
Leben berührt – Gedichte und Geschichten

ich wälze viele Gedanken
aber dann fangen sie an, mich zu wälzen
bis ich ganz platt bin
es gibt Tage
Regentage
da könnte ich heulen

Lieber Gott
Wenn ich über mein Leben nachsinne und es betrachte,
ist es als öffne sich ein Fenster an einem schönen Sommermorgen
und ein wunderbarer Tag zieht an mir vorbei…

Staunend stehe ich und schaue
wie alles war
wie es gekommen ist
dass ich so glücklich
und mich freue
und du in meinem Leben bist
Ich weiss für allezeit
du bleibst bei mir
auch wenn es Abend wird
und kommt die Nacht
die Stunde
bist du es, der mich trägt
Auf deinen Flügeln
bis ans Ende
zu jenem Lichte dort
wartet mir
und leuchtet
ein neues Morgenrot
Bildquelle: https://de.123rf.com/
Niemand kann zwei Herren dienen
entweder er wird den einen hassen und den andern lieben,
oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon
Matthäus 6,24
Mammon leitet sich ursprünglich vom aramäischen Wort (aman) אמןdas, worauf man vertraut oder ממונה(mamona) Besitz ab. Heute wird der Ausdruck Mammon eher abschätzig für Geld verwendet. Das hebräische Wort für Geld ist כסף (kesef ) und bedeutet Silber.
Von der gleichen Wortwurzel wird auch das Verb כיסף (kisef) gebildet, welches sich sehnen bedeutet. Kesef kann auch als ke’saf gelesen werden und heisst dann „wie eine Türschwelle“
Ist auch noch interessanter Gedanke, finde ich.
Geld und Besitz – das, worauf der Mensch vertraut und wonach er sich sehnt?
Geld – die Türschwelle zu….?
Kein Wunder hat Jesus im neuen Testament vor dem Reichtum gewarnt. Er meinte damit nicht den gesunden Umgang mit Geld, sondern er sprach von der Sehnsucht und der Gier des Menschen nach Reichtum und davon, dass er die Menschen in trügerischer Sicherheit wiegen lässt. Jesus wollte den Menschen eine ganz andere Währung ans Herz legen – das Vertrauen in Gott. Wer auf Gott zählt, ist gut beraten. Gott ist die Währung, die sich in Wahrheit bewährt, dann, wenn alle anderen Währungen ihren Wert verlieren. Soviel höher der Himmel über der Erde ist, soviel beständiger ist Gottes Währung als jede Irdische. Der Reichtum, der dem Menschen durch Gott zufällt ist unermesslich und stillt jede Sehnsucht über den irdischen Tod hinaus in alle Ewigkeit.
Ich wünsche dir, dass du mit himmlischem Reichtum gesegnet bist.
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden
da sie die Motten und der Rost fressen und
da die Diebe nachgraben und stehlen
Sammelt euch aber Schätze im Himmel,
da sie weder Motten noch Rost fressen und
da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen
Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz
Matthäus 6, 19-21
Wir wohnen seit vielen Jahren Tür an Tür und gehen beieinander ein und aus. Wenn wir Zeit haben, trinken wir einen Kaffee oder machen auch mal Essen zusammen. Aber meistens ist es so, dass wir etwas Kleines brauchen voneinander. Meine Nachbarin hat garantiert Knoblauch und Zwiebeln auf Vorrat…ich habe Käse und Eier. Im Notfall ist das ganz praktisch.
Ich führe ihre Hundedame aus, wenn sie arbeiten muss und sie zieht mir das Bügeleisen aus der Steckdose, wenn ich ihr von unterwegs aufgeregt anrufe , dass ich es wieder vergessen habe.
Zudem hat sie den schönsten Balkon auf ihrer Seite des Blocks. Ich habe den Schönsten auf meiner Seite. Wir mögen beide Blumen, meine Nachbarin und ich. Und wir mögen einander.
Eines Tages fiel mir auf, dass sie schon lange nichts mehr von mir brauchte. Und überhaupt wirkte sie plötzlich kurz angebunden, wenn wir uns zufällig im Treppenhaus trafen.
Mir war dabei nicht wohl und deshalb fragte ich sie bei der nächsten Gelegenheit geradeaus: „Bist du mir böse?“
„Ja, ich bin verärgert über dich“, antwortete sie ebenso geradeaus.
Ich bat sie, mir zu erzählen, was sie ärgerte.
Da wurde mir klar, dass ich mich in einer Sache zwischen ihr und einer Drittperson unnötigerweise eingemischt habe. Dies hat sie sehr verletzt. Im Zuge dessen brachte sie noch ein paar andere Situationen zur Sprache, in welchen ich ihr offenbar zu nahe trat.
Ich war ziemlich schockiert. Es war nie meine Absicht, mich einzumischen oder sie zu verletzen. Ich dachte wir wären ziemlich vertraut und mein Verhalten wäre ok gewesen. Ich habe mir nichts dabei gedacht…und was die anderen Situationen betraf – wir machten doch ab und zu mal Spässe zusammen, warum war es jetzt plötzlich nicht mehr lustig?
Es ist eben so – wenn man meint, sich gut zu kennen, überschreitet man gerne mal die Grenzen. Und das habe ich ganz klar gemacht. Mir war nun ganz wichtig, sie zu entlasten. Sie war verletzt und verunsichert und das tat mir furchtbar leid.
Ich entschuldigte mich.
Ich entschuldigte mich nochmals.
Ich fuhr zum Blumenladen und brachte ihr einen Strauss ihrer Lieblingsblumen.
Ich umarmte sie und sagte ihr, dass sie meine beste Nachbarin ist und dass ich sehr gerne habe.
Von ganzem Herzen.
Dieses Ereignis ist nun schon eine Weile her. Wir sind immer noch beste Nachbarn. Nachbarn, die auch wissen, wie man einen Konflikt lösen kann.
so, und nun sollte ich noch mit der Hundedame spazieren gehen…
Widerwärtigkeiten
werden oft wider Erwarten
zu Kostbarkeiten

