Frühlingserwachen

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Es Schneehepaar ir Früehligsunne
schmelzt vor Wärmi und vor Wunne.
Es seit der Maa:
„Oh lueg das aa,
mim Rüebli isch en Salto glunge!“ 

D’Schneefrau luegt und muess grad lache
„Ei, was git es au für Sache!
Do chömmer grad
es wär parat
mitenander Liebi mache!“

 

mein bester Fremd

Ich sag von meinem besten Fremd
sicher auch er ist mein Freund
obschon ich weder weiss wo er
zuhause ist und vieles mehr
was man so kennt von einem Freund
weiss ich nicht, denn er ist fremd
ziemlich weit am andern Ende
der Welt liest er was ich ihm sende
und die Antwort etwas später
kommt gleicherweise durch den Äther
ganz egal was unser Thema
über Gott, die Welt das Klima
ab und zu auch mal persönlich
halt wie Freunde, eben ähnlich
sind wir verbunden durch das Netz
weit entfernt doch was ich schätz
der Fremd ist mir gar wohlgesinnt
dem „fremd sein“ wegen wie mir scheint
und der Sprachen wegen auch
die wir lernen beim Gebrauch
so ists, wenn wir auch Fremde sind
irgendwie dazu bestimmt
einander nah auf solche Weise
zu sein auf diesem Erdenkreise
man kann ihn nennen online Freund
ich nenn ihn meinen besten Fremd

…öte!

Eine grosse, grüne Kröte
sass auf meinem Bett
und spielte Flöte
was zwar nett
doch als der Druck sich dann erhöhte
(sie trank von meinem Bier)
war sie plötzlich in der Nöte
(ihre Blase platzte schier)
hob sie einfach ihre Pföte
ich liess ein Schrei – da stieg
ins Gesicht ihr eine Röte
doch verlegen schaut‘ sie weg
und schwieg
und liess das Wasser
diese Blöte

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am Wegrand

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Da war ein Gesicht am Wegrand aus Stein
das schaute nicht grad so glücklich drein
ich dachte ich frage
was es denn plage
da sagt es, es wäre nicht gerne allein

 da kann ich gut, sagte ich, es verstehn
und dass es mich freue, es heute zu sehn
da wurde, mir scheinte
es traurig und weinte
und bat ich solle nicht ohne es gehn

 Es gibt auch Gesichter, die sind nicht aus Stein
die sehen genauso traurig drein
weil keiner sie sieht
weil keiner sie liebt
sie sind unter uns und trotzdem allein

  

Macht und Gewalt

Macht und Gewalt
sie haben das Geld
in Hülle und Fülle
regieren die Welt
wie’s ihnen gefällt
Das Meiste für sie
sie werden sich’s leisten
und nichts oder wenig
bleibt uns und den Meisten
Jawoll, sie wollen
gar mehr noch, die Ollen
sie drohen und prahlen
was einem dann halt
nicht wundert wenn’s knallt
Du heiliger Gral
Wer hat sie gewählt?
die Grossen, die Tollen!
Wer wird das bezahlen?
wann wird uns denn endlich
der „Zwanziger“ fallen?
Ich fürchte die Tage
der Welt sind gezählt.
Ein paar, die sich noch
an die Hoffnung krallen
rufen zu Hilfe
und während die Schreie
langsam verhallen
blähen und brüsten
die Dicken und rüsten
als wär’s keine Frage
sie lieben die Lage
und reden und lallen
und „schnallen“ es nicht
Auch sie werden fallen
Die Teufel, sie lachen

oh Gott wenn’s dich gibt
kannst du noch was machen?

 

Ausziehen

Sich mutig wagen
immer mal fragen
Neuland betreten
und Schritte gehn
Neugierig sein
die Welt und sich selber
entdecken und schmecken
manchmal auch irren
stolpern und lernen
nach vorne sehn

Das Leben ist reisen
ist suchen und finden
hoffen und glauben
und überwinde
n
Ist Weisheit und Demut
und Liebe mehren
ist schliesslich am Ende
dankbar und glücklich
nach Hause kehr
en

24876153 - path in the field and sunset. rural landscape

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zu Fuss im Fluss

mit den Enkeln beim Steine suchen auf der Kiesinsel fand ich diesen Fuss…

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Ein Fussdruck aus Stein
fand ich gestern im Rhein
und hätte fast samt
den Buben das Land
nicht mehr erreicht ganz allein…

Ich nahm sie zur Hand
die Kleinen, sie liefen
und Wasser triefen
in Schuhe und Socken
wir waren nass
und ziemlich erschrocken

Doch welch ein Glück
wir kamen zu Fuss
von der Insel im Fluss,
zurück auf das Land
und sahen grad noch
wie diese verschwand

wenn ich loslasse

Wenn ich mich am Abends
einkuschele
in meine Decke
und meine Augen schliesse
wenn ich loslasse
und in deine Arme falle
hältst du mich
wie eine Mutter ihr Kind
und wiegst mich
in den Weiten des Universums
durch die dunkle Nacht
Du gibst mir Mut
Worte des Lebens und der Kraft
Und des Morgens
bringst Du mich zurück
in den neuen Tag
Du stellst mich auf meine Füsse
und traust mir zu
dass ich meinen Weg gehe
Du glaubst an mich
und bist doch nie weit von mir
Du fängst mich auf
Immer
wenn ich loslasse

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