Schwiige isch nid immer Gold

Manchmal wird das Schweigen zwischen Menschen so laut
dass einer sich die Ohren zuhalten muss


Im Dorli drin schwigts eländ lutt
sit me ihm het gseit
dass me ebe schwiige wett
will mes nid vertreit

Ja, was denn? Was vertreit me nit?
Isch’s öppe d’Wohret, säg?
Derbi wärs aller höchschti Zyt
und s’Gspröch der einzig Wäg

Dr einzig Wäg um sich z‘verstoh
isch d’Tatsach zerscht z‘verträge
dass ein nid s‘Gliiche fühlt wie du
und d’Gfühl – dörf jede säge

Villicht hesch dich no gar nie traut
vo eigne Gefühl z’verzelle
und s’Rede isch dir nid vertraut
au wenn’s no gärn hetsch welle

Doch het e jedes Gfühl en Grund
und jede Grund si Gschicht
drum loss es zue zur rächte Stund
bevor gar alls zerbricht

Irgendeinisch isch es z‘schpoot
und s‘git vom ewig Schwiige
ä Tinnitus wo nüm vergoht
wo immer luut wird bliibe

vielleicht wird’s noch werden

Ein Jahr ist es her
und immer noch schwer
man weiss nichts Genaues, nur ungefähr 
    
und hat das Gefühl – es endet nie mehr

Überall Zone
keiner geht ohne
es dreht sich alles nur um die Krone

Und manch einer betet – oh Herr, verschone!

Nur, war’s zu vermeiden
dass wir jetzt leiden?
Die Krise – was will sie uns eigentlich zeigen?

Will jemand was sagen, wer bricht das Schweigen?

Es sind auf Erden
noch andre die sterben
Die Zukunft gibt’s nur gemeinsam zu erben

Wer weiss vielleicht – vielleicht wird’s noch werden

Was eimol isch gsi

Was eimol isch gsi
und denn lang nümm,
isch plötzlich wieder
dis Lache, di Stimm
Du bisch es, isch’s möglich
nach so langer Zyt
gsehn ich dich wieder,
dass es so öppis git!
Vertraut und doch neu,
zwüsche nöch und no fern
gschpüre mer bedi,
mir hend eus no gern

für meinen Schulschatz
(mit Blume in der Hand)
den ich nach 45 Jahren wieder getroffen habe

und wo ist die Brig?

Traum vo dr Erkenntnis

Gott hett hütte i de Nacht
bim Dorli churz es Bsüechli gmacht
und hett ihm gseit: „Los emol zue,
ei Sach git mir eifach kei Rueh.
Es goht um d’Schöpfig – weisch, de Bricht,
in Wohrheit isch es nur ä Gschicht.
Es het vor Adam und sir Frau
scho Zyte geh und Mönsche au.
I ha dr das nur welle säge
und dass di nid verchopfsch drwäge.“

S’Dorli het drab scho chli gschmunzlet
doch plötzlich hett es d’Stirne grunzlet,
denn uf eimol wird ihm klar,
wie tüüf die Botschaft und wie wahr.
Am Änd isch’s anders, als mer meine
und wüsse tuets jo eh e keine.
Nur – isch wäge däm die Gschicht
nid eifach falsch, sie het scho Gwicht.
Zwüsche de Ziile stoht vill meh
als me mängisch grad will gseh

Das het jetzt s’Dorli welle säge, und ja
verchopf die ruhig chli drwäge

verchopfe – sich zuviel Gedanken machen

S’Dorli und sini Tierli

S’Dorli findets gar nid nett
jedi Nacht elei im Bett
drum schloofts mit villne Tierli ii
um z’Nacht nid ganz eleini z’si
Chüssi hets au meh als eis
uf em Bett wie ime Kreis
und äs zmitts drinne träumt wie immer
es chiem si grossi Lieb is Zimmer
würdi Tier und Chüssi büschele
und näbe ihns sich häre kuschele 

Chüssi – Kissen
chiem – käme
büschele – ordnen