Beitrag zur Mitmachaktion von EvaDeinPoet
Familien
Kleine Welten
Füreinander und miteinander
Das Fundament unserer Gesellschaft
essenziell
Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Beitrag zur Mitmachaktion von EvaDeinPoet
Familien
Kleine Welten
Füreinander und miteinander
Das Fundament unserer Gesellschaft
essenziell
Gedanken zu den Worten auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal
Beitrag zum Mitmachding von Reiner Wupperpostille
Das Wort Familie kommt aus dem lateinischen Familia, eigentlich „Familienangehöriger“ und ist verwandt mit dem Wort Famulus oder weiblich Famula (lat. „Gehilfe“, „Diener“, „Knecht“, Plural famuli/famulae)
Auch im Hebräischen hat das Wort Mishpacha für Familie (Mischpoche) die gleiche Wurzel wie Shifcha (Sklavin, Dienerin, Hausmagd)
Ob es zwischen Familie und Diener einen etymologischen Zusammenhang gibt, sei mal dahin gestellt. Zweifellos aber gehörten in früheren Zeiten der Knecht, bzw. die Magd zur Familie.
Ich würde zudem meinen, dass es keinen besseren und schöneren Ort des «einander Dienens» gibt als die Familie. Allerdings ist es auch der aller herausforderndste Ort…

Familientag – fröhliches Wandern mit den Enkelkindern
Liebe Leute,
es ist nicht einfach, den Tod einer Freundin zu verarbeiten, gleichzeitig zwei quirlige Enkelkinder zu betreuen und mit ihnen am Bahnhof auch noch den Besuch aus Übersee in Empfang zu nehmen – Aussicht auf ein turbulentes Wochenende…
Das Kinderwochenende war geplant, Tochter mit Ehemann haben ihr Wellness Weekend schon lange gebucht. Der Besuch ist auch willkommen, eventuell sogar hilfreich. Der Tod allerdings kommt ungeplant, möchte aber nichts desto
beachtet werden. So lasse ich den Besuch auch mal mit den Mädchen alleine spielen und ziehe mich zurück, um die letzten Momente mit meiner Freundin gedanklich in Ruhe passieren zu lassen. Ich bin froh, dass ich sie noch ein letztes Mal zusammen mit ihrer Familie sehen durfte. Sie lag vollkommen friedlich da, fast lächelnd, in ein weisses Hemd gekleidet, zugedeckt mit einer weissen Decke und die langen, schwarzen Haare frisch gewaschen zu ihren Schultern liegend. Die zierlichen Hände berührten einander über der Brust. Die Brüder haben zur Erinnerung ein Foto gemacht und mir das Bild zugeschickt. So kann ich sie nochmals in Ruhe betrachten. Wie schön man sie hergerichtet hat! Ihr Anblick im Tod ist angesichts des Leidens, welches sie ertragen musste, ein kleiner Trost.
Da kommt gerade eine Whatsapp Nachricht auf dem Familienchat – ein Bild von meiner Tochter, wie sie well behandelt in kuscheligen, weissen Tüchern warm eingepackt auf einem Schragen liegt. (Anmerkung: altes mittelhochdeutsches Wort, bedeutet gemäß Duden z. B. Bett, [Toten]bahre, Sägebock, (auf kreuzweise verschränkten [hölzernen] Füßen ruhendes Gestell) Ihr langes Haar zu ihren Schultern liegend. Sie sieht nach der Gesichtsbehandlung entspannt aus und lächelt. Ich betrachte das Bild schmunzelnd. Es wurde aus derselben Perspektive aufgenommen, wie jenes der Freundin. Schön sieht sie aus!
Die einen richtet man her für ein schöneres Leben und die anderen für einen schöneren Tod.
Allerdings sollte man der Tochter, die freudig ihr Wellness Erfolgserlebnis teilt, den Vergleich mit einer schön hergerichteten Leiche nicht unter die Nase reiben. Das kommt ganz blöd raus.
Ja, es ist jetzt blöd rausgekommen.
Ditaaa!“
Das bin ich, entschuldigt mich bitte – die Mädchen rufen nach mir, ich muss gehen! Zurück ins turbulente Leben. Eigentlich würde ich jetzt auch lieber auf einem Schragen liegen und schön gemacht werden. In welche Richtung wär mir im Moment völlig egal.
Beitrag zur Mitmachaktion von Eva
Bastelanleitung in Elfchenform: Glückskette Glücksmomente sammeln nacheinander hübsch aufreihen Perlen aus deinem Leben tragen 💃 eine andere Variante von vereinten Glücksmomenten: Familienbild Kieselsteine bemalen alle fröhlich zusammenstellen auf einen Blick vereint Glücksmomente

