gibt mir Zeit…

Ich hab noch nie im Leben ein echtes Haus gebaut
noch habe ich mir selber ein eignes Bier gebraut
ich hab noch keinen Abschluss der Uni hingekriegt
ach hätt ich schon die Spitze des höchsten Berg berührt

Ich kann nicht musizieren, dazu fehlt mir der Takt
ich kann nicht wirklich malen, schon gar nicht einen Akt
ich hab noch nie mit Löwen gerangelt und gespielt
mit meinen Kurzgeschichten noch keinen Preis erzielt

Ich weiss nicht viel vom Kosmos und wie die Sterne stehn
ich hab noch nie im Stadion ein Fussballspiel gesehn
beim Schachspiel hab ich niemals, auch einen nur besiegt
ich bin noch nie geflogen, gleich wie ein Vogel fliegt

So viel möcht ich erleben, so wenig Zeit bleibt noch
für alle meine Träume auf dieser Welt und doch
den einen Traum, den leb ich, der mehr als alles wiegt
und dessen tiefe Quelle auf ewig nie versiegt

Die Menschen nur zu lieben, bedingungslos und echt
Mitmensch sein für jene, die mit mir gehn ist recht
Oh Gott, gib mir die Zeit, und dass der Tag nicht flieht
nicht ohne dass ich weiss – ich habe heut geliebt

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am Anfang war das Wort בראשית היה הדבר

Gott sprach und es wurde

Alles ist durch das Wort gemacht

Sprich nur ein Wort, so werde ich gesund

Achte auf deine Worte, sie werden zu Taten

 

In der hebräischen Sprache ist sprechen und Sache das gleiche Wort

דבר

davar – Sache / diber – er sprach / dover – Sprecher

midbar – Wüste (wörtlich: von wo das Wort herkommt)

aseret hadibrot – die zehn Gebote

Ohne Worte ist nichts gemacht, was gemacht ist. Das Wort wird zur Sache. Jede Schöpfung  war zuerst ein Gedanke und ein Wort. Auch das, was wir nicht sehen, wird geschaffen durch das Wort. Worte der Erbauung oder der Zerstörung, Worte die verbinden oder trennen, Worte der Liebe oder des Hasses…sie gehen aus und vollbringen, zu was der Mensch sie sendet

sei ein Mann! תהיה גבר

„Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten
noch vor dem Kaiser kriechen.“

  Benjamin Franklin

                 In der hebräischen Sprache wird das Wort Mann mit der Wortwurzel „Gimmel-Bet-Resh“ gebildet, welche für stark sein, Stärke gewinnen, erobern und überwinden steht

גבר

Gever ein Mann / Giborein Held, ein Überwinder
hitgaberüberwinden, stark werden / gavriut –  Männlichkeit
Gabrielmein Held ist Gott

mit den gleichen Buchstaben wird das Wort „erwachsen sein“  gebildet:
bogerErwachsener, erwachsen sein / bagarerwachsen werden, reif werden

Natürlich macht ein Wort einen Mann noch lange nicht Mann, geschweige denn zum Held oder Überwinder. Aber er darf sich ermutigt fühlen, einer zu werden. Es ist seine Bestimmung! Übrigens…Geveret (heb. Frau) , chere Madame! Auch sie dürfen eine Heldin sein.

 In der heutigen Ausgabe von 20 Minuten habe ich zufällig einen Artikel gefunden, der das Thema „Mann sein“ in Bezug auf Familie zum Inhalt hat

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/-Die-Welt-braucht-Maenner-statt-Jungs–14075109

 

 

 

tabu

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lasst bloss den Hund begraben

dort wo er ruht, in Ruh

wir wollen ihn nicht hören

haltet die Ohren zu!

 

Heilig ist die Wahrheit

unantastbar gross

jetzt bellt sie wieder drohend

der Hund, der Hund ist los!

 

Gebt ihm einen Maulkorb

erschlägt ihn, wo er ist

er gräbt an unsern Pfeilern

dieses freche Biest

 

Stemmet die Fassade

es könnte sonst geschehn

dass in nackter Blösse

wir alle untergehn

Bildquelle: https://de.123rf.com/

erstens kommt es anders…

Erstens kommt es anders
zweitens als man denkt
ist nicht für alle Menschen
ein Satz der lustig klingt

 Wichtig scheint mir aber
wenn‘s ernst wird ab und zu
sich nicht gleich erhängen
nur alles mit der Ruh 

Weil drittens gibt es immer
ein Weg der gangbar ist
wenn man mit Lieb und Wahrheit
seine Schritte misst

Manch einer blickt dann viertens
mit Dankbarkeit zurück
 Im Leben kommt’s oft anders
und oft zu unserem Glück

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Text und Foto: © Brigitt Meier

Shalom alechem / Friede mit euch

Seit langem bin ich wieder mal alleine zuhause. Kein Mann, keine Kinder, keine Gäste. Es ist Gründonnerstagsabend. In den Geschäftstrassen ist es ruhig geworden. Noch ist es Tag, ein paar Kinder spielen im Hof und die Vögel zwitschern ein Abendlied. Es riecht nach Frühling. Ich freue mich auf die kommenden Feiertage.

Es ist mir grad recht, alleine zu sein. Zeit zu haben. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Es geschieht so viel in meinem Leben und auf dieser Welt.

Shalom. Ganz spontan kommt mir dieses Wort in den Sinn. Nicht nur ich, wir alle sehnen uns nach innerem Frieden und Frieden auf der Welt.

Was mag Jesus, an den wir uns in diesen Tagen erinnern, an jenem Abend vor seinem Tod, als er sich in den Garten Gethsemane zurück zog, durch den Kopf gegangen sein?

Shalom, das hebräische Wort für Frieden meint viel mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Es bedeutet Ganzheit, Vollkommenheit im Sinne von Frieden mit Gott, mit den Mitmenschen und mit sich selbst. Ein Ja zum Leben haben.

Von der gleichen Wortwurzel wie Shalom wird auch das Wort „leshalem“ gebildet, welches bezahlen heisst. Frieden und bezahlen – das gleiche Wort.

Frieden hat einen Preis. Er ist nicht einfach da. Es ist nicht einfach gut mit uns und auf dieser Welt. Wir sind herausgefordert, etwas zu tun für den Frieden. Jeden Tag aufs neue.

Jesus hat für den Frieden gelebt und ist letztlich dafür gestorben. Nicht zu Unrecht wird er, als der im alten Testament versprochene Friedefürst bezeichnet. Mit seinem Tod hat er den ganzen Preis bezahlt für die Kluft die zwischen Himmel und Erde ist. Seine Botschaft ist:  Gott liebt die Menschen und hat ihnen vergeben.

das mag fantastisch klingen. Ist es auch. Wer es glauben will, darf es.  Darf glauben, dass Gott Frieden mit ihm geschlossen hat.

Und wer das weiss, kann Frieden schliessen mit seinen Mitmenschen und mit sich selbst.

Shalom alechem

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die uralten Olivenbäume im Garten Gethsemane, wohin  Jesus sich vor seinem Tod zurückgezogen hat