Du kanntest mich, mein Liebster,
du wusstest, wer ich war.
Du sahst mein stetig Werden
und Wachsen, Jahr um Jahr.
Du hast mit mir gesungen
und hast mit mir gelacht.
Du wusstest was ich liebe
und was mir Freude macht.
Du warst mein eng Vertrauter,
der auch mein Scheitern sah,
und der mich trotzdem liebte,
was immer auch geschah.
Du nanntest mich beim Namen,
den du mir selber gabst,
und der nun längst verklungen,
weil du ihn mit Dir nahmst.
Du hättest manche Tage,
wie diesen heut bedacht,
und hättest Sonnenblumen
vom Felde mitgebracht.
Kannst du wohl ermessen,
Wie schwer es manchmal ist,
dass du, der alles wusste,
nicht mehr bei mir bist?
Und dass mit dir viel Schönes
aus meinem Leben ging,
so dass ich mich schon fragte,
wer ich denn jetzt noch bin?
Ich sag: „Ich bin!“ Und: „Ja, ich werde
mit dir im Herzen weitergehn!“
Und eines Tages, Götz, mein Lieber,
werden wir uns wiedersehn.
Es sagt Mama Hansen zum Franz: „Deine Fransen, schau mal, wie sehr sich diese zerfransen. Ich schneid‘ sie dir ab komm her, mach kein Tanz! Schluss mit den Fransen, dem Firlefanz!
Der arme Franz, er wollt’ sich verschanzen, hinter dem Schrank, hinter den Pflanzen, es half jedoch nichts.
Was war aber dort, an Mama‘s Pflanzen? Ein kurzer Check - er sah es sofort, sie war‘n voller Wanzen! Da dachte der Franz: „Bevor sie zerfransen, schneid ich die ab. Schluss mit den Pflanzen, dem Firlefanz!“
Und so liess der Franz seine Fransen, ganz ohne Tanz.
Doch später fand die arme Frau Hansen die kahlen Pflanzen befreit von Wanzen und Blättern ganz.
Manche Menschen verschwinden so überraschend aus dem Leben wie sie gekommen sind…
Ich würd‘ dir gerne noch was sagen, wenn ich nur Worte fände. Doch - vielleicht ist es ganz gut. Ja, manchmal ist es besser, man schweigt und lässt es los, in des Schicksals Hände
Eine Notiz aus dem April 2024, die ich kürzlich wiedergefunden habe. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mich das beschriebene Gefühl über Wochen hinweg immer wieder einholte, ohne dass ich wusste, was ich damit anfangen sollte.
Wenn es kommt
werde ich unruhig.
Es ist ein Gefühl, das ich nicht kenne.
Etwas, das mich zutiefst bedrückt.
Wie dunkle Wolken zieht es auf.
Am helllichten Tag.
Aber jedes Mal
fühle ich auch die Gegenwart
einer guten Macht.
Sie ist bei mir,
immer, wenn es kommt
und schenkt mir Zuversicht.
Wenn ich die Worte heute lese, trösten sie mich. Es war ein Versprechen, eine Zusage – lange bevor es geschah, Und sie ist immer noch da, diese gute Macht, und schenkt mir Zuversicht.
Meine Eltern sind nun beide 91 Jahre alt geworden Es geht ihnen gut und sie dürfen noch zusammen in ihrem Häuschen leben. Welch ein grosses Geschenk! Beiden habe ich ein Gedicht gewidmet . Mal auf Deudch, mal uf Schwiizerdütsch – wie es halt grad kam 😊
Liebes Mutti
Denke an die vielen Jahre, an alles, was du schon gesehn, an all die lieben, guten Menschen, die seit jeher mit dir gehn.
Denke an die schönen Zeiten, bei der Arbeit und daheim, an das, was deine Hände schufen, nichts wird je vergessen sein.
Denke an die vielen Träume, die du seit jeher hast geträumt. So mancher ist doch wahr geworden und hat deinen Weg gesäumt.
Denk an all die Augenblicke, voller Freude, voller Mut. Denk an deinen starken Glauben der dir sagt, s'wird alles gut.
Denk an Kind und Kindeskinder, die du schon „geboren“ hast. Auch die noch kommen, werden wissen, welch gute Mutter du uns warst.
Schau an des Lebens schöne Dinge, lass sie in dein Herz hinein. Ein jeder Tag birgt seine Wunder und ein bisschen Sonnenschein.
Vati dänk, so’nes Alter isch es Gschänk! Chasch no laufe, chasch no ässe, hesch no nid alles ganz vergässe. Bisch no im Huus, hesch d’Frau dernäbe. Wie vill Glück isch so’nes Läbe! Zämme gseht me euch voruss, Händli haltend. Und im Bus fahred dir fascht täglich no zum Spass und zum go poschte go. Aber was mir bsunders gfallt, isch, dass de Friede us dir strahlt. Du bisch. Bisch do. Bisch Du. Grad so. Wie’s isch, wie’s chunnt, nimmsch jede Tag nimmsch jedi Stund. Und wärs die letscht, du würsch se fiire und würsch es eifach akzeptiere. Und will nid du, und niemert do, weiss, wenn säbi Stund wird cho, so fiire mir mit dir e jedi, vo jetz a und es gilt für bedi. Du und’s Mutti, siget gsägnet! Und jede au, wo euch begägnet.
Ein Herr am Bahnhof von Winterthur blickte nervös und ständig zur Uhr. Der Zug sollte kommen - dann hat er vernommen, dass dieser am Gleis gegenüber schon fuhr.