Niid und Wuet ha
ufenand
Meinige gönd
usenand
überenander
Schimpf und Schand
am Schluss isch alles
abenand
obwohl – mir si doch all verwandt!
sich zämerisse
und enand
vergeh, will mir wei
mitenand
s‘Läbe teile
fürenand
do si Fröid ha
anenand
vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Niid und Wuet ha
ufenand
Meinige gönd
usenand
überenander
Schimpf und Schand
am Schluss isch alles
abenand
obwohl – mir si doch all verwandt!
sich zämerisse
und enand
vergeh, will mir wei
mitenand
s‘Läbe teile
fürenand
do si Fröid ha
anenand
De Feufer und s‘Weggli
beides goht nid
und nimmt‘s eine doch
het en Andere nüt
Mängisch dunkt‘s mi
uf dere Wält
isch das s‘ einzig Ziel
me will s‘Brot und au s‘Gäld
Wie wär‘s denn Lüüt
wenn mir würde teile
alli hetted
es würd öppis heile
Mir wäre nid arm
und mir wäre nid riich
mir wäre verschide
und doch alli gliich
Denn niemert bruucht meh
als es Dach überem Chopf
en Arbet wo Spass macht
und z‘Ässe im Topf
oder nid?
Denn wär no Zyt
fürenand wo würd bliibe
zum Mönsch si und und läbe
zum‘s Läbe fiire

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Was ist es, was ich fühle
nach vielen Jahren noch?
in mir
ich spüre es ganz deutlich
lebendig, nah und doch…
ist mir nicht dein Leben
längstens unbekannt?
Freundin
was war es überhaupt
was damals uns verband?
So oft ich an dich denke
stürmt es auf mich ein
und heut‘ in meinem Träume
riefst du mich plötzlich an:
Ich hielt den Hörer fest
in meiner Hand und lauschte
Stille
du sagtest gar kein Wort
nur die Verbindung rauschte
–
Für einen Augenblick
sah ich die Kinderschar
im Traum
die Deinen und die Meinen
als ob es gestern war
Wie liebte ich die Tage
die wir bei euch verbracht
Jahr für Jahr
dass es nicht so bliebe
hätt ich nie gedacht
–
Ich bat dich doch zu sprechen
doch blieb die Leitung still
schliesslich
hab ich unterbrochen
mit mulmigem Gefühl
Noch Tage später war es mir
als würd im Augenblick
das Telefon
als müsste es doch klingeln
und der Traum käm noch zurück!
Er kam nicht, doch traf׳s mein Herz
als ich es spät erfahren
das Schweigen damals
war dein Schmerz
dein Kind – hast du verloren
in Verbundenheit für Tabita und Omer

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I love my sleep I need it
I need to get away
from daily life and thinking
from all what people say
I love the night I need it
I need to close my eyes
dreams will lift my spirit
to stars and open skies
I love the light I need it
I love the rising sun
a new day and its promise
this is the day, you can!
I love this life I need it
i love it‘s call for me
with all the joys and battles
life makes me want to be
but for now
I love my sleep I need it!

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Lang ist’s her
als wir noch spielten
unbeschwert und ohne Groll
als wir noch einander neckten
Hände hielten
uns versteckten
und uns suchten überall
Lang ist’s her
als eines Tages
plötzlich alles anders war
niemand konnt‘ es mir erklären
was in dich
in uns gefahren
irgendwie war’s unfassbar
Lang ist’s her
in diesen Tagen
als wir noch im selben Haus
einander fremd und feinde wurden
wortlos
– nur die Wände murrten –
ging’n wir schweigend ein und aus
Nur einmal war’s
und schicksalshaft
schenktest du mir deine Zeit
und ludst mich ein zu deinem Freund
Ein Abend nur
und beide wohl
haben wir es sehr bereut
Bald darauf
als unsere Wege
sich getrennt, war’s selten mehr
dass wir uns noch angetroffen
zwischen Welten
fern und hoffen
denn du fehltest mir so sehr
Viel später war’s
als wir uns sahen
und es mich unendlich fror
deine spotten Worte trafen
mich zutiefst
mit Messer, scharfen
und die Wut stieg mir empor
Doch gestern erst
als ich noch zürnte
fand ich ein gefror’nes Herz
ich schaut‘ es an und es erzählte
mir von uns
so dass ich ahnte
deiner Seele grossen Schmerz
Heute ist’s
dass ich verstehe
was des Menschen ärgster Feind
wenn wir nicht vergeben können
frieren wir
anstatt zu brennen
bis wir ganz erfroren sind
Für immer ist’s
dass ich sie halte
und sie wärmend an mich drück
die Liebe jener Kindertage
wenn wir wollen
lieber Bruder
kommt sie noch zu uns zurück

