Sommerabend Allmählich wird es ruhig draussen. Die Nachbarskinder, welche eben noch fröhlich im Hof spielten, sind nach Hause gegangen Allein die Vögel zwitschern ein letztes Abendlied bis es dann dunkel und stille wird Die Fenster lasse ich mal weit offen Wer weiss vielleicht fliege ich heute Nacht irgendwo hin…
Je länger, je mehr liebe ich die Nacht In der Stille wenn alles schläft bin ich hellwach und die Zeit ist als wäre sie nicht Aber alles ist Ich kann es fühlen und du Gott bist auch
S’Dorli findets gar nid nett jedi Nacht elei im Bett drum schloofts mit villne Tierli ii um z’Nacht nid ganz eleini z’si Chüssi hets au meh als eis uf em Bett wie ime Kreis und äs zmitts drinne träumt wie immer es chiem si grossi Lieb is Zimmer würdi Tier und Chüssi büschele und näbe ihns sich häre kuschele
Jeder, der sich auf eine mehrtägige Bergtour begibt, ist sich der einfachen Übernachtungen in den Berghütten bewusst. Oft gibt es nur einen Raum mit Massenlager. Im Sommer sind die Schlafplätze meist allesamt ausgebucht. Ein Kopfkissen und eine Wolldecke schön ordentlich auf jeder Matratze hingelegt, lädt den müden Wanderer dennoch ein, sein Haupt niederzulegen und sich auszuruhen
Wie Sardinen liegt man nebeneinander, eingepackt im Schlafsack, Oropax in den Ohren und eine Taschenlampe daneben, falls die Blase mitten in der Nacht drückt… Wer müde genug ist, schläft wie ein Säugling in den herrlichen Alpenmorgen hinein. Andere drehen sich mehr wach als schlafend auf den dünnen Matratzen von einer Seite zur anderen und sind heilfroh, wenn die Sonne ihre ersten Strahlen über die Bergspitzen schickt. Noch lange vor dem Frühstück sind sie draussen vor der Hütte, warten auf den Sonnenaufgang und lauschen der erwachenden Bergwelt. Ich gehöre auch zu dieser Gruppe. Der Sonnenaufgang gehört zu den unvergesslichen und schönsten Augenblicken einer Bergtour.
Neben mir schlief eine ältere Frau. Sie war gehörlos, wie auch die anderen von unserer Wandergruppe. Die Gehörlosen haben es ja gut. Das Schnarchen der schon selig Schlafenden lässt sie völlig kalt.
Plötzlich hörte ich im Halbschlaf ein Rufen: „Mama, Mama, ich habe Angst! Es ist so dunkel!“
Ich brauchte einen Moment, um festzustellen, woher das Rufen kam. Es war die Frau neben mir, die vor Angst zitterte und immer wieder nach ihrer Mutter rief.
Sanft berührte ich ihre Schulter und griff nach der Taschenlampe, um im Lichtkegel mit ihr reden zu können.
Sie können ohne Licht nicht schlafen, erklärte sie mir, sie hätte Angst im Dunkeln. Ich platzierte die Taschenlampe so, dass ihre Umgebung etwas erleuchtet war ohne die Nachbarn zu stören und ermutigte sie, nun die Augen zu schliessen und versuchen zu schlafen. Selber legte ich mich so hin, dass ich ihr die Hand reichen konnte. Sie drückte sie ganz fest. Während ich ihre Hand hielt, beruhigte sie sich zusehends und bald war sie eingeschlafen.
Ich lag noch ein ganzes Weilchen wach. Ihr Hilferuf hat mich eigenartig berührt. Niemand sonst hatte etwas mitbekommen, aber uns beide machte das Erlebnis für den Rest der Wanderwoche zu Verbündeten…
Dammahütte über dem GöscheneralpseeSonnenaufgang in den Bergen
Wenn dein Herz ins Koma fällt weil Trauer es gefangen hält wenn es dunkel wird und Nacht vergesse nicht, wer sie gemacht der bringt auch deinen Tag zurück die Sonne und ein neues Glück