Kaffee versteht jeder
in jeder Kultur
trinkt man entweder
den Kaffee ganz pur
einfach mit Zucker
mit Milch oder Rahm
auch mit Gewürzen
ob kalt oder warm…
Kaffee trinkt man gerne
man schätzt sein Talent
wo Menschen gemütlich
zusammen sind
versteht sich ein jeder
Kaffee vereint
da gibt’s kein entweder
ein jeder ist Freund

…und sollt es geschehen
es gibt kein Kaffee
einander verstehen
das geht auch beim Tee
Kaffee versteht jeder
jeden Dienstag um 19 Uhr Sprachencafe im Seecafe, Buchs SG
http://www.sprachencafebuchs.ch
Es git fascht nüt woni nid hätt
scho mit mine Gescht erläbt
me wird Experte ohni z‘welle
für allergattig Lüüt und Gselle
vo mine Bsuecher chönt i brichte
kuurligi und ernschti Gschichte
vo mänger Wiis und Läbesart
hett i es Müschterli parat
Erfahrig hani au als Gascht
mach öppedie uf Reise Rascht
bi Lüüt privat, das gfallt mer guet
und zeigt mer au, was mir nid füegt
Wemme will es Gaschthuus si
inveschtiert me öppis dri
Erfahrig isch es, me muess wüsse
was en Gascht würd bsunders gnüsse
und sälber wett meh schliesslig säge
mit Gescht isch’s schön zum zämeläbe
Drum hani do es paar nid greimti
dummi Sache, wieni meinti
zämetreit, die gilt’s z’vermiide
wemme will es Gaschthus bliibe
oder wemme umme reist
s’denn nid plötzlich vo eim heisst
säbe chunnt mir nümm ins Huus
uf kei Fall meh, de bliibt mr duss!
Im Nachhinein isch‘s zwar zum Lache
was mängi Lüüt uf Reise mache
läset sälber, s‘sch zum Schmunzle
und mängisch chli zum Stirne runzle

Ein hübsches Eis
doch lässt man’s lieber
wenn es heiss
und geht hinüber
zu der Diele
dort gibt’s kühle
Eis am Stiel
und in der Tüte
alle Sorten
erster Güte
dieses Eis
man sieht es hier
ist aus Stein
und nur zu Zier