All mein Glück
Geschenk von meiner Tochter Noemi
Die Zeiten sind nicht mehr die gleichen
dein Kommen nicht nur pures Glück
düster wie die Nebel schleichen
will die Traurigkeit nicht weichen
selbst, wenn ich dich an mich drück
Es mischen sich die Freudentränen
mit jenen einer grossen Angst
um die Zukunft die wir ahnen
wenn wir sie auch nicht erwähnen
hat sie unsre Sorgen längst
Wie wünscht ich mir sie würde bleiben
deine Hand die meine hält
liess der Nebel sich vertreiben
hing der Himmel voller Geigen
gäbs kein Corona auf der Welt
Hast du
eine Ahnung
von deinen Ahnen?
Kennst du
sie alle mit Namen?
Ihre Familien und ihre Fahnen?
Wann sie gelebt,
in welchem zeitlichen Rahmen?
Weisst du
woher sie kamen
auf welchen Bahnen?
Ob manche wohl eine schiefe
oder sich gleich
das Leben nahmen?
Hast du
jemals erfahren
wer sie waren?
Was sie beruflich unternahmen?
Waren sie Freie?
Herren?
Waren sie Untertanen?
Kannst du
erahnen
die Dramen
die damals waren?
Und gibt es solche
die dich ermahnen?
Weisst du
von welchem Samen
du…?
Was wirst du
bewahren
von dem was du weisst
von deinen Vorfahren?

Meine Ururgrosseltern väterlicherseits
Johannes und Karolina
sie hatten 18 Kinder!

Eines von ihnen war Emma, meine Urgrossmutter
Sie arbeitete tagein tagaus als Posamenterin (Seidenbandweberei)
am Webstuhl, derer ganze drei in der grossen Stube standen
Für 10 Stunden pro Tag gab es 10 Fränkli
Mein Vater erzählt, dass sie als Kinder oft mithelfen mussten

