es gibt Tage
Regentage
da könnte ich heulen

vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
es gibt Tage
Regentage
da könnte ich heulen

Lieber Gott
Wenn ich über mein Leben nachsinne und es betrachte,
ist es als öffne sich ein Fenster an einem schönen Sommermorgen
und ein wunderbarer Tag zieht an mir vorbei…

Staunend stehe ich und schaue
wie alles war
wie es gekommen ist
dass ich so glücklich
und mich freue
und du in meinem Leben bist
Ich weiss für allezeit
du bleibst bei mir
auch wenn es Abend wird
und kommt die Nacht
die Stunde
bist du es, der mich trägt
Auf deinen Flügeln
bis ans Ende
zu jenem Lichte dort
wartet mir
und leuchtet
ein neues Morgenrot
Bildquelle: https://de.123rf.com/
Es git fascht nüt woni nid hätt
scho mit mine Gescht erläbt
me wird Experte ohni z‘welle
für allergattig Lüüt und Gselle
vo mine Bsuecher chönt i brichte
kuurligi und ernschti Gschichte
vo mänger Wiis und Läbesart
hett i es Müschterli parat
Erfahrig hani au als Gascht
mach öppedie uf Reise Rascht
bi Lüüt privat, das gfallt mer guet
und zeigt mer au, was mir nid füegt
Wemme will es Gaschthuus si
inveschtiert me öppis dri
Erfahrig isch es, me muess wüsse
was en Gascht würd bsunders gnüsse
und sälber wett meh schliesslig säge
mit Gescht isch’s schön zum zämeläbe
Drum hani do es paar nid greimti
dummi Sache, wieni meinti
zämetreit, die gilt’s z’vermiide
wemme will es Gaschthus bliibe
oder wemme umme reist
s’denn nid plötzlich vo eim heisst
säbe chunnt mir nümm ins Huus
uf kei Fall meh, de bliibt mr duss!
Im Nachhinein isch‘s zwar zum Lache
was mängi Lüüt uf Reise mache
läset sälber, s‘sch zum Schmunzle
und mängisch chli zum Stirne runzle

Ein hübsches Eis
doch lässt man’s lieber
wenn es heiss
und geht hinüber
zu der Diele
dort gibt’s kühle
Eis am Stiel
und in der Tüte
alle Sorten
erster Güte
dieses Eis
man sieht es hier
ist aus Stein
und nur zu Zier
I will hei
jetzt hani gnueg
i bi jo gsi, han alles gseh
villicht au nid,
aber jetzte will i zrugg
I will hei zu mine Lüüt
und überhaupt
am allerbeschte isch es dött
woni ha, was i bruuche
was i wött
s’isch am schönschte
i mim Riich
ganz elei
s‘goht allne gliich
es isch doch so
hebet‘s guet, i muess jetzt go
säge ciao, ciao amigos
i gang hei
ville Dank, säg i au
s‘isch jo schön gsi
so feins Ässe
aber jetzte hani gässe
i will go
bruuch jetz eifach mini Rueh
und mis Bett
es isch Zyt
machet‘s guet und hebet Sorg
Irgendwenn
chum i wieder, will i furt
aber hütte sicher nümm
hebet‘s schön!

Mit fünfi bin i s‘erscht mol gfloge
und ha abegluet uf d‘Wält
mit em Mami wiit wiit obe
han i Städt und Dörfer zellt
D’Tschduwardess, die liebi Frau
het mer Farbstift und Papier
Orangesaft und Tchipsli au
uf’s Tischli gstellt am Platz bi mir
I weiss no guet und wie’s isch gsi
und wieni gstuunet ha
d’Hüüser, d‘Stroose, alli chli
und druff hets Spielzügauti gha
Obwohl, so ganz verstande
han i die Reis jo nid
und dass mer denn sind glande
goht ir Erinnerig zwiit
Es isch mir aber bliibe
de bsunders schöni Flug
Ich und s’Mami si go fliege
nach Gänf und wieder zrugg
Sit denn si füfzig Jahr vergange
jetz sitz i drin im Autobus
näbe mir isch mini Mame
mir sind schon bald am Airport dus
Ich bin‘s jetzte, wo tuet luege
sie ar Hand zum Flugzüg bringt
dass ihre wohl isch und tuet füege
und euses chline Reisli glingt
S’Flugi isch scho bald druf abe
mit eus in Süde unterwägs
dass mir zwöi das nomol erläbe
das freut mi halt wie lätz
S’Mami gseht scho nüme guet
drum tue n‘em alles brichte
vom Fänschter, wemme useluegt
und was me alls chan sichte
Hoch ob de Wulche dänk i zrugg
zrugg a jedes Jahr
mit ihre bis zum erschte Flug
e Gschicht – ganz wunderbar
für mis Mutti zum Muettertag

