Ich schenke dir mein Königreich

Im Gedenken an Jürg

Weißt du noch vor 36 Jahren, als du mich zum ersten Mal mit zu dir nach Hause nach Liechtenstein genommen hast? Wir sind vom Baselbiet über das Toggenburg gefahren, bis nach Liechtenstein. Bevor es hinunter ins Rheintal ging, hast du beim Zollhaus oberhalb von Gams angehalten und mich gebeten auszusteigen.
Es war schon dunkel. Wir standen auf der Anhöhe und schauten hinunter auf die vielen Lichter im Tal und hinüber auf die Berge Liechtensteins. Dann legtest du deinen Arm um mich und sagtest:
„Schau, das ist mein Königreich. Ich schenke es dir!“
Und so kam es dann auch.

Du hast mir und meinen Kindern eine neue Heimat geschenkt.

Hahnenspil, 25. September 2024

Vor zwei Jahren – an deinem Todestag stand ich auf wundersame Weise
spät abends oben auf dem Berg und schaute hinab auf das Lichtermeer des Rheintales.

Ich weiss nicht mehr, was mir durch den Kopf ging.
Möglicherweise nichts.

Und dann kam plötzlich die Erinnerung zurück.
Es war mir, als legtest du deinen Arm um mich.
Und deine Worte klangen wieder an mein Ohr:
„Schau, das ist mein Königreich, ich schenk es dir!“

Seit diesem Tag
– wann immer ich auf den Berg steige
und ins Rheintal hinunterblicke –
denke ich an dich und deine Worte.

Danke.
Danke für die Heimat und für alles,
was du uns geschenkt hast.

dini Brig uf Ärde

dankbar

Es regnet, donnert und blitzt heute am schweizerischen Nationalfeiertag
Aus einem fröhlich festlichen Sommerabend draussen wird dieses Jahr wohl nichts werden
Mir ist es egal. Ich bin einfach unendlich dankbar für unser Land.

1. August 2025

Heimat


Ich liebe es, das kleine Dörfchen
mitten in dem Frenkental
Ich freue mich an seinen Hügeln
und den Weiden, jedesmal

Ich liebe ihn, den Duft des Waldes
und der Wiesen nebenan
wo die Schlüsselblumen blühen
wie sie’s damals auch getan

Ich liebe sie, die alten Häuser
in vielen hab ich schon geweilt
Geschichten die sie mir erzählen
aus meiner schönen Kinderzeit

Ich liebe sie, die lange Strasse
auf welcher ich zur Schule ging
wo ich oft anstatt zu laufen
bunte Schmetterlinge fing

Ich liebe sie, die alten Bäume
die wohl hundert Jahr schon stehn
und – wenngleich sie auch schon knorrig
jeden Frühling wieder blühn

Ich liebe sie, diejen’gen Menschen
die aus jener frühen Zeit
mir ein Gefühl von Heimat geben
etwas wie Geborgenheit

Ich liebe sie, die alten Zeiten
oft geschiehts und ich bin fort
auch in Gedanken reis ich gerne
immer wieder an den Ort




d’Sprooch vo mim Härz

Ei Sprooch isch mir
vo allne Sprooche
bsunders lieb
und bsunders nooche
I weiss nid rächt
warum’s so isch
han villi Nächt
am Chuchitisch
drum um gschdudiert
warum si mich
so fescht berüehrt
doch offesichtlich isch Ivrit
en Teil vo mir – Brigit
scho immer gsi
han‘s nur nid gwüsst
zum Glück
hei mir eus gfunde
hei‘nis küsst
s‘isch wie Heimet
wie‘nen Ort
i lieb vo ihre jedes Wort
uf mine Lippe
wenn i red
wenn i döt bi
i de Städt
mit de Mönsche
i dem Land
do schlot mis Härz
will is verstand

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Uf em Berg Tabor in Israel