Mönscherächt

S‘Dorli wär das isch scho klar
hät’s früehner gläbt gli gstorbet
als Häx hätt mes wäg sine Haar
zu dere Zyt ermordet

Es wär au gschtorbe, will es sait
grad use was es dänkt
d’Obrigkeit hätts nid vertreit
und d’Chirche hätt’s grad ghängt

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„Zum Glück!“ hets dänkt
und d’Häxeschue an Nagel ghängt
die Zyte si verbi!

Für alli Fraue?
Alli Mönsche?

Au hüt gohts villne Mönsche schlächt
sie wärde quält und gschunde
für sie gilt gar kei Mönscherächt
als wärs no nid erfunde!

Geschichte der Menschenrechte

Anna Göldi, die letzte Hexe der Schweiz

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Als junges Mädchen lauschte ich voller Spannung und Furcht dem Radiohörspiel „Anna Göldi, die Geschichte der letzten Hexe“ von Walter Wefel (1976). Ihr Schicksal hat mich mit den unfassbaren Abgründen und Abscheulichkeiten, zu denen der Mensch fähig ist konfrontiert. Ich fand damals keine Worte für das, was Anna erleben musste und noch heute kann ich das Wort Folter fast nicht hören. Nie werde ich verstehen, warum Menschen andere quälen

Folter gehört zu den abscheulichsten Verbrechen auf dieser Welt,
wenn es nicht das Abscheulichste überhaupt ist.

Später wohnte ich in dem Dorf, in dem Anna geboren wurde. Das Dorf verbindet mich mit ihr. Wir haben beide dort gelebt und manchmal habe ich das Gefühl, dass uns noch mehr verbindet…

 Anna Göldi war eine der letzten Frauen in Europa, die der Hexerei beschuldigt wurden. Sie wurde gefoltert, zum Tode verurteilt und am 13. Juni 1782 in Glarus hingerichtet.

Quelle: Wikipedia
Foto: aus dem Anna Göldi Museum in Glarus

 

Steineschicksal

 

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Mit ihrem Gewicht
treten sie täglich
auf mein Gesicht
was mich unsäglich schmerzt
es ist schlicht
unerträglich
für’s Augenlicht
und der Nase zuträglich
ist’s ebenfalls nicht
erst recht nicht den Zähnen
da ist es fräglich
wann jeder bricht

Sunntigsschuel

Dita isch gern z’Chile gange
scho wo si chli isch gsi
sie het sich gfreut und afe blange
wär nur d’Wuche schnäll verbi!

Am Sunntig denn zur Chile’n ufe
het ihres Härzli ufgregt gumpt
sie het glache, müesse schnufe
und het vor Freud es Liedli gsummt

Churz druf ab, ir Sunntigschuel
d’Chind sind alli scho im Saal
isch näb de Lehrerin en Stuehl
grad no frei – so genial!

Und Dita isch mit frohem Härz
die ganzi Stund derbi
si wär am liebschte- s’isch kei Scherz
bis Zobe spoot dört gsi
 
D’Lehrerin, am Schluss vor Stund
het – will si lieb sind gsi
es Gschänkli gha für jedes Chind
es Bild zum heime neh

Es Bild vor Gschicht, wo me het ghört
vor Bible und vo Gott
vo Jesus wo als guete Hirt
s‘Bescht für d’Mönsche wott

Dita het de lieb Gott gliebt
grad wäge dene Gschichte
und wäge der Frau Lehrerin
das tuet si hüt no brichte

der gute Hirte (1)

Kirche Bubendorf
de Dita ihri Chile,
wo anno 1974 abgrisse worde isch
http://www.geschichte.bl

ein seltenes Exemplar

 

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Dieses Phallusexemplar
ist zugegeben sonderbar
seine Herkunft ist nicht klar
und wer der Eigentümer war
ist nach vielen tausend Jahr
auch nicht mehr ermittelbar
doch macht er sich auf meiner Bar
in seiner Art als Phallusstar
eigentlich ganz wunderbar
M
ancher der ihn sieht ist zwar
verlegen erst, weil er gewahr
da steht ein Penis offenbar
und hat Berührungsängste gar
doch ich muss sagen die Gefahr
dass er lebendig wird ist rar 

Hast du noch einen Kommentar?

steinharter Knochen

Prähistorisch oder nicht
dieser Knochen hat Gewicht
Er ist beim ersten Augenschein
i
nnen hart aus Feuerstein
und aussen rum wie eine Haut
hat sich ne Kalkschicht aufgebaut
Leider ist der schöne Knochen
vorn und hinten abgebrochen
so ist es nun nicht wirklich klar
ob’s überhaupt ein Knochen war

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Herzstudie

 

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Dies ist ein Herz aus hartem Gestein
Und wirklich – das Herz könnte härter nicht sein
doch was es mich lehrt – ich wusst’s nicht zuvor
ein jedes Herz besitzt auch ein Ohr

oder zwei

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Zwar ist der Grund, warum man’s so nennt
mir und dem Internet unbekannt
es kommt einer allerdings schnell zu dem Schluss
dass man mit dem Herzen auch hören muss


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Und denkt man noch weiter – es ist fast ein Scherz
zwei menschliche Ohren bilden ein Herz
was meine These zwar dick unterstreicht
dennoch – das „Hören mit Herz“ ist gar nicht so leicht

 

 

 

 

Sälbschtgschprööch

S‘Dorli macht oft sälber Gschprööch
mit sich elei im Kreis
grad das, was ihm persönlich nöch
und niemert anders weiss

besprichts mit sich, wenn’s keine ghört
denn redt em niemert dri
es disskutiert ganz ungestört
und chan sich sälber si

Meischtens findets denn dr Rank
mit sich und mit dr Welt
si Härzenstimm isch Gott sei Dank
am Schluss die Stimm wo zellt

Stein Design

Es unterscheidet sich ein Stein
von Papier zum vornherein
doch je nachdem wie das Design
ist der Unterschied nur klein

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das Schöne an diesem Bild ist:
Ich wollte meiner Enkelin den Stein zeigen, den ich gefunden hatte
u
nd sie streckte mir das Blatt entgegen welches sie eben bemalte
Zusammen ergab sich dieses Bild. Wenn das nicht Kunst ist!
😊