wortlos

Wortlos
bist du fort gegangen
ohne einen Blick zurück 
Alles hast du mitgenommen
wars auch gestern erst
da strahltest du vor Glück

Wortlos
sind wir da gestanden
ohne Antwort, ohne dich
nichts mehr war von dir vorhanden
dein Platz war leer
unabänderlich

Wortlos
sind wir auch geblieben
Traurigkeit und manchmal Wut
sind eingezogen anstatt Frieden
wie du gegangen bist
das war nicht gut

Doch heute 
bin ich dir begegnet
schweigend schauten wir uns an
ich fühlte ihn
den Augenblick, der segnet
und nahm dich fest in meinen Arm

Nur ein Wort
hab ich gesprochen
weil ich weiss, wieviel es wiegt
in allem was in uns zerbrochen
wird etwas heil
wenn unsere Seele liebt

zu viel

Ich fühle zu viel,
es geht immer tief,
einfach viel und zu intensiv.
Oft bin ich dann
mit allem Empfinden
allein und ich kann
mich selbst nicht mehr finden.

So gern würd' ich's teilen
anstatt, dass ich's horte
doch find ich derweilen
nicht einmal Worte.
Drum schweige ich lieber
und hoffe,
s’wird wieder.

sanft und leise

         
Ein Wunder war es, sanft und leise 
plötzlich stand ich mittendrin
ganz berührt von seiner Weise
schaut ich auf zum Himmel hin
fühlte, wie sich alles kläret
wie es war von Anbeginn
und wusste wieder, dass es währet
und ich darin geborgen bin

Tränesäck

Wieder mal ein schweizerdeutsches Gedicht für alle, die es gerne urchig haben…

S’Dorli liidet wenn’s am Morge
chum isch’s wach in Spiegel luegt
„Nei au!“ dänkts und äs het Sorge
wie’s in 10 Johr usgseh tuet!

Es stört sich a sim müede Blick
obwohl’s doch wach si wett
und dass es dicki Tränesäck
unter de Auge hett

Leider isch’s scho Johre so
und jedes Johr wirds schlimmer
kei Mittel mag dem Makel bcho
kei Cremä – was au immer

„Ich glaube bald,“ seits, „es isch gschiider
ich mach ä Schönheitsopration
und straffe doch die schlaffe Lider
denn gfall mer wieder und bi schön!“

Mit der Idee am gliiche Tag
isch’s zume Fründ no gange
und het ihm sini ganzi Plag
verzellt und sis Verlange

Er hets verstande und sich gfreut
dass ER do chan beroote
und s’Dorli hets gar nie bereut
will er het ihm verrote

dass äs nur öppis straffe muess
nur sis sälbschtbewusste Si
wer weiss, wies use chiem am Schluss
wär gäb ihm Garantie?

Wenn äs würd d’Auge lifte lo?
Nei,  behüet au Gott!
Äs sig so hübsch und gnau eso
isch äs, wien er ihns wott 

Mei, het das em Dorli gwohlet
liebi Wort, das tuet so guet
sini Sorg isch abedrohlet
wie ne Stei vom Härz und furt!

Sithär lueget mängisch bedi
zäme ine Spiegelwand
Är seit: „Pass uf, als Spiegel red i
du bisch die Schönscht im ganze Land!“

did I’ve got something to say?

Einmal meinte Sie ganz nett
(weil ich gerne schreibe)
dass ich viel zu sagen hätt
und dass sie mich beneide.
Doch jedes Mal, wenn ich was sage,
eben - weil ich grad was hätt,
ist es SIE, die ohne Frage
unterbricht und gar nicht nett
mich in Grund und Boden red'.

Ich mag das ned
😳
ein nettes Geschenk, 
wenn es denn auch so gemeint wäre