min erschte Flug

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Mit fünfi bin i s‘erscht mol gfloge
und ha abegluet uf d‘Wält
mit em Mami wiit wiit obe
han i Städt und Dörfer zellt 

D’Tschduwardess, die liebi Frau
het mer Farbstift und Papier
Orangesaft und Tchipsli au
uf’s Tischli gstellt am Platz bi mir

I weiss no guet und wie’s isch gsi
und wieni gstuunet ha
d’Hüüser, d‘Stroose, alli chli
und druff hets Spielzügauti gha

Obwohl, so ganz verstande
han i die Reis jo nid
und dass mer denn sind glande
isch ir Erinnerig zwiit

Es isch mir aber bliibe
de bsunders schöni Tag
Ich und s’Mami si go fliege
nach Gänf und wieder zrugg

Sit denn si füfzig Jahr vergange
j
etz sitz i drin im Autobus
näbe mir isch mini Mame
mir sind schon bald am Airport dus

Ich bin‘s jetzte, wo tuet luege
sie ar Hand zum Flugzüg bringt
dass ihre wohl isch und tuet füege
u
nd euses chline Reisli glingt

S’Flugi isch scho bald druf abe
mit eus in Süde unterwägs
dass mir zwöi das nomol erläbe
das freut mi halt wie lätz

S’Mami gseht scho nüme guet
drum tue n‘em alles brichte
vom Flugzüg, wemme useluegt
was me alls chan sichte

Hoch ob de Wulche dänk i zrugg
zrugg an die ville Jahr
mit ihre bis zum erschte Flug
e Gschicht –  ganz wunderbar

für mis Mutti zum Muettertag

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uf em Bild obe bin i mit em rote Mänteli a de Hand vom Mutti

 

de erschti Priis

Min Unggle het en Schiilift gha

am Hügel näb sim Huus

i bi damals nones Chind

es Schüchs gsi und es Chlis

Fahre hani zwar scho chönne,

breit und beinig uf de Schii

aber bim e Renne gwünne

wär ganz und gar unmöglich gsi

Das hani gwüsst woni verstohle

de Gschänklitisch bestuunet ha

für All wo starte hets döt Priise

schön und wunderbari gha

 

Eine het mer bsunders gfalle

aber ebe…s’isch wie s’isch

de wo gwünnt wird ohni Zwiifel

grad DAS Gschänkli neh vom Tisch

Es isch es Taschelämpli rot

es runds gsi und mit chline

wienes Mariechäferli

mit schwarze Pünktli fine

No nie hani es sones härzig

Tierli gseh zum lüchte

genau das wärs woni grad jetz

zum glücklich si no brüüchte

 

Es het mi gwüss grad animiert zum

schnäller si denn je

und so guet is halt ha chönne

bin i abe ufem Schnee

Gnützt hets aber gar nid vill

uf de Lischte wiit wit hinde

jo, die Letschti bini gsi

die Letscht vo allne Chinde

De Unggle het mi denne tröschtet:

„Lueg es het doch gwüss

au für di es chlises Gschänkli

zum Bispil dört die feine Nüss!“

 

De Tisch isch fascht scho abgruumt gsi

woni bi zuenem cho

und gseh – ungläubig- s’Chäferli

de erscht Priis lit no do!

Ganz verläge hanis gno

unds  nid so rächt verstande

dass niemer, keine usser mir

das Lämpli kuul het gfunde

Sicher ischs en Irrtum gsi

drum hanis schnäll versteckt

villicht hätt ein im nach hinein

de Irrtum no entdeckt

 

Wo’s dunkel gsi isch a däm Obe

het es überglücklichs Chind

dihei im Bett under de Decki

mit em Chäferlämpli gspillt

und so zu sich sälber gseit

was kümmeret mich e Lischte

niemert weiss es aber hüt

hani gwunne uf de Pischte

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Souvenir

Die chlini Dita stoht verlore

im Lädeli grad näbedra

vom Ferielager i de Bärge

und luegt die schöne Sachen a

 