Mein Grossmutti mütterlicherseits
Sie hatte 10 Kinder gross gezogen, 2 Webstühle bedient.
Der Grossvater war Alkoholiker und starb bevor ich geboren wurde.
Jahrelang musste sie ihr Gesicht verbinden, da sie an Hauttuberkulose litt
Die letzten fünf Jahre ihres Lebens durfte sie bei uns verbringen.
Ich erinnere mich gerne an ihre fröhliche Art, und dass wir mit ihr gesungen haben
Noch sehe ich sie vor dem Lavabo sitzen mit ihren langen schneeweissen Haaren, die ich immer gerne gekämmt habe.
Meine Mutter sagte dann oft: Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und vor einem weissen Haupte niederknien.
Schriftzug über einer Autobahnbrücke in Israel:
Araber und Juden weigern sich, Feinde zu sein!
Wie hoffnungsvoll sind diese Worte, trotz der düstern Stimmung im Land!
Wer die von Konflikten geprägte Geschichte der beiden Völker Juden und Araber kennt, weiss,
dass sie als Familie beginnt. Ishmael, der Stammvater der Araber und Isaak, der Stammvater der Israeliten sind Brüder – Söhne Abrahams. Es lohnt sich, die Geschichte in der Bibel zu lesen, um ein besseres Verständnis für den immer noch andauernden Konflikt zu gewinnen. In dieser Geschichte ist das erste Mal in der Bibel von „Tränen“ die Rede. Wie gross musste der Schmerz über den Familienbruch gewesen sein! Aber liest bitte selber 🙂
Die Familie ist der Ort, wo wir zuerst geliebt und wo wir fürs Leben gewappnet werden. Sie ist unsere Zuflucht und unser Hort. Sie ist unsere Herausforderung, unser Glück und unser Schmerz. In der Familie streiten wir uns und lernen uns wieder zu versöhnen. Die Familie ist unsere ewige Sehnsucht und sie ist unser Erbe. Glücklich sind deshalb jene, die es trotz allen Herausforderungen schaffen, eine liebende Familie zu bleiben.
Das wusste schon David, als er folgende Worte (Psalm 133) schrieb:
„Hine matov uma najim“
Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!
Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons,
das herabfließt in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides,
wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions!
Denn dort verheißt der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.
In der Bibel endet die Geschichte Abrahams damit,
dass seine beiden Söhne Isaak und Ishmael ihn gemeinsam begraben.
Auch das ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass sich am Ende alles zum Guten wenden wird.
Ich wünsche es den beiden Völkern
und ich wünsche es uns und unseren Familien
Weigern wir uns doch einfach, Feinde zu sein!
klicke auf „Hine matov uma najim“
wenn du das bekannte Lied in einer sehr schönen Aufführung
mit Harry Belafonte aus dem Jahr 1959 hören möchtest
Die Jahre ziehen wie Wasser im Fluss
und spülen so manches an Land
mal ists Geröll, mal ein freundlicher Gruss
des Lebens Spuren im Sand
Und manchmal glitzern die Sterne darin
und künden von Jubel und Glück
Mädchen, du warst mein schönster Gewinn
denk ich an dein Kommen zurück
Du brachtest mir Freude und Tränen zugleich
das Wasser stieg manchmal gar hoch
doch waren die Jahre wie nie zuvor reich
und reich sind sie immer noch
Oft halte ich inne – ich liebe es sehr
am Fluss Deines Lebens zu stehn
und wünsche, er bringt dir an Gutem noch mehr
mein Kind, deine Welt ist so schön

Ich hab mich aufgemacht
mit euch
das Nest verlassen
Ich wurde gross
mit euch
bin ich gewachsen
Ich hab die Welt
mit euch
entdeckt und sie bestaunt
ich habe viel gelacht
mit euch
und auch geweint
Ich habe mich gestritten
mit euch
und pubertiert
Ich hab mich oft geärgert
und mich
mit euch versöhnt
Ich habe mich verändert
mit euch
den Blick gewandt
und bin mit euch
gegangen
in manches „neue Land“
Stark bin ich geworden
mit euch
hab ich die Angst verlor‘n
Ich hab das grosse Los gezogen
für euch
zur Mutter auserkor’n
Ich möchte immer bleiben
mit euch
und jederzeit
für euch
und eure Kinder
da sein und bereit
Mum

Ich hatte einen Traum
aus längst vergangen Tagen
jemand ausser Zeit und Raum
wollte mir was sagen:
Wir trafen uns im Treppenhaus
so wie damals
wie es oft geschah
sein Angesicht
uralt war es geworden
überraschte mich
erschreckend war‘s beinah
Das Reden fiel ihm schwer
er brauchte eine Weile
doch ich verstand ein jedes Wort
zwischen jeder Zeile
Und langsam fuhr er fort:
weisst du noch im alten Haus
du bist zu uns gekommen
junge Frau
wir mochten dich
du warst uns sehr willkommen
Doch deine Welt
sie drehte sich
vor allem um das Deine
du warst voll Leben
voll Ideen
und hattest viele Pläne
Bei uns, da gingst du ein und aus
mit deiner Kinderschar
Ihr fröhlich Lachen
füllt‘ das Haus
ich fand es wunderbar
Nochmals wurde es uns Frühling
im Alter durften wir noch sehn
neues Leben
und die Freude
ja, es würde weiter gehn
Doch dann
du hattest deine Gründe
gingst du für immer fort
und wärest nicht ein einzig Mal
zu uns zurück gekehrt
auch nicht an unser Grab
Als hättest du ihn ausgelöscht
den Ort, den Tag
und seine Menschen
sie haben oft an dich gedacht
mit ihren guten Wünschen
Und an deine Kinder
schmerzvoll war’s,
sie zu verlier’n
das Leben miteinander

für Onkel Karl,Tante Anna und für Hansruedi