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Gespräch mit Gott am Ende eines bewegten Jahres:
Verzeih mir Gott, wenn Zweifel sich regen
wenn Tat und Wahrheit sich mir widerlegen
wenn ich Traditionen
uralte Religionen
kritisch betrachte des Inhaltes wegen
Verzeihe mir Gott, wenn ich ihn sprenge
den Rahmen so vieler Zwänge
Menschen Gedanken
der Mächtigen Schranken
und mich befreie aus ihrer Enge
Verzeih mir Gott, wenn ich es wage
und stell selbst den Glauben in Frage
wenn’s einer nicht kann
zu glauben, was dann?
Bist du nicht ein Gott voller Gnade?
Verzeihe mir Gott, wenn ich dich lasse
zu sein der du bist, den ich nicht fasse
in Raum und Zeit
und Ewigkeit
sind wir nur Teil deiner Grösse
Verzeihe mir Gott, wenn ich betrachte
der Menschen Wege, und wenn ich sie achte
gross ist die Welt
und du, der sie hält
und jeden von uns zum Leben erdachte
Verzeihe mir Gott, wenn ich glaube
wenn ich der Hoffnung erlaube
dass du deine Hände
jedem am Ende
reichst, dass er immerdar bleibe
Ich hatte einen Traum
aus längst vergangen Tagen
jemand ausser Zeit und Raum
wollte mir was sagen:
Wir trafen uns im Treppenhaus
so wie damals
wie es oft geschah
sein Angesicht
uralt war es geworden
überraschte mich
erschreckend war‘s beinah
Das Reden fiel ihm schwer
er brauchte eine Weile
doch ich verstand ein jedes Wort
zwischen jeder Zeile
Und langsam fuhr er fort:
weisst du noch im alten Haus
du bist zu uns gekommen
junge Frau
wir mochten dich
du warst uns sehr willkommen
Doch deine Welt
sie drehte sich
vor allem um das Deine
du warst voll Leben
voll Ideen
und hattest viele Pläne
Bei uns, da gingst du ein und aus
mit deiner Kinderschar
Ihr fröhlich Lachen
füllt‘ das Haus
ich fand es wunderbar
Nochmals wurde es uns Frühling
im Alter durften wir noch sehn
neues Leben
und die Freude
ja, es würde weiter gehn
Doch dann
du hattest deine Gründe
gingst du für immer fort
und wärest nicht ein einzig Mal
zu uns zurück gekehrt
auch nicht an unser Grab
Als hättest du ihn ausgelöscht
den Ort, den Tag
und seine Menschen
sie haben oft an dich gedacht
mit ihren guten Wünschen
Und an deine Kinder
schmerzvoll war’s,
sie zu verlier’n
das Leben miteinander

für Onkel Karl,Tante Anna und für Hansruedi

Ich bin einen Weg gegangen, den ihr nicht kennt
ich versuchte zu verstehen, was ihr längst zu wissen meint
ich schaute hin, wo ihr euch abwendet
ich hörte zu, wo ihr die Ohren zuhaltet
ich umarmte, wo ihr Abstand nehmt
ich wurde berührt von dem, was euch erschreckt
ich fand die Wahrheit inmitten von dem, was ihr Lüge nennt
ich bin gewachsen, ihr habt mich klein gemacht
ich bin reich geworden, ihr nennt es Verlust
ich bin glücklich, ihr wisst nicht warum
ich wollte es teilen aber da war kein Bedarf
ich habe mich geoutet
jetzt bin ich out
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was mir so nahe geht
und ich nicht sagen kann
weil‘s keiner hören mag
erdrückt mich

dass du mich reden lässt
und danach fragst
was mich bewegt
beglückt mich
Asexualität – ein Thema über welches man kaum spricht. Die meisten Menschen kennen zwar aus eigener Erfahrung die momentane sexuelle Unlust, aber die Wenigsten können sich vorstellen, dass jemand grundsätzlich kein Bedürfnis nach Sex hat. Das ist doch gar nicht möglich….jeder braucht doch…
In unserer Gesellschaft ist es nicht attraktiv, kein sexuelles Verlangen zu haben. Ist es darum vielleicht kein Thema? Asexuell veranlagt zu sein heisst aber nicht, keine romantische Liebe zu empfinden oder sich nicht nach einer Beziehung zu sehnen. Wer Glück hat, findet einen Partner, der ebenso empfindet. Viele Betroffene leben allerdings mit einem Partner zusammen, der sexuelle Bedürfnisse hat, sie sind verheiratet und haben eine Familie. Es kann sein, dass sie ihrem fehlenden Verlangen nach Sexualität keine grosse Bedeutung zumessen und es gar verschweigen, um eine Beziehung möglich zu machen. Wenn es dann irgendwann zuviel wird für den einen und zuwenig für den anderen, ist der Konflikt unausweichlich.
Mit meinem Gedicht möchte ich weitergeben, was mich lange Zeit beschäftigt hat. Ich möchte andere Menschen für das Thema sensibilisieren, Herzen berühren und zum Dialog ermutigen.
Ich nenne es
um zu beschreiben
versuche es
in Worte zu kleiden
ich gebe Raum
und offenbare
im Schmerz der Dinge
das Wunderbare:
Gemeinsam von Sinnen
der Erde entrinnen
empor sich zu heben
ins weite All
ich möchte mit dir
nach den Sternen greifen
mit dir verglühen
im freien Fall
trunken
durch steigende Wolken sinken
vereint
im Meer der Sinne ertrinken
Dass ich’s ersehne
du aber nicht
ist schwer zu ergründen
ich habe darum
gekämpft es zu finden
doch du fragst:
„Warum?
Bin ich dir nicht alles
so wie ICH bin?
Was muss ich noch tun
zu deinem Gewinn?“
Mich wollen, begehren,
wünsch ich zu viel?“
„Nie ist’s genug,“ sagst du,
„du treibst ein Spiel!“
Ich sage: „Betrug!
War’s nicht auch deine Wille?“
…
uns fehlen die Worte
es schmerzt die Stille
so bleib ich allein
doch kommt die Zeit
weil du mich liebst
lässt du dich ein
und gibst mir Geleit
Ich spüre wohl
du willst mich glücklich wissen
deine Mühe
doch mir fehlt
dass ich dich mitgerissen
an jenen Ort
dir unbekannt
der Leidenschaften Sphäre
und ich
wär’ n wir gemeinsam dort
weiss nicht wie es wäre
traurig frag ich
was denn noch bliebe
weil ich leide
und weil ich vermiss
du sagst nur:
„Wir Beide
und meine Liebe
sie sei dir gewiss!“

Liebe ohne Leidenschaft ist immer noch Liebe
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