Familie/Holsteiner Treppe

Gedanken zu den Worten auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal
Beitrag zum Mitmachding von Reiner Wupperpostille

Das Wort Familie kommt aus dem lateinischen Familia, eigentlich „Familienangehöriger“ und ist verwandt mit dem Wort Famulus oder weiblich Famula (lat. „Gehilfe“, „Diener“, „Knecht“, Plural famuli/famulae)

Auch im Hebräischen hat das Wort Mishpacha für Familie (Mischpoche) die gleiche Wurzel wie Shifcha (Sklavin, Dienerin, Hausmagd)

Ob es zwischen Familie und Diener einen etymologischen Zusammenhang gibt, sei mal dahin gestellt. Zweifellos aber gehörten in früheren Zeiten der Knecht, bzw. die Magd zur Familie.

Ich würde zudem meinen, dass es keinen besseren und schöneren Ort des «einander Dienens» gibt als die Familie. Allerdings ist es auch der aller herausforderndste Ort…

Familientag – fröhliches Wandern mit den Enkelkindern

Sommerabend

Sommerabend
Allmählich wird es ruhig draussen.
Die Nachbarskinder, welche eben noch fröhlich im Hof spielten,
sind nach Hause gegangen
Allein die Vögel zwitschern ein letztes Abendlied
bis es bald dunkel und stille wird
Die Fenster lasse ich mal weit offen
Wer weiss
vielleicht fliege ich heute Nacht irgendwo hin…

Schlaft alle recht gut

Schön im Leben, schön im Tod

Liebe Leute,
es ist nicht einfach, den Tod einer Freundin zu verarbeiten, gleichzeitig zwei quirlige Enkelkinder zu betreuen und mit ihnen am Bahnhof auch noch den Besuch aus Übersee in Empfang zu nehmen – Aussicht auf ein turbulentes Wochenende…

Das Kinderwochenende war geplant, Tochter mit Ehemann haben ihr Wellness Weekend schon lange gebucht. Der Besuch ist auch willkommen, eventuell sogar hilfreich. Der Tod allerdings kam ungeplant, wollte aber nichts desto
beachtet werden.

Eben hat mir der Bruder der Verstorbenen ein Erinnerungsfoto vom Abschied am Totenbett geschickt.
So lasse ich den Besuch gerne für einen Moment mit den Mädchen alleine spielen (sie kennen sich sehr gut) und ziehe mich zurück, um den Moment des Abschieds nochmals in Ruhe passieren lassen zu können. Ich bin so dankbar, durfte ich sie nochmals sehen. Sie lag vollkommen friedlich da, fast lächelnd, in ein weisses Hemd gekleidet, zugedeckt mit einer weissen Decke und die langen, schwarzen Haare frisch gewaschen zu ihren Schultern liegend. Die zierlichen Hände berührten einander über der Brust. Wie schön man sie hergerichtet hat! Ihr Anblick im Tod ist angesichts des Leidens, welches sie ertragen musste, ein kleiner Trost.

Oppla….da kommt gerade eine Whatsapp Nachricht auf dem Familienchat – ein Bild von meiner Tochter, wie sie well behandelt in kuscheligen, weissen Tüchern warm eingepackt auf einem Schragen liegt. (Anmerkung: altes mittelhochdeutsches Wort, bedeutet gemäß Duden z. B. Bett, [Toten]bahre, Sägebock, (auf kreuzweise verschränkten [hölzernen] Füßen ruhendes Gestell) Ihr langes Haar zu ihren Schultern liegend. Sie sieht nach der Gesichtsbehandlung entspannt aus und lächelt. Ich betrachte das Bild schmunzelnd. Es wurde aus derselben Perspektive aufgenommen, wie jenes der Freundin. Schön sieht sie aus!

Die einen richtet man her für ein schöneres Leben und die anderen für einen schöneren Tod.

Allerdings sollte man der Tochter, die freudig ihr Wellness Erfolgserlebnis teilt, den Vergleich mit einer schön hergerichteten Leiche nicht unter die Nase reiben. Das kommt ganz blöd raus.
Ja, es ist jetzt blöd rausgekommen.

Ditaaa!“

Das bin ich, entschuldigt mich bitte – die Mädchen rufen nach mir, ich muss gehen! Zurück ins turbulente Leben. Eigentlich würde ich jetzt auch lieber auf einem Schragen liegen und schön gemacht werden. In welche Richtung wär mir im Moment völlig egal.

Wie ein Blatt im Wind…


Ich hab davon geträumt,
wohl hundertmal und mehr,
ein Tag in tausend Jahren
 und wie schön er wär.

Es zogen viele Jahre
Tag für Tag ins Land
und ohne dass mein Traum
ins wahre Leben fand.

Doch hab ich unerwartet
den Tag nun doch gesehn.
Nur ist's, dass ich jetzt denke,
er wär im Traum geschehn.

Zu weit scheint jener Morgen,
zu fern der Augenblick,
den ich so sehr ersehnte,
denk ich daran zurück.

So bleiben manche Träume
wohl immer was sie sind,
hältst du sie auch in Händen,
wie Blätter sind's im Wind.

Jahreswende


Die Zeit vergeht
von Stunde zu Stund
Der Zeiger dreht
und tut sie kund

Wir schaffen und leben
darinnen und weben
und hoffen, wir kommen
nicht allzu daneben

Mal scheint sie uns kurz
und dann viel zu lange
Manch einer kommt
mit der Zeit nicht zu Gange

Doch alles geschieht
Gefreutes und Leides
in dieser Zeit
Sie gibt und nimmt Beides

Bald drängt sie uns weiter
bleibt niemals stehn
auch wenn uns nichts daran liegt
mit ihr zu gehn

Und doch hat die Zeit weder
Anfang noch Ende
Die Uhr geht im Kreise
Alles ist Wende

Vom Gestern zum Morgen
die Zeit ist nur Schein
s'ist alles geborgen
im ewigen Sein

Happy new Year

Altjahrsnacht


Wenn Glocken läuten zur Altjahrsnacht
ergreift mich das Wunder erneut
als würde stehen vor ihrem Spiel
die Zeit und die ganze Welt

Ihr Klang trägt mich wie auf Flügeln davon
es kehren die Tage zurück
die Glocken im Turme jubeln im Chor
vor Dankbarkeit, Freude und Glück

Und war es auch schwer, der Klang umhüllt
den Schmerz und so manches Leid
Friede umgibt mich in fröstelnder Nacht
gleich wie ein wärmendes Kleid

Und dann wird es still….bum …bum… bum…

Mein Herz schlägt mit – mit dem Schlag an der Uhr
die Sterne ziehen dahin
sie kommen mit in ein neues Jahr
sag Gott, wo führt es uns hin?

Vom Turme kommt schon die Antwort herab
begleitet von hellem Klang
die Glocken verkünden das treue Wort
ich gehe den Weg dir voran

Ein Weilchen bleib ich beim Turme noch stehn
schau hoch zu dem Sternenmeer
dort ist bewahrt was jemals geschehn
und das, was noch sein wird viel mehr

Ich wünsche euch von Herzen
ein gesegnetes und glückliches neues Jahr