uf em erschte Bild bin i mit em rote Mänteli a de Hand vom Mutti
Wenn ich’s mir so überlege
war das erste Wort von mir
ohne Absicht in der Sprache
die ich heute sprech mit dir
Ich stand damals an der Strasse
und erhob die rechte Hand
mein Begehren hast du
sofort ohne Zweifel grad erkannt
Du nahmst mich mit auf eine Reise
in ein völlig fremdes Land
das ich so auf diese Weise
vorher noch nicht hab gekannt
In dem Land gibt’s keine Stimmen
einen Lärm und kein Geschrei
deine Welt ist gänzlich stille
Geräusche sind dir einerlei
Aber deine Hände sprechen
eine Sprache wunderschön
ich war völlig hingerissen
ihnen dabei zuzuhörn
von den Lippen meines Mundes
konntest du mein Wunsch verstehn
lehr mich deine Sprache sprechen
lass uns einmal wiedersehn
Seither reden unsere Hände
sie erzählen ohne End
was des andern Welt bedeute
und wie er die Dinge nennt
dass ich dich getroffen habe
hat mein Leben tief berührt
du hast mich mit deinen Händen
in ein neues Land geführt

In der Schweiz leben rund 10’000 vollständig Gehörlose
Bis zu 600’000 Personen sind leicht bis hochgradig schwerhörig.
Interssante Fragen und Antworten zum Thema
auf der Webseite des schweizerischen Gehörlosenbundes sgb-fss
…..dass d’Freud chan ine cho!
Beim Aufräumen bin ich auf dieses Gedicht gestossen
Meine beiden Prinzessinnen sind vor 3 Jahren für ein Jahr nach Südamerika gereist. Ich habe wohl die ganze Flugreise gedanklich bei ihnen verbracht. Daraus ist der Rap entstanden
I han en Schmärz i mim Härz

I han en Schmärz i mim Härz,
han doch gmeint, das i das schaff,
i bi stark, han jo Zyt,
Zyt gha, zum verstoh,
si wei go.
Jetzt isch er do, de Moment,
woni gwüsst ha er wird cho,
Abschid neh für langi Zyt,
no e Stund, oder zwei
zäme si.
Mir sind alli chli nervös
und au müed, s’isch en lange, lange Tag.
Der Zug fahrt a, mir sind drin
samt Gepäck s’isch alles do
wo si hend.
Wäred’s doch, nume scho,
am andre Änd vo dere Wält.
I lueg di aa, chlini Buba, weisch,
bisch so schön, voller Abentüür
i han dich lieb.

Und dis Mami, beidi zäme,
Chinder, i han keini Wort
zum beschriibe wie das isch,
wemme liebt, es isch Liide es isch Freud
es sich schön.
Und zum Schluss, i weiss au nid,
was i säge, was i rede,
bhüet euch Gott, euch fescht hebe
i de Arme, das isch all‘s,
s‘chunnt scho guet.
Aber denn flüsse d’Träne, niemer gsehts,
es muess use, es tuet guet,
no es bitzli wett i bliibe,
aber öppis in mir seit:
Wiitergo.
Und mir gönd alli zäme,
wiiter uf em Läbeswäg.
Ihr döt äne und mir bliibe
wunderbar sind alli Ort
uf de Wält.

Wunderbar sind alli Wäge,
wo mit Liebi gange sind
mini Chinder, laufet, liebet,
das es hell uf Erde wird.
Reiseblog der beiden Prinzessinnen
„to reconsile„ in Hebrew means:
„lehitpajes“ – it comes from „peace“
but „peace“ in Hebrew means „shalom“
and is the word where „pay“ comes from
„leshalem“ – „to pay for peace“
where there is none, that’s what it says!
Therefore, if there is a thing
which seperates and is between
between your brother, between you
He is hurt, you might be too
There’s the question…
Who can pay?
Who is gonna make a way?
If everyone – that would be best
could take a part and share the cost
to win it all, and guess…?
this means the word „lehitpajes“
…lead us to wonderful places

Das Mädchen, das mich jeden Abend
in den Schlaf, in meine Nacht
mit seinem Lächeln, gar nichts sagend
hinbegleitet und bedacht
daran erinnert dass des Tages
Sorg und Mühe sind dahin
Sie wacht bei mir – ich glaub, sie mag es
wenn ich im Land der Träume bin
Bild: Anna Shesterikova http://www.anna-art.ru/