Spuren

Welches zauberhafte Wesen
setzte jemals seinen Fuss
auf die Erde und liess hinter 
sich die Spuren in dem Fluss?

Wie kommt es nur, dass ICH sie finde
ausgerechnet und auf Stein?
Unverwüstlich wird auf ewig
dies für mich ein Rätsel sein

hart wie Stein

Ich traf den Herren heut beim Baden
und dachte mir, es könnt nicht schaden
ihm ein liebes Wort zu geben
sicher ist’s nicht leicht, sein Leben
Auf die Frage, wie’s ihm gehe
meinte er, dass man’s ja sehe
und ich doch keine Ahnung hätte
vom Leben in des Flusses Bette
Ständig würde er von Steinen
geschubst, sogar schon von den Kleinen

Da tat‘s mir leid um solch ein Los
und legte ihn auf meinen Schoss
Ich fragte, ob es ihm genehm
wenn ich ihn nach Hause nähm
nur – er müsse mir versprechen
ab und zu auch mal zu lächeln.
Da sagte er: „Du musst verzeihn
Ich bin nun mal so hart wie Stein
Da blieb am Schluss der Herr im Fluss
dort liegt er noch am selben Ort
und wird geschubst in einem fort

mein schönster Gewinn

Die Jahre ziehen wie Wasser im Fluss
und spülen so manches an Land
mal ists Geröll, mal ein freundlicher Gruss
des Lebens Spuren im Sand

Und manchmal glitzern die Sterne darin
und künden von Jubel und Glück
Mädchen, du warst mein schönster Gewinn
denk ich an dein Kommen zurück

Du brachtest mir Freude und Tränen zugleich
das Wasser stieg manchmal gar hoch
doch waren die Jahre wie nie zuvor reich
und reich sind sie immer noch

Oft halte ich inne – ich liebe es sehr
am Fluss Deines Lebens zu stehn
und wünsche, er bringt dir an Gutem noch mehr
mein Kind, deine Welt ist so schön

zu Fuss im Fluss

mit den Enkeln beim Steine suchen auf der Kiesinsel fand ich diesen Fuss…

fuss (Medium)

Ein Fussdruck aus Stein
fand ich gestern im Rhein
und hätte fast samt
den Buben das Land
nicht mehr erreicht ganz allein…

Ich nahm sie zur Hand
die Kleinen, sie liefen
und Wasser triefen
in Schuhe und Socken
wir waren nass
und ziemlich erschrocken

Doch welch ein Glück
wir kamen zu Fuss
von der Insel im Fluss,
zurück auf das Land
und sahen grad noch
wie diese verschwand