Am Tag
won er mich vorgstellt het
bi sich dihei
het s’Mami gseit:
«Ich bin stolz uf dich, min Sohn!»
und het’s so gmeint
het en aaglacht und en küsst
Denn hani gwüsst
sie liebt mi au
als sini Frau

zum Andenken an mein Schwiegermami
vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Am Tag
won er mich vorgstellt het
bi sich dihei
het s’Mami gseit:
«Ich bin stolz uf dich, min Sohn!»
und het’s so gmeint
het en aaglacht und en küsst
Denn hani gwüsst
sie liebt mi au
als sini Frau

zum Andenken an mein Schwiegermami
Klirrend kalte Winternacht
und viele tausend Sterne
haben sich heut aufgemacht
und leuchten in der Ferne
Es berührt mich sonderbar
ist‘s auch schon Jahre her
bleibt wie das Funkeln wunderbar
noch jene Nacht vor mir
Ein Sternenmeer hat uns gegrüsst
Zeugen ohne Zahl
als du mich damals hast geküsst
wohl hunderttausend mal
Ohne Schuld und ohne Ziel
mächtig wie die Berge
war unser erstes Liebesspiel
vom Schönsten auf der Erde
Und seh ich heute über mir
der Sterne hellen Klang
ist’s mir als käm ein Gruss von dir
der Himmelsbahn entlang

Ich hab mich aufgemacht
mit euch
das Nest verlassen
Ich wurde gross
mit euch
bin ich gewachsen
Ich hab die Welt
mit euch
entdeckt und sie bestaunt
ich habe viel gelacht
mit euch
und auch geweint
Ich habe mich gestritten
mit euch
und pubertiert
Ich hab mich oft geärgert
und mich
mit euch versöhnt
Ich habe mich verändert
mit euch
den Blick gewandt
und bin mit euch
gegangen
in manches „neue Land“
Stark bin ich geworden
mit euch
hab ich die Angst verlor‘n
Ich hab das grosse Los gezogen
für euch
zur Mutter auserkor’n
Ich möchte immer bleiben
mit euch
und jederzeit
für euch
und eure Kinder
da sein und bereit
Mum

Tiefer als das Meer
und weiter als die Sterne
mehr als alles, was ich weiss
bis zum Anfang ferne
spiegelt sich
geheimnisvoll und klar
des Schöpfers Lieb und Wärme
in deinen Augen wunderbar

für Emilia, geb. 26. September 2018

Eins sein ist nicht die Grundlage
sondern die Krönung eines gemeinsamen Lebens
für meine Eltern
zum 60. Hochzeitstag

Du rührst mich an
mit deiner reinen Liebe
ohne Schuld
trittst du zu meinem Zelt
ach, könnte ich
den Zauber dir erwidern
unbedarft
kindlich und verträumt
Du fragst es nicht
lässt dich vertrauend ein
glaubend
dass es uns geschieht
und bergst dich
ganz im Glücke taumelnd
in meinen Armen
innig und geliebt

When I rise
a new fresh morning
when my soul
again comes back to me
It wakes me up
and tells me all the stories
all my dreams
and where I went to be
Oh, how I long
how much I miss your presence
when I heard
I was all night with you
If only could
a day return those moments
and when I rise
you would be next to me
Ich sag von meinem besten Fremd
sicher auch er ist mein Freund
obschon ich weder weiss wo er
zuhause ist und vieles mehr
was man so kennt von einem Freund
weiss ich nicht, denn er ist fremd
ziemlich weit am andern Ende
der Welt liest er was ich ihm sende
und die Antwort etwas später
kommt gleicherweise durch den Äther
ganz egal was unser Thema
über Gott, die Welt das Klima
ab und zu auch mal persönlich
halt wie Freunde, eben ähnlich
sind wir verbunden durch das Netz
weit entfernt doch was ich schätz
der Fremd ist mir gar wohlgesinnt
dem „fremd sein“ wegen wie mir scheint
und der Sprachen wegen auch
die wir lernen beim Gebrauch
so ists, wenn wir auch Fremde sind
irgendwie dazu bestimmt
einander nah auf solche Weise
zu sein auf diesem Erdenkreise
man kann ihn nennen online Freund
ich nenn ihn meinen besten Fremd
mein Götz ist ein Spinner
ein Schlimmer, schon immer
schon damals beim Dinner
das erste Date
und nachher im Zimmer
vergesse ich nimmer
“diesmal gewinn er!”
sagte der Spinner
und richtig
er blieb mir für immer

I han di gseh
am Bahnhof stoh
kei Zwiifel
bisches du, Antonio
I red di a
bisch überrascht
du kennsch mi grad
und lachisch
echli verläge fascht
wie lang hei mir
eus nümme gseh
und überhaupt
hei mir eus je
so richtig gseh?
I gspüres grad
de Augeblick
de ghört jetz eus
mir stiige i
was für es glück
in gliiche Zug
du und ich
zmitzt i de lüüt
es isch eus gliich
I lueg di a
und stuune
was du seisch
und wie du redsch
alls a dir isch mir bekannt
dis Lachä
dini Art
ob du’s au fühlsch?
mir sind
meh als nur verwandt
de Zug chunnt a
im Bahnhof Züri
sisch nid s’letschti Mol
wo mir eus gsend
das gschpüri
i dir und mir
isch öppis blibe hange
en Teil vo eus
im andere
wird immer Sehnsucht ha
und blange
Für min Cousin Antonio
Mir hend eus chürzlich zuefällig am Bahnhof troffe, sind in gliiche Zug iigstiege und hend mitenand gred,
wahrschinlich s’erschti Mol überhaupt i eusem Läbe. Es isch mer gsi…als hätt i no en Brueder becho…