der Hühnergott (Juniverse)

Ich sei ein Huhn, sagt oft mein Götze
Wenn ich wieder einmal plötze
ohne Blickkontroll zur Seite
über eine Strasse schreite
Deshalb, weil es schon geschah,
dass mir ein Auto viel zu nah
schenkte er als Amulett
mir einen dicken Hühnergott
der – er hofft ja, dass es nütze
mich vor dem Überfahren schütze

Hier fahre ich das erste Mal mit dem Hühnergott ( er hängt am Rücken)
ohne Kontrollblick über die Strasse und siehe

der Lastwagenfahrer hält an ,
winkt mir freundlich zu und lässt mich passieren!

und schliesslich…
gelange ich sicher auf die andere Strassenseite!

Was für ein Gott!
Er liebt seine Hühner!

🐓🐓😂😂😂🐓🐓


vom Teilen

Die Freude ist doppelt 
und halb ist das Leid
wenn man mit andern 
das Leben teilt

Bedenke jedoch
das geflügelte Wort
und teile dein Herz nicht 
mit jedem sofort

Geteilt ist nicht immer
geteilt in dem Sinne
dass jeder davon
etwas Gutes gewinne

Nicht jeder ehrt es
und plötzlich entzweit
zerteilt sich was eben 
mit dir noch vereint 

Es macht sich davon
teilt sich da, teilt sich dort
und ein kostbarer Teil 
deines Herzens ist fort

Aufbruch aus Ägypten

Jeder Mensch braucht sein Ägypten
jeder seine Sklaverei
Jeder hat auf seinen Lippen
mal einen lauten Herzensschrei

Jeder Mensch braucht einen Aufbruch
einen Moses in sich drin
und vom Busch her jenen Zuspruch
Ich bin derjen‘ge, der ich bin

Jeder braucht einen Erbarmer
einen Stab in seiner Hand
auf dem Weg einen Beschirmer
in das ihm verheiss’ne Land

Jeder trägt seine Geschichte
auf den Schultern Schritt für Schritt.     
durch’s Meer hindurch bis zum Gerichte
doch einer trägt sie mit ihm mit

Jeder Mensch braucht sein Ägypten
jeder sein Jerusalem
und in den Toren auf den Lippen
ein Dankgebet zum Himmel hin

Ich wünsche allen ein gesegnetes Oster/ Pessachfest
Eure Brig

Was eimol isch gsi

Was eimol isch gsi
und denn lang nümm,
isch plötzlich wieder
dis Lache, di Stimm
Du bisch es, isch’s möglich
nach so langer Zyt
gsehn ich dich wieder,
dass es so öppis git!
Vertraut und doch neu,
zwüsche nöch und no fern
gschpüre mer bedi,
mir hend eus no gern

für meinen Schulschatz
(mit Blume in der Hand)
den ich nach 45 Jahren wieder getroffen habe

und wo ist die Brig?

Traum vo dr Erkenntnis

Gott hett hütte i de Nacht
bim Dorli churz es Bsüechli gmacht
und hett ihm gseit: „Los emol zue,
ei Sach git mir eifach kei Rueh.
Es goht um d’Schöpfig – weisch, de Bricht,
in Wohrheit isch es nur ä Gschicht.
Es het vor Adam und sir Frau
scho Zyte geh und Mönsche au.
I ha dr das nur welle säge
und dass di nid verchopfsch drwäge.“

S’Dorli het drab scho chli gschmunzlet
doch plötzlich hett es d’Stirne grunzlet,
denn uf eimol wird ihm klar,
wie tüüf die Botschaft und wie wahr.
Am Änd isch’s anders, als mer meine
und wüsse tuets jo eh e keine.
Nur – isch wäge däm die Gschicht
nid eifach falsch, sie het scho Gwicht.
Zwüsche de Ziile stoht vill meh
als me mängisch grad will gseh

Das het jetzt s’Dorli welle säge, und ja
verchopf die ruhig chli drwäge

verchopfe – sich zuviel Gedanken machen

extrem infektiös!

Jammern ist extrem infektiös,
schlechte Stimmungen verbreiten sich wie Aerosole,
auch übers Internet.
Gute Stimmungen allerdings auch.
Wollen wir es nicht einfach mal versuchen?

der Stein vom Rhein sagt unbedingt!
Daumen hoch, weil’s einfach stimmt
ein fröhlich Wort macht soviel Mut
Leute, es kommt alles gut!