Ich hatt ne Flasche in der Tasche
die war teuer
und fing Feuer
am Ende war die Tasche Asche
samt der Flasche
ungeheuer!

vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Ich hatt ne Flasche in der Tasche
die war teuer
und fing Feuer
am Ende war die Tasche Asche
samt der Flasche
ungeheuer!

Da war eine Frau aus Aachen
die wollte nicht mehr erwachen
der Mann wollt probieren
ihr Herz zu massieren
da musste die Frau dann doch lachen
Am Tag
won er mich vorgstellt het
bi sich dihei
het s’Mami gseit:
«Ich bin stolz uf dich, min Sohn!»
und het’s so gmeint
het en aaglacht und en küsst
Denn hani gwüsst
sie liebt mi au
als sini Frau

zum Andenken an mein Schwiegermami
Wer jemandem unabsichtlich ein Leid zufügt,
und es tut ihm dann nicht leid,
der ist ein Leider in der Tat.
So ist es leider.
ein Appenzeller…
Kennst du das Spiel das assoziiert
Ein Wort sofort das nächst gebiert?
Sag ich Hund, so sagst du Knochen
sag ich Bein, sagst du gebrochen
zu Bäume wäre möglich Wald
sag ich Winter, sagst du kalt
so geht’s weiter ohne End
ein Spiel das keine Grenzen kennt
Tausend Möglichkeiten sind
wir entscheiden uns geschwind
innert hundertstel Sekunden
haben wir das Wort gefunden
das – wie uns scheint – ist sonnenklar
das Fehlende im Wörterpaar
dabei im Spiel versunken geben
wir das preis was wir im Leben
erfahren haben und empfinden
und wie wir Dinge halt verbinden
Wenn es nicht nach unserem Wollen
ist, dass andere wissen sollen,
was ein Wort in uns bewegt
so wird die Antwort überlegt
ein Ersatz ist schnell gefunden
und auf geht es zu weitren Runden
Manches Wort ist eventuell
ungewöhnlich speziell
es fehlt uns auf den ersten Blick
das zugehörn’de Gegenstück
Auf jeden Fall ist dieses Spielchen
unterhaltend für ein Weilchen
und oft ergibt sich dann draus,
über alles Spiel hinaus
plötzlich ein Gespräch und schnell
befinden wir uns ganz reel
thematisch ernsthaft involviert
und sind herzlich interessiert
Es wird bald mehr als Spass und Spielen
probier’s doch mal mit assoziieren

…und sein Käse
Demänti Momänt
si chömä und gönd
und bliibe je länger
je lieber – am Änd
si si fascht immer
bi eim permanänt
und denn het me‘s nümme
i sine Händ
me weiss nid was säge
und nid was dänke
me chas eifach gar nümme
sälber länke
und wenn me denn find
ganz vehemänt
dass d‘Chinder
die eigene Eltere sind
denn liebi Lüüt
isch das de Mömänt
wo me mues säge
me isch demänt
Ungefähr
etwa dann
vielleicht auch früher
komm ich an
freu mich wirklich
dich zu sehen!
Wär ich später, würd es gehen?
Jedenfalls
bin ich dann dort
dafür geb ich dir mein Wort
ungefähr weiss ich Bescheid
wo der Ort
und das Datum
s‘ist doch heut?
Tut mir leid
ich bin heut sowas von zerstreut
Oder ist es etwa morgen?
Müsst ich gar nicht jetzt schon fortgehn?
Schlimmer noch
es wär vorbei
dann wär ich ja bereits dihei!
Oh mein Gott
müsst ich’s nicht wissen, wenn’s so wär
wenigstens so ungefähr?
Wenn i mol alt wird
wett i wärde
so wie Du
no chli uf Ärde
s‘Läbe gnüsse
nones Enkelchind
in d’Arme schlüsse
mit em spile
mich verwiile
No öppis
s’Allererschtmol mache
i d’Bärge go
vo Härze lache
I wetti si vo Tag zu Tag
ä Luschtigi
wo jede mag
I wett no liebe
wett no küsse
I wett no
eis zwöi Gheimnis wüsse
wenn‘s cha si
wett i so bliibe
wach und gsund
i wett no schriibe
Büecher läse
und und und…
Am Änd… wie Du
so zfride möcht i si
wenn i
denn einisch gliich alt bi
für min Vati, wo hüt 84 Johr alt isch
Es isch nid immer alls eso
wie‘s usluegt
wie m‘es het verno
meischtens git‘s jo no e zweiti
no en dritti Asicht
meinti
Wemme für sich sälber prüeft
was eine seit
was eine rüeft
das, was me liest
und was me gseht
denn isch es wichtig
meischtens richtig
was me tüüf im Härze gspürt
Jedesmal
wenn ich mein kleines Enkelkind
an mich drücke
wenn ich seine Wärme spüre
und es liebkose
wenn es mir in die Augen schaut
und mein Lächeln erwidert
und wenn es dann in meinen Armen gar einschläft
dieses kleine hilflose Bündel Mensch
dann heilt etwas in mir
dann breitet sich Frieden aus
der mich mit der ganzen Welt versöhnt
So oft ich kann, lasse ich es geschehen
lasse mich heilen und berühren
von dem Wunder
das in unsere Familie gekommen ist
Heilig ist das

Da verstehe ich auch von Neuem
das Wunder der Geburt Jesu
Das Kind in der Krippe
dessen Hilflosigkeit
und Niedrigkeit uns berührt
dessen Demut etwas in uns heilt
und uns zu Liebenden macht
Imanuel – Gott mit uns
bedeutet das nicht Versöhnung
und Frieden für die ganze Welt?
Heiland ist das