was es doch nicht alles gibt….

Die schönste Zeit des Jahres steht vor der Türe. Viele Menschen benutzen sie, um zu reisen und die Welt zu entdecken. Für mich als Gastgeberin fängt damit die Hochsaison an. Ich bleibe zuhause und empfange Reisende aus der ganzen Welt, die eine Nacht oder auch mal ein paar Tage bei uns bleiben.

Im Winterhalbjahr bin ich es dann, die auf Reisen geht. Auch ich treffe gerne neue Leute und deshalb buche ich oft mit Airbnb, Bed and Breakfast oder Couchsurfing. Selber als Gast unterwegs, sammle ich auch wichtige Erfahrungen für meine Rolle als Gastgeberin.

Beides – Gäste beherbergen und Gast sein ist manchmal eine Kunst und erfordert Offenheit und Einfühlungsvermögen. Fast immer wird es ein schönes Erlebnis bei welchem man Land und Leute kennen lernt und nicht selten kommt es zu unglaublich schönen Begegnungen.

Es gibt zwischendurch auch mal komische und ungemütliche Situationen. Aus meiner Erfahrung als Gastgeberin und Reisende habe ich hier ein paar davon aufgeschrieben. Man darf natürlich schmunzeln, im Nachhinein findet man es nicht mehr schlimm und kann herzlich darüber lachen. Oft sind es genau solche Situationen, aus welchen die besten Geschichten entstehen…


als Gastgeber sollte man nicht:

  • dem Gast bei seiner Ankunft noch unter der Türe gleich die ganze Lebensgeschichte erzählen
  • den Gast mit einem selbstgemachtem, geschmacksintensivem Ziegenmilchjogurt willkommen heissen
  • den Gast auf einem mit Gummi geschützten Bett schlafen lassen, es sei denn, er ist ein Kleinkind, welches noch einnässt
  • vergessen, vorher die Flöhe von der Gästematratze zu entfernen
  • das eigene Schlafzimmer als Gästezimmer vermieten
  • Geld verlangen für die Nacht auf einer Matratze am Boden in einem überfüllten Arbeitszimmer
  • dem Gast im Dezember ein kaltes Zimmer anbieten
  • dem Gast das am wenigsten benutzte Badetuch anbieten
  • den Gast bitten, den Teebeutel nicht wegzuschmeissen, sondern ein zweites Mal zu benutzen
  • mitten in der Nacht ins Gästezimmer eintreten, wo der Gast schon schläft, Licht machen und die vermisste Brille suchen
  • um 6 Uhr morgens an die Zimmertüre des Gastes klopfen und fragen ob er aufstehen möchte
  • den Gast täglich fragen, ob er schon geduscht hat
  • dem Gast anvertrauen, dass das Plastikbecken in der Dusche dazu dient, die Hämorrhoiden zu baden
  • dem Gast die nackten Füsse hinhalten und fragen, ob er einen Pilzbefall entdecken könne
  • laut und lange furzen, währendem der Gast neben einem auf der Couch sitzt und ein paar Fotos von seinem Ausflug zeigen möchte
  • den Gast bitten, die Toilette freizugeben, da das eigene Kind dringend Pipi machen muss
  • den Gast zum Abschied fragen, ob er vielleicht die Haarbürste, die man grad nicht findet, eingepackt hätte

 

 

als Gast sollte man nicht…

  • nackt in der Wohnung rumlaufen
  • die nasse Wäsche auf einem Haufen in der Zimmerecke trocknen lassen
  • das Badetuch des Gastgebers verwenden
  • für jedes Händetrocknen ein neues Handtuch vom Stapel nehmen
  • Flecken vom Tisch oder sonst wo wegkratzen, wo gar keine sind
  • die Küche des Gastgebers praktischer einrichten
  • schmatzen und schlürfen beim Essen, so dass die anderen Gäste ihr Frühstück mit aufs Zimmer nehmen
  • versehentlich bei den Nachbarn reingehen und dort die Nachbarin im Bademantel erschrecken
  • das ganze Badezimmer als Dusche betrachten
  • gebrauchte Pariser im Bett zurücklassen
  • die Bilder in der Gästewohnung umhängen
  • die Grundeinstellungen im Computer des Gastgebers auf Chinesisch wechseln
  • spät abends ungefragt mit einer Bekanntschaft  aus der Stadt zurückkommen und sie zum Essen einladen, welches man dann in der Küche des Gastgebers noch zubereiten muss
  • im Zimmer Haarspray versprühen, bis der Teppich rutschig ist
  • nächtliches Nasenbluten haben und hoffen, dass der Gastgeber die Flecken auf der Bettwäsche und auf dem Teppich nicht bemerkt
  • der Gastgeberin als Dankeschön im Ausverkauf eine Lederjacke kaufen
  • Gepäck deponieren und nie mehr abholen