Es isch Zyt
für en neue Umgang
unterenand
en Schnitt
mit de alte Zyt
Es isch Zyt
für en neue Afang
mitenand
en Schritt
in e neui Zyt
Es isch Zyt
für en neue Zuegang
zunenand
wenn de witt
es isch Zyt
vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Es isch Zyt
für en neue Umgang
unterenand
en Schnitt
mit de alte Zyt
Es isch Zyt
für en neue Afang
mitenand
en Schritt
in e neui Zyt
Es isch Zyt
für en neue Zuegang
zunenand
wenn de witt
es isch Zyt
Zu sagen: „Nun, es war mein Recht“
obwohl – dem anderen geht’s jetzt schlecht
ist Angesichts der Lage schlicht
als spuke man in sein Gesicht
Die Jahre ziehen wie Wasser im Fluss
und spülen so manches an Land
mal ists Geröll, mal ein freundlicher Gruss
des Lebens Spuren im Sand
Und manchmal glitzern die Sterne darin
und künden von Jubel und Glück
Mädchen, du warst mein schönster Gewinn
denk ich an dein Kommen zurück
Du brachtest mir Freude und Tränen zugleich
das Wasser stieg manchmal gar hoch
doch waren die Jahre wie nie zuvor reich
und reich sind sie immer noch
Oft halte ich inne – ich liebe es sehr
am Fluss Deines Lebens zu stehn
und wünsche, er bringt dir an Gutem noch mehr
mein Kind, deine Welt ist so schön

Nach Psalm 16
Jesus – bewahr du mi
I bärge mi bi dir
I säge zu dir, du min Gott!
es git käs anders Glück für mi!
Jesus – I danke dir
du hesch mis Los feschtgleit
d’Mässschnüer sind uf guetem Land,
hesch mir all de Säge geh!
I freue mi, mini Rueh isch in dir!
I priise di, du min Rat, hesch mi nie verloh
grad au z’Nacht, gspür i dis Rede, Herr
I heb di fescht vor mine Auge Herr
Will du bi mir bisch, zittereni nid
Du wirsch mir zeige der Wäg vom Läbe
d’Fülli vor Freud isch bi dir
Liebs und Schöns us diner rechte Hand
danke Herr, danke Herr für das

Text: Medea Wildemann
Hüt isch lang hüt
i machen nüt
de ganzi Tag
zell i kei Stund, kei Glockeschlag
han alles verschobe
i han eifach Zyt
vom Morge bis Zobe
isch hüt emol nüt
Und wenn öppis wär
wenn öppis wett cho
i bi für eimol, für niemer do
Hüt, mini Lüt
machen i nüt


Ist dies Gesicht ein Bösewicht?
Ich sage schlicht, man weiss es nicht.
Das irdische Leben mag Anfang und Ende haben
aber die Liebe hört niemals auf
sie ist Schöpfung ohne Ende
sie ist das Universum
in welchem wir geborgen sind

Nichts ist stärker als die Liebe
die uns trägt
und wieder zusammenführt
Es gibt schon ganz verrückte Dinge
zum Beispiel Embryo – Stein – Zwillinge
aus ihnen ist nie was geworden
sie sind im Mutterstein gestorben
doch vereint sind sie für ewig
ein Symbol für Lieb und selig

Der Rhein ist eine wahre Truhe
voll von Schätzen ist der Fluss
heute fand ich alte Schuhe
und einen Elefantenfuss


Eine einzelne Sandale
ein Pistazienwaffeleis
eine hübsche Wasserschale
und ein Herz in einem Kreis




Weiter fand ich eine Vase
und ein Schafbock Münzentier
dazu ein Herrn mit dicker Nase
und einer, der ertrank mir schier




Schliesslich war noch dieser Panther
und ein Vogel, ist‘s ein Specht?
Und was noch viel eleganter
war ein Blatt – fast wie in echt



Rhein, du hast sie in der Fülle
Steine jeder Farb und Form
ganz unwahrscheinliche Modelle
ich staune jedes Mal enorm

I just love it!