ohne Schuld

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Du rührst mich an
mit deiner reinen Liebe
ohne Schuld
trittst du zu meinem Zelt
ach, könnte ich
den Zauber dir erwidern
unbedarft
kindlich und verträumt

Du fragst es nicht
lässt dich vertrauend ein
glaubend
dass es jetzt geschieht
und du bergst dich
ganz im Glücke taumelnd
in meinen Armen
innig und geliebt

 

Gehorsam

Manche Menschen folgen nur
Gehorsam ist ihr Los
folgsam tun sie was von ihnen
einer fordert rigoros
so wurde auch gesetzestreu
– die Menge schrie danach –
gefordert, dass man Jesus töt
weil er die Regeln brach

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Darum bedenke dein Gesetz
was Recht und Wahrheit ist
auf dass du nicht den andern schlägst
und selbst die Regeln brichst
wahre Liebe fordert nicht
sie ist, wenn es denn soll
das Gesetz, das einzig gilt
dem ich Gehorsam zoll

Bildquelle: commons.m.wikimedia.org

 

Frühlingserwachen

 

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Es Schneehepaar ir Früehligsunne
schmelzt vor Liebi und vor Wunne
es seit der Maa:
„Oh lueg das aa,
mim Rüebli isch en Salto glunge!“ 

d‘Schneefrau luegt und muess grad lache
„Ei, was git es au für Sache!
Do chömmer grad
s’isch jo parat
mitenander Liebi mache!“

Ausziehen

Ausziehen
mutig
sich wagen
zu fragen
Neuland
betreten
Wege zu gehn
neugierig sein
die Welt
und sich selber
entdecken
und schmecken
manchmal
auch irren
stolpern
und lernen
nach vorne
zu sehn
Das Leben
ist reisen
ist suchen und finden
hoffen und glauben
und überwinden
ist Weisheit
und Demut
und Liebe mehren
um schliesslich
am Ende
dankbar
und glücklich
nach Hause zu kehren

24876153 - path in the field and sunset. rural landscape

Bildquelle: https://de.123rf.com/

 

Glockengeläute

Wenn Glocken läuten um Mitternacht
ergreift mich das Wunder erneut
als würde stehen vor ihrem Spiel
die Zeit und die ganze Welt

ihr Klang trägt mich wie auf Flügeln davon
es kehren die Tage zurück
die Glocken im Turme jubeln im Chor
zu Freude und Liebe und Glück

und war es auch schwer, der Glockenklang hüllt
den Schmerz und so manches Leid
Friede umgibt mich in kalter Nacht
gleich wie ein wärmendes Kleid 

und dann wird es still
bum …bum… bum

mein Herz schlägt mit mit dem Schlag an der Uhr
die Sterne ziehen dahin
sie kommen mit in ein neues Jahr
sag Gott, wo führt  es uns hin? 

 vom Turme kommt schon die Antwort herab
begleitet von hellem Klang
die Glocken verkünden das treue Wort
ich gehe den Weg dir voran 

ein Weilchen bleib ich beim Turme noch stehn
schau hoch zu dem Sternenmeer
dort ist bewahrt was jemals geschehn
und das, was wird sein noch viel mehr

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innehalten, Augen schliessen und dem Glockengeläute zum neuen Jahr lauschen

Herbstgrüsse

 

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Herbstblatt

Wenn die Welt kälter wird
und die Natur ansetzt zum Winterschlaf,
langsam und behäbig

wie unsere Liebe sich entwickelte,
die ihre Zeit brauchte in der Stille
der gedeihlichen Entfaltung,

wenn dann ein rotes Blatt
vor mir sich drehend niederfällt
auf mein Shirt, auf meine Brust,

dann weiß ich, es ist ein Gruß,
ein lieber Gruß von dir
und ich nehme das Blatt

und behalte es für immer.

©PP

Gedicht mit freundlicher Genehmigung von Herzkoma ausgeliehen