wie aus dem Nichts

Wie aus dem Nichts
bricht er hervor
im Schatten des Lichts
aus der Erde empor
gar sagenhaft
und mit Schönheit zuhauf
reckt er mit Kraft 
sich zum Himmel hinauf

fotografiert auf einem Spaziergang in Crans Montana, 2. September 2019

zugeschnürt

Zugeschnürt ist seine Kehle
schweigend schreit ein Kind allein
in ihm drin schmerzt seine Seele
wandelt sich in einen Stein

Doch es wird der Tag noch kommen
wenn das Schweigen überhand
werden tausend’ Steine rollen
schreiend übers ganze Land

dopplet

S‘Dorli isch im Glück verkopplet
grad mit zwene Manne
sini Fröid isch demnach dopplet
me mags em herzlig gönne

nur s‘Leid, dem chame halt nid wehre
chunnt mängisch au hoch zwei
b
ed, vo sine liebe Herre
hend Brätschte mit de Bei

es rennt zum Chrankehuus zum eine
wo unter‘s Mässer muess
und rennt zum andere diheime
wo es Züüg het mit sim Fuess 

zum guete Glück, das chame säge
isch’s Dorli ihri Frau
Laschte chan es dopplet träge
und gsundi Bei hets au

Bräschte:  Gebrechen

Seele

Seele weile
und geniesse
übe die Gelassenheit 

Seele eile
und benütze
noch die Zeit die übrig bleibt       

Seele teile
und vermehre
Liebe und Barmherzigkeit

Seele heile
und vertraue
in das Gute allezeit

Anwalt

Braucht nicht jeder von uns hin und wieder einen Anwalt?
Jemanden, der sich vor uns hinsteht und unsere Sache verteidigt?
Einen Menschen, der es liebt, Brücken zu bauen und Frieden zu stiften?
Oder hat man dieses Privileg nur als Kind?

I bruuch en Awalt
Ein, wo für mich red
e
s gwaltigs Wort
wo Würkig hett
I bruuch e Macht
wo Muure bricht
u
nd Wiisheit
wo mit Liebi spricht
I bruuch en Awalt
für mi Sach
eleini schaff is nümme
mini Wort
sind eifach z‘schwach


Die Bezeichung Anwalt bedeutet Fürsprecher, Verteidiger und geht auf das alteenglische Wort onweald / Macht, Gewalt zurück, welches sich über anawalto / Machthaber zu anwalde /Bevollmächtigter, Gesandter entwickelte.
Quelle: wissen.de

Mönscherächt

S‘Dorli wär das isch scho klar
hät’s früehner gläbt gli gstorbet
als Häx hätt mes wäg sine Haar
zu dere Zyt ermordet

Es wär au gschtorbe, will es sait
grad use was es dänkt
d’Obrigkeit hätts nid vertreit
und d’Chirche hätt’s grad ghängt

DSC00594

s’Dorli seit: „Zum guete Glück!“
die Zyte si verbi!
Für alli Fraue?
Alli Mönsche?

Chömmer z’friide si?

Au hüt gohts villne Mönsche schlächt
sie wärde quält und gschunde
für sie gilt gar kei Mönscherächt
als wärs no nid erfunde!

Geschichte der Menschenrechte