt und ungeschickt

Ein Konflikt
ist meist verzwickt
mindest zwei
die sich verstrickt
unglaublich manchmal
und verrückt
wie es geschieht
und ungeschickt

Was macht man nun
wer überbrückt?
ein gutes Wort
wär jetzt geschickt
wo einer traurig
und bedrückt
„Verzeih mir Freund,
nimm mein Respekt!“

Wer das kann
dem ist’s geglückt
der hat den Streit
im Keim erstickt
Beide lachen
und es drückt
Ein den Andern
ganz beglückt
weil
Versöhnung
sie erquickt

35070162 - hug collection - lovely girlfriends are embracing and smiling.

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seit ich ’ne Brille trage

 


Mein Augenlicht
seit ich ’ne Brille trage
weil ich vieles nicht
oder nur noch vage
ohne sie erkenne
ist wie nie zuvor
mir ein Juvel
und alles was ich sehe
durch die Gläser
was ich schon verlor
scheint mir so recht
gar keine Frage
speziell
j
edes Wort
j
edes Ding und jeder Ort
es kommt mir vor
als  wäre meine Lage
unwahrscheinlich hell
mit Brille scharf und licht
und darum ists, ich trage
sie gerne im Gesicht

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Gehorsam

Manche Menschen folgen nur
Gehorsam ist ihr Los
folgsam tun sie was von ihnen
einer fordert rigoros
so wurde auch gesetzestreu
– die Menge schrie danach –
gefordert, dass man Jesus töt
weil er die Regeln brach

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Darum bedenke das Gesetz
was Recht und Wahrheit ist
auf dass du nicht den andern schlägst
und selbst die Regeln brichst
wahre Liebe fordert nicht
sie ist, wenn es denn soll
das Gesetz, das einzig gilt
dem ich Gehorsam zoll

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Frühlingserwachen

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Es Schneehepaar ir Früehligsunne
schmelzt vor Wärmi und vor Wunne.
Es seit der Maa:
„Oh lueg das aa,
mim Rüebli isch en Salto glunge!“ 

D’Schneefrau luegt und muess grad lache
„Ei, was git es au für Sache!
Do chömmer grad
es wär parat
mitenander Liebi mache!“

 

mein bester Fremd

Ich sag von meinem besten Fremd
sicher auch er ist mein Freund
obschon ich weder weiss wo er
zuhause ist und vieles mehr
was man so kennt von einem Freund
weiss ich nicht, denn er ist fremd
ziemlich weit am andern Ende
der Welt liest er was ich ihm sende
und die Antwort etwas später
kommt gleicherweise durch den Äther
ganz egal was unser Thema
über Gott, die Welt das Klima
ab und zu auch mal persönlich
halt wie Freunde, eben ähnlich
sind wir verbunden durch das Netz
weit entfernt doch was ich schätz
der Fremd ist mir gar wohlgesinnt
dem „fremd sein“ wegen wie mir scheint
und der Sprachen wegen auch
die wir lernen beim Gebrauch
so ists, wenn wir auch Fremde sind
irgendwie dazu bestimmt
einander nah auf solche Weise
zu sein auf diesem Erdenkreise
man kann ihn nennen online Freund
ich nenn ihn meinen besten Fremd

…öte!

Eine grosse, grüne Kröte
sass auf meinem Bett
und spielte Flöte
was zwar nett
doch als der Druck sich dann erhöhte
(sie trank von meinem Bier)
war sie plötzlich in der Nöte
(ihre Blase platzte schier)
hob sie einfach ihre Pföte
ich liess ein Schrei – da stieg
ins Gesicht ihr eine Röte
doch verlegen schaut‘ sie weg
und schwieg
und liess das Wasser
diese Blöte

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am Wegrand

Da war ein Gesicht am Wegrand aus Stein
das schaute nicht grad so glücklich drein
ich dachte, ich frage,
was ihn’s denn plage,
da sagt es, es wäre nicht gerne allein
 Das kann ich gut, sagte ich, verstehn
und dass ich mich freue, es heute zu sehn.
Da wurde, mir scheinte
es traurig und weinte
und bat, ich solle nicht ohne es gehn.


Da nahm ich den Stein und trug ihn nach Haus,
dort nahm ich ihn aus dem Rucksack heraus.
Da lachte der Wicht
mit frohem Gesicht,
und sagte, er freue sich überaus!
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 Es gibt auch Gesichter, die sind nicht aus Stein
die sehen genauso traurig drein
weil keiner sie sieht
weil keiner sie liebt
sie sind unter uns und trotzdem allein

  

Macht und Gewalt

Macht und Gewalt
sie haben das Geld
in Hülle und Fülle
regieren die Welt
wie’s ihnen gefällt
Das Meiste für sie
sie werden sich’s leisten
und nichts oder wenig
bleibt uns und den Meisten
Jawoll, sie wollen
gar mehr noch, die Ollen
sie drohen und prahlen
was einem dann halt
nicht wundert wenn’s knallt
Du heiliger Gral
Wer hat sie gewählt?
die Grossen, die Tollen!
Wer wird das bezahlen?
wann wird uns denn endlich
der „Zwanziger“ fallen?
Ich fürchte die Tage
der Welt sind gezählt.
Ein paar, die sich noch
an die Hoffnung krallen
rufen zu Hilfe
und während die Schreie
langsam verhallen
blähen und brüsten
die Dicken und rüsten
als wär’s keine Frage
sie lieben die Lage
und reden und lallen
und „schnallen“ es nicht
Auch sie werden fallen
Die Teufel, sie lachen

oh Gott wenn’s dich gibt
kannst du noch was machen?

 

Ausziehen

Sich mutig wagen
immer mal fragen
Neuland betreten
und Schritte gehn
Neugierig sein
die Welt und sich selber
entdecken und schmecken
manchmal auch irren
stolpern und lernen
nach vorne sehn

Das Leben ist reisen
ist suchen und finden
hoffen und glauben
und überwinde
n
Ist Weisheit und Demut
und Liebe mehren
ist schliesslich am Ende
dankbar und glücklich
nach Hause kehr
en

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