ich bin gewachsen

Noch einmal zurückgehen
an den Ort,
wo mich die Angst packte.
Damals,
alleine in der Wüste.

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Noch einmal
die Wand hoch klettern.

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Schritt für Schritt

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Noch einmal ankommen.
Totale Freude spüren.
Und die Kraft.
Ich bin gewachsen
über meine Angst hinaus.

Herbstgrüsse

 

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Herbstblatt

Wenn die Welt kälter wird
und die Natur ansetzt zum Winterschlaf,
langsam und behäbig

wie unsere Liebe sich entwickelte,
die ihre Zeit brauchte in der Stille
der gedeihlichen Entfaltung,

wenn dann ein rotes Blatt
vor mir sich drehend niederfällt
auf mein Shirt, auf meine Brust,

dann weiß ich, es ist ein Gruß,
ein lieber Gruß von dir
und ich nehme das Blatt

und behalte es für immer.

©PP

Gedicht mit freundlicher Genehmigung von Herzkoma ausgeliehen

Ewigkeit

Gottes Werk
und all sein Planen
des Lebens Anfang
und sein Ziel
wer erfasst es
wer kann es  erahnen
wer versteht
des Menschen Daseins Sinn

Und doch
ist es das Leben
das uns liebt
und das uns tief bewegt
und die Sehnsucht
dass es ewig währet
hat Gott in unser Herz gelegt

frei nach Kohelet 3,11

schrecklich und schön

Während ich über die Berge laufe
und die wunderschöne Natur betrachte
sind meine Gedanken bei jenen
die um ihr Leben laufen
vor der Naturkatastrophe
und ausser Atem sind
während ich die frische Bergluft einatme
und mich sicher fühle
auf dem Weg nach Hause
während sie ihr Zuhause verlieren
gerade in diesem Augenblick

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uf dr Stäge

Eine Nachbarin meinte einmal,
dass ich einen Psychiater brauche
weil ich so oft die Treppe rauf und runter gehe
bevor ich das Haus verlasse

Uf dr Stäge 

 Es isch de zwölfti Mai am Morge
i mues zum Arzt und spöter no
sött i dies und jenes bsorge
bis am Mittag schaff‘is scho

 Will’s no chüel isch nimm i gschiider
schwupp…no mini Jacke mit
im Stägehuus
do chunnts mer wieder
jo genau, das hani nit
dr Lippestift zum d‘Lippe pfläge
und scho bini wieder dobe
lueg umenand
er isch doch ebe do no gläge
uf em Gstell
ar Chuchiwand?
I suech im Bad, er isch nid dött
villicht no do?
I renne ume, bliibe stoh
jede morge s’gliiche Drama
eigentlich sött i jetzt go 

Isch er ächt im Zimmer bliibe
hanen dört z‘letscht anegleit?
Jo würklich, er lit uf em Bode
sicher isch er abegheit
aber jetzt kei Zyt verliere
Lippe schmiere
Stift in Sack
und Stägen ab
zur Usgangstüre 

De Nochber isch au grad uf Wäge
er seit „Hallo“ und hebt de Huet
i triff ihn gwöhnlich uf de Stäge
rüef em no noche:
machs denn guet

 Uf em letschte Stägetritt
en Griff in Täsche…Jemmersnei
s‘Telifon isch no dihei!
Ohni das chan i nid furt
also wieder zrugg im Spurt
Stäge ufe
Stäge abe
use und zum Velo trabe
Stop!…….oh nei!
de Schlüssel isch au no dihei

 i muess doch s‘Velo chöne b‘schlüsse
aber  jetzt  bigoscht pressierts
nomol ufe!
nomol  abe!
langsam chumeni no z’schnuufe
und vorusse…. giessts

 Das dörf doch gar nid wohr si
Shit!
also mues de Schirm no mit!
S‘füfte Mol renn i scho abe
langsam g‘spür is i de Wade
jetzt aber schnäll und ab ufs Rad
Hugo Hüü, i bi parat!

