Ich webe, also bin ich

In der grossen Weltgeschichte 
leb und web ich mittendrin
Nicht, dass ich's zu sehr gewichte 
es ist nur so, dass ich halt bin

Wo -  das frag ich hin und wieder
war ich einst und ja - warum
kam ich auf die Erde nieder?
Das Gedächtnis schweiget stumm

Muss ich's wissen? Wird's noch dauern,
offenbart die Seele mir
was hinter meines Daseins Mauern
der Grund, warum ich existier? 

Nun, es muss die Zeit ja kommen
 wo sich alle Dinge klärn
und bleibts im Heute auch verschwommen
von meinem Herzen ist's nicht fern
In IHM nämlich leben, weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: 
Ja, wir sind von seinem Geschlecht.
Apostelgeschichte 17,28

8 Kommentare zu „Ich webe, also bin ich

  1. Ich überlege noch. Ist das das Lied einer kleinen Winkelspinne, die still und bescheiden ihre Webkunst pflegt? Oder der Schicksalsweberinnen, der Moiren, was deutlich unbescheidener wäre, ja, falsche Bescheidenheit? Oder einfach das Begleitlied, das Spinnerin und Weberin neben ihrer Tätigkeit summen, das – oh, jetzt ist der Schuß danebengegangen, heißt, der Schußfaden hat die Kettfäden verfehlt, ging ins Leere, sprichwörtlich in den Ofen und da sollte das ganze mißlungene Ding jetzt auch hin.
    So, wieder still und bescheiden hinsetzen und weitermachen. Doch, doch, kein Grund sich aufzuregen, alles wirket und webet stille vor sich hin…

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