Am liebschte würd sie heime fahre

s’Lager, das isch nüt für si

gäb‘s nid das Maitli, wo si plooget

wär‘s villicht no andersch gsi

 

S‘Lädeli isch wien‘en Troscht

mit sine schöne Sache

und Dita weiss denn plötzlich au

was sie chönnti mache…

 

Ich chauf mir doch es Souvenir

vo mim Feriebatze

und Eis für alli, wo dihei

das würdet‘s sicher schätze

 

Natürlich längt das Gäld nid wiit

nur grad für’s Murmeltier

es bitz enttüüscht drückt si’s an sich

du Chlises – ghörsch jetzt mir.

 

Am Obe nimmt sie alle Muet

goht und frogt de Leiter

„chasch du mir nid…?“

„doch doch, ich chan

es bitzeli chan i“, seit er

 

Jede Tag chauft Dita jetzt, 

im Lädeli es Gschänkli

am Obe sitzt si gwöhnlich denn

bim Leiter uf em Bänkli

 

Und de git ihre immer wieder

no en Batze druf

bis eines Tages meint er denn

„Maiteli, jetzt isch Schluss!“

 

Schluss isch‘s au mit Lagerläbe

Dita isch so froh

d’Gschänkli het si alli packt

d‘Eltere sind scho do

 

Fröhlich seit sie jedem „tschüss“

jetzt cha si wieder lache

und dihei – was werdet‘s ächt

für grossi Auge mache?

 

Wenn Dita denn us ihrem Sack

die schöne Gschänkli nimmt

und jede vor Familie

vo ihre eis bechunnt?

 

De Vati ladet d‘Koffer uf

„hesch au nüt vergässe?

Mir wei fahre,“ seit er denn

„und nöime no go ässe.“

 

Dita isch versöhnt mit sich

es isch doch ganz guet gloffe

do chunnt de Lagerleiter no

und sait:

„Ei Rächnig wär no offe…“

16016959 - cute ground squirrel in banff national park, canada

Bildquelle: https://de.123rf.com/

 

 

lang ist’s her…

Lang ist’s her
als wir noch spielten
unbeschwert und ohne Groll
als wir noch einander neckten
Hände hielten
uns versteckten
und uns suchten überall 

 Lang ist’s her
als eines Tages
plötzlich alles anders war
niemand konnt‘ es mir erklären
was in dich
i
n uns gefahren
irgendwie war’s unfassbar

 Lang ist’s her
in diesen Tagen
als wir noch im selben Haus
uns zu fremden Menschen wurden
sprachlos
hinter hohen Hürden
ging’n wir schweigend ein und aus

 Nur einmal war’s
und schicksalshaft
hast du Beachtung mir geschenkt
du ludst mich ein zu deinem Freund
ein Abend nur
und beide wohl
haben wir es dann bereut

 Bald war es
als unsere Wege
sich getrennt und selten mehr
haben wir uns noch angetroffen
Welten waren
zwischen Hoffen
wünschte ich’s mir doch so sehr

 Später war’s
als wir uns sahen
und es mich unendlich fror
deine spotten Worte trafen
widerhallten
unerträglich
und die Wut stieg mir empor

 Gestern war’s
als ich noch zürnte
fand ich ein gefror’nes  Herz
ich schaut‘ es an und es erzählte
mir von dir
dass ich erahnte
deiner Seele grossen Schmerz

 Heute ist’s
dass ich verstehe
was des Menschen grösster Feind
wenn wir nicht vergeben können
f
rieren wir
anstatt zu brennen
bis wir ganz erfroren sind

 für immer ist’s
dass ich sie halte
und sie wärmend an mich drück
die Liebe jener Kindertage
wenn wir wollen
lieber Bruder
kommt sie noch zu uns zurück

10656936 - portrait of a cheerful girl and boy hugging fun in outdoor

 

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