das letzte Mal

Das letzte Wort
dein letztes Lachen
dein letzter Blick
ein letztes Mal
seh ich dich dort
nochmals erwachen
ein letztes Glück
ein Sonnenstrahl

Dann gingst du fort
mit dir dein Lachen
deine Hoffnung
einmal mehr
will mich der Tod
so traurig machen
Ich vermisse dich so sehr
für Nira
gest. 21. Februar 2024

am Tag danach – 8.Oktober 2023 wunderschöne Abendstimmung in Oberegg/St.Anton

mit schwerem Herzen und doch alles hoffend sind wir hier gestanden
aber in deinem Herzen ging die Sonne unter und ist nicht mehr aufgegangen


Fotoprojekt 2024/ Würfelspiel/ März

Beitrag zum Fotoprojekt 2024 von Royusch

die Würfel sind gefallen – 9 ist die Zahl – und mit der Beerdigung meiner Freundin letzte Woche fällt auch gleich das Wort – Begräbnis. Entgegen meinem Vorsatz, positive Worte auszuwählen, ist Begräbnis nun nicht gerade ein solches, aber es gehört auch zum Leben. Ich hoffe, es löst trotz der Schwere etwas Positives aus…

Begräbnisse sind in Israel zur Zeit an der Tagesordnung. Nebst den Menschen, die an Alter, Krankheit und Unfall sterben , werden täglich die gefallenen Soldaten und Opfer des Terrors zu Grabe getragen. Es ist eine traurige Zeit.

Am 12. März wurde meine Freundin Nira in Nir Yitzhak beerdigt. 

Ich habe im Zusammenhang mit dem Erdnussprojekt von Nira berichtet. Letztes Jahr begleitete ich sie noch in ihre Heimat und verbrachte dort eine besonders schöne Zeit mit ihr und ihrer Familie. Rückblickend war es ihr Abschiedsbesuch. Am 7. Oktober wurde der Kibbuz von den Hamas Terroristen überfallen. Sie zerstörten Häuser, entführten Menschen als Geiseln und ermordeten brutal, wer ihnen in die Quere kamen. Die überlebenden Bewohner mussten das Dorf tags darauf verlassen und können bis heute nicht zurückkehren. Niras betagter Vater, welcher damals als Flüchtling nach Israel kam und den Kibbuz mitbegründete, starb im Januar dieses Jahres traurigerweise als Flüchtling, nachdem er tagelang die Nahrung verweigerte.

Die grosse Trauer über die schrecklichen Ereignisse, der Verlust von Heimat, Angehörigen und Freunden und die düsteren Zukunftsaussichten rauben den Menschen den Lebensmut. Ältere Leute sind davon besonders betroffen. Nira und ihr Vater gehören dazu.


für Nira sind die Würfel endgültig gefallen
Blumen, die sie so sehr liebte, schmücken ihr Grab. 
Möge die Erinnerung an sie ein Segen sein. 

Jetzt weiss ich etwas, was du nicht weisst

Beitrag zur November Blogaktion von Petra Schuseil/Totenhemd/lustige Grabinschriften

Ich war die letzten Tage unterwegs und habe nach lustigen Grabinschriften gesucht.
Leider ohne Erfolg.
Im Internet findet man jedoch haufenweise davon.
Diese hier hat mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert


Was wir wissen
ist ein Tropfen
was wir nicht wissen
ein Ozean

Isaac Newton

Friedhof ausserhalb von Modi’in/Israel,
wo ich auf einem der Grabsteine
folgende Inschrift gelesen habe:

עוד נתראה, אבא
Wir werden uns wiedersehen, Papa

Dies zu wissen ist allerdings ein kostbarer Tropfen
🙂🙂🙂






Herbst in Poesie/Novembergrau

Beitrag zum Fotoprojekt „der Herbst“ von Royush

Novembergrau hüllt sich in Schweigen 
rauhe Winde jagen sich
düstere Gedanken fragen
plagen und bedrücken mich
 
Welt, die viel zu gross geworden
Zeit, die rasend schnell vergeht
Schicksal eines jeden Menschen
Erde die sich ewig dreht
 
Leben, dass mich überwältigt
Tod, und ob es weitergeht
Kinder, die geboren werden
Zukunft die vielleicht noch wird
 
Novembergrau hüllt sich in Schweigen
schwer und träge ist das Wort
Donner rollen und der Regen
peitscht die letzten Blätter fort

erschüttert

Wenn wir erschüttert sind
und schwanken
wenn kein einzig Wort mehr ist
sind Gottes Worte und Gedanken
unerschütterlich und fest

 Wenn wir in Trauer
fast verzweifeln
und die Zukunft nicht mehr sehn
wird sich Gott für uns ereifern
und neue Wege mit uns gehn

für Renate und David
die ihr Kind auf tragische Weise verloren haben
und für alle Menschen, die gerade verzweifelt und erschüttert sind

 Lied:  God will make a way

verbunden

Was ist es, was ich fühle
nach vielen Jahren noch?
in mir
ich spüre es ganz deutlich
lebendig, nah und doch…

ist mir nicht dein Leben
längstens unbekannt?
Freundin
was war es überhaupt
was damals uns verband? 

So oft ich an dich denke
stürmt es auf mich ein
und heut‘ in meinem Träume
riefst du mich plötzlich an:

Ich hielt den Hörer fest
in meiner Hand und lauschte

Stille

du sagtest gar kein Wort
nur die Verbindung rauschte

Für einen Augenblick

sah ich die Kinderschar

im Traum

die Deinen und die Meinen

als ob es gestern war

Wie liebte ich die Tage

die wir bei euch verbracht

Jahr für Jahr

dass es nicht so bliebe

hätt ich nie gedacht

Ich bat dich doch zu sprechen
doch blieb die Leitung still
schliesslich 
hab ich unterbrochen
mit mulmigem Gefühl 

Noch Tage später war es mir
als würd im Augenblick
das Telefon
als müsste es doch klingeln
und der Traum käm noch zurück! 

Er kam nicht, doch traf׳s mein Herz
als ich es spät erfahren
das Schweigen damals
war dein Schmerz
dein Kind – hast du verloren

in Verbundenheit für Tabita und Omer

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