ungefähr

Ungefähr
etwa dann
vielleicht auch früher
komm ich an
freu mich wirklich
dich zu sehen!
Wär ich später, würd es gehen?
Jedenfalls
bin ich dann dort
dafür geb ich dir mein Wort
ungefähr weiss ich Bescheid
wo der Ort
und das Datum
s‘ist doch heut?
Tut mir leid
ich bin heut sowas von zerstreut
Oder ist es etwa morgen?
Müsst ich gar nicht jetzt schon fortgehn?
Schlimmer noch
es wär vorbei
dann wär ich ja bereits dihei!
Oh mein Gott
müsst ich’s nicht wissen, wenn’s so wär
wenigstens so ungefähr?

Sternenmeer

Klirrend kalte Winternacht
und viele tausend Sterne
haben sich heut aufgemacht
und leuchten in der Ferne

Es berührt mich sonderbar
ist‘s auch schon Jahre her
bleibt wie das Funkeln wunderbar
noch jene Nacht vor mir

Ein Sternenmeer hat uns gegrüsst
Zeugen ohne Zahl
als du mich damals hast geküsst
wohl hunderttausend mal

Ohne Schuld und ohne Ziel
mächtig wie die Berge
war unser erstes Liebesspiel
vom Schönsten auf der Erde

Und seh ich heute über mir
der Sterne hellen Klang
ist’s mir als käm ein Gruss von dir
der Himmelsbahn entlang

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ich muss mal weg von hier

Ich muss mal weg von hier
weit weg mit mir
an einen Ort
wo ich mich wieder spür
Ich muss mal fort
wo keiner ist
wo mich die Weite
atmen lässt
In die Stille
wo dein Wort
deine Weisheit
zu mir spricht
Ich muss dahin
zu diesem Hort
z
u deinem güt’gen Angesicht

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Bildquelle 123rf

wenn i mol alt wird

Wenn i mol alt wird
wett i wärde
so wie Du
no chli uf Ärde
s‘Läbe gnüsse
nones Enkelchind
in d’Arme schlüsse
mit em spile
mich verwiile

No öppis
s’Allererschtmol mache
i d’Bärge go
vo Härze lache
I wetti si vo Tag zu Tag
ä Luschtigi
wo jede mag

I wett no liebe
wett no küsse
I wett no
eis zwöi Gheimnis wüsse
wenn‘s cha si
wett i so bliibe
wach und gsund
i wett no schriibe
Büecher läse
und und und…

 Am Änd… wie Du
so zfride möcht i si
wenn i
denn einisch gliich alt bi

für min Vati, wo hüt 84 Johr alt isch

es isch nid immer alls eso…

Es isch nid immer alls eso
wie‘s usluegt
wie m‘es het verno
meischtens git‘s jo no e zweiti
no en dritti Asicht
meinti

Wemme für sich sälber prüeft
was eine seit
was eine rüeft
das, was me liest
und was me gseht

denn isch es wichtig
meischtens richtig
was me tüüf im Härze gspürt 

 

heilend

Jedesmal
wenn ich mein kleines Enkelkind
an mich drücke
wenn ich seine Wärme spüre
und es liebkose
wenn es mir in die Augen schaut
und mein Lächeln erwidert
und wenn es dann in meinen Armen gar einschläft
dieses kleine hilflose Bündel Mensch
dann heilt etwas in mir
dann breitet sich Frieden aus
der mich
mit der ganzen Welt versöhnt

So oft ich kann, lasse ich es geschehen
lasse mich heilen und berühren
von dem Wunder
das in unsere Familie gekommen ist

Heilig ist das

sdr

 Da verstehe ich auch von Neuem
das Wunder der Geburt Jesu
Das Kind in der Krippe
dessen Hilflosigkeit
und Niedrigkeit uns berührt
dessen Demut etwas in uns heilt
und uns zu Liebenden macht

Imanuel – Gott mit uns

bedeutet das nicht Versöhnung
und Frieden für die ganze Welt? 

Heiland ist das

der Bärg, wo gebärt

Es isch scho so
«der Berg»  isch männlich
doch säbe do
hett nüt meh ähnlich
mit em Gschlächt vomene Maa
eher mit’re Vaaagina

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Ä Bärgfrau lit grad in de Wehe
si tuet gebäre und no ehe
mä verstoht warum, wieso
isch’s Bärgebaby au scho do
es lacht und gummt us ihrem buuch
aagleit – will das isch so Bruuch

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Ä Blick no in Geburtskanal
wo me gseht, wie’s prenatal
vor sich goht und wie sich’s windet
wie me fascht drin in verschwindet

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um denn schliesslich ganz am Schluss
usgschpuckt z’wärde – wiene Nuss

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 scho no krass