Gebet eines Ungeborenen

Als ich geformt wurde im Dunkeln
gewirkt in den Tiefen der Erde
waren dir meine Glieder nicht verborgen
deine Augen sahen, wie ich entstand
Sie sehen meine Unvollkommenheit
Aus der Dunkelheit rufe ich zu dir:
Schöpfer allen Lebens
wende du mein Geschick
bereite meine Nieren
und gib mir Rückgrat
damit ich gehen kann
Gott, mehre meine Tage
die schon aufgeschrieben sind
im Buch des Lebens
und mache mich vollkommen heil in dir
Wie schwierig sind für mich deine Gedanken
wie gewaltig ist ihre Zahl
Ich kann sie nicht zählen
noch kann ich sie verstehen
dennoch bleibe ich bei dir
jetzt, und für alle Tage meines Lebens

angelehnt an Psalm 139
gewidmet der Mutter des kleinen Jungen, dessen Geburt sie mit Freude, aber auch mit Sorge erwartet

 

Ohne

Ohne jene Augenblicke
wo Menschen sich begegnen
ohne es zu planen
ohne viele Worte
sich verstehen
und das Wunder ahnen
sich verbunden fühlen
ohne Zweifel
wenn sie spüren
es ist gross
ohne jene Augenblicke
wäre unser Leben
ohne Glück
ein traurig Los

 

ich hab ein Wunder gesehen

das Telefon klingelte. Meine Tochter sagte…Mama, komm, dein Enkelkind ist da! Ich nahm die kleine Buba, meine grosse Enkelin, an der Hand und lief los…..

 

Eilend durch die dunklen Strassen
einer kalten Winternacht
hielt ich dich in meinen Armen
und du hast mich angelacht
tanzend, jauchzend, übermütig
mit dem einen Ziele nur
liefen wir einander haltend
Träumende auf weiter Flur
atemlos sind wir gekommen
u
nbeschreiblich der Moment
s
taunend, völlig mitgenommen
n
ahmst du seine kleine Hand
a
ls würde er erzählen wollen
v
on dem Orte wo er war
Schaute er in unsere Augen
w
ar’s uns allen offenbar

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