Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl,
als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann
Dietrich Bonhoeffer
vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten
Gedichte für andere zu schreiben ist schön
Selbst ein Gedicht zu erhalten, ist aber noch viel schöner
When I feel like loosing control
and when my thoughts are shaking me all
where is my phone
where is
Brig over troubled water
she will always take my call

the student
Ich erinnere mich an das Telefongespräch mit meiner Tochter an dem Tag, wo der Lockdown beschlossen wurde. Ich war ziemlich aufgelöst, da alles, was meinen Alltag glücklich machte, wegbrechen würde.
Meine Tochter sagte: „Mama, hab keine Angst. Es kann nicht so weiter gehen. Die Welt, wie wir sie haben hat keine Zukunft. Endlich fängt etwas Neues an. Freue dich darauf!“
Ihre Worte haben mich immens getröstet und bis heute klingen sie in meinen Ohren nach. Vor zwei Tagen habe ich wieder mit ihr gesprochen und auch über diese Worte, die offenbar nicht nur bei mir, sondern auch bei ihr immer wieder nachklingen. Angesichts der Angst und Unsicherheit, welche parallel mit den Fallzahlen von Covid steigen oder fallen, fiel in unserem Gespräch das Wort Achterbahn.
Genau so fühlt sich die momentane Situation an – wir befinden uns in einer Achterbahn der Hoffnung, der Angst und der Unsicherheit. Aussteigen geht nicht. Und das nächste Looping steht kurz bevor.
Aber vielleicht entdecken wir ja unterwegs, warum wir da drin sitzen, und können der ungewollten Reise sogar etwas Gutes abgewinnen.
Irgendwann ist auch eine Achterbahn zu Ende und man kann wieder aussteigen, Aussteiger werden…

Wir sind hoch hinauf gekommen
jubeln noch in unserem Wahn
und merken dann etwas beklommen
wir sitzen in ’ner Achterbahn
Gleich wird’s richtig unbehaglich
Welt kopfüber, und wir flehn
Manch einem scheint es plötzlich fraglich
ob wir die Talfahrt überstehn
Aber nach dem ersten Schrecken
noch leben wir ja – immerhin
fangen wir an zu entdecken
eigentlich ist’s nicht so schlimm
Ja, es ist fast – darf man’s sagen
beinah befreiend, dieser Schwung
und es schweigen bald die Fragen
mit wachsender Begeisterung
Es nimmt das Leben unerwartet
so plötzlich einen andren Lauf
Die Bahn ist mit uns durchgestartet
und keiner hält sie jetzt noch auf
Hinunter fährt sie bis zum Boden
zum Anfang – ja, wir gehn zurück
der Fortschritt ist erst mal verschoben
doch vor uns liegt der Weg zum Glück
Zusammen sollten wir ihn gehen
in eine Zukunft ohne Wahn
miteinander und verstehen
die Welt braucht keine Achterbahn
Not
eigentlich unnötig
manchmal aber notwendig
wenn eine Wende vonnöten
im Notfall kann Nötigung
nötig sein
ein Gedicht in Bildern












So manch vermeintlich raues Herz
ist innen fein und glatt
es schützt sich nur vor Liebesschmerz
weil’s viel gelitten hat
Nimmt’s einer zärtlich in die Hand
und löst die raue Schicht
bricht durch des Schutzes dicke Wand
sein sanfter Kern ans Licht

Ich werde leer und leerer
mit jedem Tag noch mehr
und frag mich immer mehrer
wie leer ist wirklich leer?
Und was, wenn diese Leere
mich füllt bis obenan
und ich vor lauter leer sein
nichts mehr empfangen kann?
In meinem Herzen
wohnst du
in meinen Gedanken
webst du
doch in meinem Leben
fehlst du

In my heart
you are dwelling
in my thoughts
you are weaving
but in my life
you are missing
Es isch Zyt
für en neue Umgang
unterenand
en Schnitt
mit de alte Zyt
Es isch Zyt
für en neue Afang
mitenand
en Schritt
in e neui Zyt
Es isch Zyt
für en neue Zuegang
zunenand
wenn de witt
es isch Zyt