Steinobst

Die Ernte dieses Jahr im Rhein
betreffend Steine war sehr klein
Vor allem war das Wetter nasser
die meisten Inseln unter Wasser
und es fehlte  allgemein
die Zeit für einen Augenschein 

Doch hat der Rhein mich nicht vergessen
und mir was Schönes da gelassen
Die Freude war natürlich gross
ein Apfel welcher makellos
und der – nach meinem gut Ermessen
niemals faul wird noch gegessen
Steinobst halt
😂

Shabbeees!

Shabbeees!

Schöpfer vor Wält
dir ghört alli Ehr
es rüehmt dich d’Erde
und s’himmlische Heer

Du hesch alls gschaffe
du hesch alls tue
hesch d’Wuche gsägnet
de Shabbes und d’Rueh

Sägne du jetze
die Nacht wo chunnt
und sägne de Mond 
am Horizont

Sägne du d’Mönsche
und alles Veh
allem wo rueht, 
mögsch du Friide geh

Sägne de Shabbes
und was er eus bringt
Freiheit zum Sii
schänk, dass es eus glingt

Bewahr eusi Herze
a jedem Ort
sägne d’Gedanke
und eusi Wort

Bewahr euse Nochber
bewahr euse Find
und tröschte du alli
wo truurig sind

Schänk, dass mer wohri
Mönsche wärde
und s’Shabbes wird
uf de ganze Ärde

s‘isch Shabbeees!

Bildquelle Betruf: NZZ, Karin Hofer/ Lünersee Brigwords

Know, who you are
take a break
keep Shabbes

keine Zeile wert

Ich habe gar keine Worte
geschweige denn eine Träne
zum Heulen, so sinnlos die Sache
und dass ich sie hier noch erwähne

Nur – dieser Kloss in der Kehle
der schmerzt eventuell eine Weile
Ach was, ich werd’s schon verdauen
im Grunde, nicht wert eine Zeile 

Acht Zeilen waren das jetzt!

Ahnen

Hast du
eine Ahnung
von deinen Ahnen?
Kennst du
sie alle mit Namen?
Ihre Familien und ihre Fahnen?
Wann sie gelebt,
in welchem zeitlichen Rahmen?
Weisst du
woher sie kamen
auf welchen Bahnen?
Ob manche wohl eine schiefe
oder sich gleich
das Leben nahmen?

Hast du
jemals erfahren
wer sie waren?
Was sie beruflich unternahmen?
Waren sie Freie?
Herren?
Waren sie Untertanen?

Kannst du
erahnen
die Dramen
die damals waren?
Und gibt es solche
die dich ermahnen?

Weisst du
von welchem Samen
du…?

Was wirst du
bewahren
von dem was du weisst
von deinen Vorfahren?

Meine Ururgrosseltern väterlicherseits
Johannes und Karolina
sie hatten 18 Kinder!

Eines von ihnen war Emma, meine Urgrossmutter
Sie arbeitete tagein tagaus als Posamenterin (Seidenbandweberei)
am Webstuhl, derer ganze drei in der grossen Stube standen
Für 10 Stunden pro Tag gab es 10 Fränkli
Mein Vater erzählt, dass sie als Kinder oft mithelfen mussten

Mein Grossmutti mütterlicherseits
Sie hatte 10 Kinder gross gezogen, 2 Webstühle bedient.
Der Grossvater war Alkoholiker und starb bevor ich geboren wurde.
Jahrelang musste sie ihr Gesicht verbinden, da sie an Hauttuberkulose litt
Die letzten fünf Jahre ihres Lebens durfte sie bei uns verbringen.
Ich erinnere mich gerne an ihre fröhliche Art, und dass wir mit ihr gesungen haben
Noch sehe ich sie vor dem Lavabo sitzen mit ihren langen schneeweissen Haaren, die ich immer gerne gekämmt habe.
Meine Mutter sagte dann oft: Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und vor einem weissen Haupte niederknien.


wasserschüüch

S’Dorli isch als chlises Chind
im Schwimmbad fascht vertrunke
ä Maa hets grettet grad no gschwind
sus wärs am Bode gsunke

Sit denn isch es em Dorli gliich
wenns nid is Wasser mues
isch’s heiss
denn sitzt’s am Strand ganz schüüch
und badet sini Füess

Du kennsch mi Götz

Du kennsch mi Götz, du weisch alles besser
Götz, du kennsch mis Härz
Du kennsch mi Götz, du weisch alles besser
mis Glück, min Schmärz – du weisch alls
du kennsch mi besser

Drum lo mi nid elei
du bisch mi Geborgeheit
bi dir bin i dihei
bi dir fühleni mi treit

I kenn di Götz, i weiss alles besser
Götz, i kenn dis Härz
i kenn di Götz, i weiss alles besser
dis Glück, din Schmärz – i weiss alls
i kenn di besser

Drum blib au i bi dir
wenn d’mi bruusch denn bin i do
du bisch dihei bi mir
und i lo di niemols go

Ja, mir gönd mitenand
mir hebet zäme uf em Wäg
es Läbe fürenand
a guete und a schlächte Täg

Mir kennend eus, mir zwei wüssets besser
du mi, und i kenn di
mit jedem Johr wirds no einisch besser
mir kennend eus bedi, mir zwei
mir wüssets besser

für meinen Götz
zum 25. Hochzeitstag

der ewige Spötter

Kein Blick, kein freundlich Gruss
geschweige denn die Hand
doch kaum betritt sein Fuss
ist jeder wie gebannt
man duldet anfangs mit Verdruss
sein Gastspiel angespannt
bis es jedesmal zum Schluss
es liegt ja auf der Hand
kommt, wie es kommen muss
weil die Lage nicht entspannt
und sich jeder bald im Schuss
seines Spottes ducken muss

man flieht das Land

Phallussteine

Beim Steine suchen hin und wieder
finden sich auch Männerglieder
dünne, dicke, kurz und lange
krumme und auch richtig stramme
manch eines ist ein richtig Schwert
eines Mannes Schmuckes wert!
Doch für meine Kollektion
muss neben der Erektion
(sind ja alle steinhart, gell 😀)
die Eichel deutlich sichtbar sein
und sonst ist es kein Phallusstein

ein Manndala

Heimat


Ich liebe es, das kleine Dörfchen
mitten in dem Frenkental
Ich freue mich an seinen Hügeln
und den Weiden, jedesmal

Ich liebe ihn, den Duft des Waldes
und der Wiesen nebenan
wo die Schlüsselblumen blühen
wie sie’s damals auch getan

Ich liebe sie, die alten Häuser
in vielen hab ich schon geweilt
Geschichten die sie mir erzählen
aus meiner schönen Kinderzeit

Ich liebe sie, die lange Strasse
auf welcher ich zur Schule ging
wo ich oft anstatt zu laufen
bunte Schmetterlinge fing

Ich liebe sie, die alten Bäume
die wohl hundert Jahr schon stehn
und – wenngleich sie auch schon knorrig
jeden Frühling wieder blühn

Ich liebe sie, diejen’gen Menschen
die aus jener frühen Zeit
mir ein Gefühl von Heimat geben
etwas wie Geborgenheit

Ich liebe sie, die alten Zeiten
oft geschiehts und ich bin fort
auch in Gedanken reis ich gerne
immer wieder an den Ort