Zeuge meines Lebens

Du kanntest mich, mein Liebster,
du wusstest, wer ich war.
Du sahst mein stetig Werden
und Wachsen, Jahr um Jahr.

Du hast mit mir gesungen
und hast mit mir gelacht.
Du wusstest was ich liebe
und was mir Freude macht.

Du warst mein eng Vertrauter,
der auch mein Scheitern sah,
und der mich trotzdem liebte, 
was immer auch geschah.

Du nanntest mich beim Namen,
den du mir selber gabst,
und der nun längst verklungen,
weil du ihn mit Dir nahmst.

Du hättest manche Tage,
wie diesen heut bedacht,
und hättest Sonnenblumen
vom Felde mitgebracht.

Kannst du wohl ermessen,
Wie schwer es manchmal ist,
dass du, der alles wusste,
nicht mehr bei mir bist?

Und dass mit dir viel Schönes
aus meinem Leben ging,
so dass ich mich schon fragte,
wer ich denn jetzt noch bin?

Ich sag: „Ich bin!“ Und: „Ja, ich werde
mit dir im Herzen weitergehn!“
Und eines Tages, Götz, mein Lieber,
werden wir uns wiedersehn.
zum Perlenhochzeitstag
❤️❤️❤️
dini Brig uf Ärde

dem Franz seine Fransen

Es sagt Mama Hansen
zum Franz: „Deine Fransen,
schau mal, wie sehr
sich diese zerfransen.
Ich schneid‘ sie dir ab
komm her,
mach kein Tanz!
Schluss mit den Fransen,
dem Firlefanz!

Der arme Franz,
er wollt’ sich verschanzen,
hinter dem Schrank,
hinter den Pflanzen,
es half jedoch nichts.

Was war aber dort,
an Mama‘s Pflanzen?
Ein kurzer Check - er sah es sofort,
sie war‘n voller Wanzen!
Da dachte der Franz:
„Bevor sie zerfransen,
schneid ich die ab.
Schluss mit den Pflanzen,
dem Firlefanz!“

Und so liess der Franz
seine Fransen,
ganz ohne Tanz.

Doch später fand
die arme Frau Hansen
die kahlen Pflanzen
befreit von Wanzen
und Blättern ganz.

Durch den Raum
Ein Schrei,
wie ein Schranz:

„FRAANZ!“

„ein Schranz“ ist auf gut Deutsch „ein Riss“

Loslassen

Manche Menschen
verschwinden so überraschend
aus dem Leben
wie sie gekommen sind…


Ich würd‘ dir gerne noch was sagen,
wenn ich nur Worte fände.
Doch - vielleicht ist es ganz gut.
Ja, manchmal ist es besser,
man schweigt und lässt es los,
in des Schicksals Hände

am Morge früeh

Am Morge früeh bin i verwache,
vomä Traum und han grad welle,
no bevor i Kaffi mache,
em Maa die ganzi Gschicht verzelle.

Dezue muess i no schnäll erwähne,
dass es Winterzyt isch gsi,
und i mit eme warme Pischi
guet aagleit go schloofe bi.

Im Traum, do bini mit em Bus
in d'Stadt, will i ha gfunde,
s'Bescht, i gang, will's chalt isch duss,
in d'Sauna es paar Stunde.

Was dört verruckts alls isch passiert
- i has grad welle säge -
do luegi plötzlich chli verstört
und au ä chli verläge:

I sitz jo nackend bis uf d'Hutt
im Bett und ummi umme,
hani, dass i nid so blutt,
es Badtuech um mi g'schlunge.

De Maa lacht luut und mir isch grad
vor Schreck de Traum devo.
I glaube nümm - ach isch das schad,
dass er wird ume cho.

I see faces /Juni 2026

Manche bemerken sie nur gelegentlich – Gesichter in Dingen und Mustern. Andere sehen sie ständig und sehr detailliert. Ich gehöre definitiv zu den anderen 🙂
Für dieses psychologische Phänomen gibt es übrigens den Ausdruck Pareidolie.

Das Wort kommt aus dem Griechischen. Es setzt sich zusammen aus:
„para“ (παρά) = „neben“, „abweichend“ oder „falsch“
„eidolon“ (εἴδωλον) = „Bild“, „Gestalt“ oder „Erscheinung“
Zusammen bedeutet es also sinngemäß so etwas wie „falsches Bild“ oder „trügerische Erscheinung“.

Aus Sicht der Neurowissenschaft ist das kein ungewöhnliches Phänomen, sondern eher eine normale Eigenschaft der menschlichen Wahrnehmung. Das Gehirn ist darauf spezialisiert, Muster und insbesondere Gesichter schnell zu erkennen, selbst wenn die Informationen unvollständig sind. Manchmal „überinterpretiert“ es dabei visuelle Reize.



Zwei unterhalten sich auf einem Spaziergang:

„Schau mal an, ein Wolf, ein Hund?
Was liegt da auf dem steinig Grund?“
„Ich würde schätzen,
nur ein Fetzen.“

„Doch sieh, es hat ja Aug und Mund!?“


„Und da, schau hin – ein faules Tier!
oder was erblickst du hier?“
„Ein Fetzen halt.
Ich glaube bald,
du hattest vorhin zuviel Bier!“


„Nein, sicher nicht! Schau her, noch einer!
Ein Elefant sitzt da, ein Kleiner!“
„Ist schon gut,
ich nehm den Hut,
nur dies – ein Rüssel ist da keiner!

was siehst DU auf den Fotos?

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wenn es kommt…

Eine Notiz aus dem April 2024, die ich kürzlich wiedergefunden habe. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mich das beschriebene Gefühl über Wochen hinweg immer wieder einholte, ohne dass ich wusste, was ich damit anfangen sollte.

Wenn es kommt
werde ich unruhig.
Es ist ein Gefühl, das ich nicht kenne.
Etwas, das mich zutiefst bedrückt.
Wie dunkle Wolken zieht es auf.
Am helllichten Tag.

Aber jedes Mal
fühle ich auch die Gegenwart
einer guten Macht.
Sie ist bei mir,
immer, wenn es kommt
und  schenkt mir Zuversicht.

Wenn ich die Worte heute lese, trösten sie mich.
Es war ein Versprechen, eine Zusage –
lange bevor es geschah,
Und sie ist immer noch da,
diese gute Macht,
und schenkt mir Zuversicht.



I see faces /April 2026

Beitrag zur Mitmachaktion von Rosenruthie

Herrlich, du kleiner, 
du lustiger Zwerg!
Wie du da rausguckst,
aus deinem Wurzelwerk!

Als hättest du eben
ganz heimlich, du Wicht,
ein Dingsbums gedreht
und wir wissen es nicht.

Waldgeist, du alter,
merke wohl auf,
es wird bald Winter
und Schnee fällt zuhauf.

Putz noch die Zähne,
es lohnt sich gewiss,
sonst fault bis zum Frühling
dein ganzes Gebiss.
er hat die Zähne nicht geputzt, der Schelm

Ich mag dich

Wir sollten uns viel öfter sagen,
dass wir uns, einander mögen.
Ja, wir sollten es gar wagen
und einander freundlich segnen.
seid gesegnet am heutigen Tag
❤️❤️❤️