 Do chunnt de Nochber wieder z‘renne
zrugg zum Huus, es isch kei Frag
er hebi öppis no vergässe
das passier ihm jede Tag

„Jo das kenn i“, säg i lachend
uf em Rad en Schwänker machend
Hugo los, kei Zyt verliere
mer müend jetz grad es bitz pressiere!

Es längt mer grad zur rächte Zyt
zum Doktershuus, s’isch nid so wiit
I park de Hugo, öffne d’Tür
gang d’Stägen uf…

Halt! Ei Momänt
es isch mer fascht
wie cha das si?
isch hüt am Änd?
min Hugo, nei!
Hüt isch erscht de elfti Ma

wie viele Male geht ihr denn die Treppe rauf und runter
oder wie oft kommt es vor, dass ihr nochmals zurück geht,
bevor ihr definitiv das Haus verlässt?

 

Souvenir

Die chlini Dita stoht verlore

im Lädeli grad näbedra

vom Ferielager i de Bärge

und luegt die schöne Sachen a

 

Am liebschte würd sie heime fahre

s’Lager, das isch nüt für si

gäb‘s nid das Maitli, wo si plooget

wär‘s villicht no andersch gsi

 

S‘Lädeli isch wien‘en Troscht

mit sine schöne Sache

und Dita weiss denn plötzlich au

was sie chönnti mache…

 

Ich chauf mir doch es Souvenir

vo mim Feriebatze

und Eis für alli, wo dihei

das würdet‘s sicher schätze

 

Natürlich längt das Gäld nid wiit

nur grad für’s Murmeltier

es bitz enttüüscht drückt si’s an sich

du Chlises – ghörsch jetzt mir.

 

Am Obe nimmt sie alle Muet

goht und frogt de Leiter

„chasch du mir nid…?“

„doch doch, ich chan

es bitzeli chan i“, seit er

 

Jede Tag chauft Dita jetzt, 

im Lädeli es Gschänkli

und zobe sitzt si denn

bim Lagerleiter uf em Bänkli

 

Und de git ihre immer wieder

no en Batze druf

bis eines Tages meint er denn

„Maiteli, jetzt isch Schluss!“

 

Schluss isch‘s au mit Lagerläbe

Dita isch so froh

d’Gschänkli het si alli packt

d‘Eltere sind scho do

 

Fröhlich seit sie jedem „tschüss“

jetzt cha si wieder lache

und dihei – was werdet‘s ächt

für grossi Auge mache?

 

Wenn Dita denn us ihrem Sack

die schöne Gschänkli nimmt

und jede vor Familie

vo ihre eis bechunnt?

 

De Vati ladet d‘Koffer uf

„hesch au nüt vergässe?

Mir wei fahre,“ seit er denn

„und nöime no go ässe.“

 

Dita isch versöhnt mit sich

es isch doch ganz guet gloffe

do chunnt de Lagerleiter no

und sait:

„Ei Rächnig wär no offe…“

16016959 - cute ground squirrel in banff national park, canada

Bildquelle: https://de.123rf.com/

 

Tinnitus

Tinnitus, du chlini Muus

hocksch mer in de Ohre

und wenn‘s dusse ruhig wird

fosch drin afa suure

chlini Muus, i chas nid ha

chasch nid bitte höre?

mich tuet das Grüsch i mine Ohre

unwahrschinlich störe

s‘Müüsli seit, los guet du Mönsch

de Ohreschmalz würd nütze

putz dine Ohre lieber nümm

das chläbrig Züüg tuet schütze

Gesagt getan und siehe da

s’Müüsli het nid glooge

sither schloof i zobe i

ohni Grüsch

chan‘s sälber fascht nid gloobe

verwandt

Niid und Wuet ha
ufenand
Meinige gönd
usenand
überenander
Schimpf und Schand
am Schluss isch alles
abenand

obwohl –  mir si doch all verwandt!

sich zämerisse 
und enand
vergeh, will mir wei
mitenand
s‘Läbe teile
fürenand
do si Fröid ha
anenand