Fotoprojekt 2023 DezemberWerdenberg/Margelkopf

Beitrag zum Mitmachprojekt „die vier Jahreszeiten“von Royusch

Wer weiss, ob es bis Ende Monat noch einmal einen so strahlend schönen Wintertag geben wird?
Deshalb kommt mein Beitrag etwas früher als sonst
mit lieben Grüssen aus dem zauberhaft verschneiten Werdenberg

Das Schloss Werdenberg – heute so niedlich und friedlich und ein allen zugängliches Museum – war einst der unerbittliche Machtsitz einflussreicher Geschlechter und der Fremdherrschaft. Anfangs des 13. Jahrhunderts unter Rudolf I. aus dem Hause der Montforter erbaut, diente es von 1517 bis zum Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft 1798 als Residenz der Glarner Landvögte.

Folgende Sage erzählt man sich aus dieser Zeit: Um Mitternacht will man eine schauerliche Stimme aus den finsteren Kellergewölben rufen hören: „Der Surberger hat recht! Der Surberger hat recht!“ Das rührt wohl daher, dass einmal ein gewisser Surberger von Stauden bei Grabs unschuldig im Schloss gefangen gehalten und hingerichtet wurde. Der eigentliche Schuldige, der damals straflos davon kam, soll nach dem Tode keine Ruhe mehr gefunden haben. Er muss als ruhe – und rastloser Geist in jenen Mauern umherwandern und dann und wann in den den engen, dunklen Burgverliesen erscheinen. Mit unheimlicher Stimme bestätigt er in eben beschriebener Weise die Unschuld des Surbergers.

Diese Erzählung will lehren, dass Recht und Unrecht nicht nur eine Frage der Zeit, sondern tieferer Dimensionen im Leben der menschlichen Seele sind. Eine Erkenntnis, die mit dem Verschwinden der Sagen in der Moderne weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Quelle Text: Das schöne Werdenberg von Jakob Vetsch, Markus Beyeler

Fotoprojekt 2023 November Werdenberg/Margelkopf

Beitrag zum Mitmachprojekt „die vier Jahreszeiten“von Royusch

Ein schöner Herbstmorgen im Werdenberg. Die Färbung der Blätter ist nicht so grandios wie in anderen Jahren und auf dem Margelkopf hat der Winter bereits Einzug gehalten

Das Burgstädtlein Werdenberg wird erstmals im Jahre 1289 erwähnt und gehört zur Pfarrgemeinde Grabs. Die Bürgerschaft erhielt 1478 gewisse Rechte, die mit dem Bau eines Rathauserweiterungen zum Ausdruck kamen. Die höhere Gerichtsbarkeit stand jedoch ehemals dem Grafen von Werdenberg zu, später den Glarner Landvögten.

Nach eigentümlicher Gepflogenheit wurden Verbrecher nicht über das Gebiet des Städtchens zum Schloss geführt, sondern über das „Schelmenwegli“, das von Lims aus steil hinaufging. dies steckte dermassen im Bewusstsein der Bevölkerung, dass die Sage umging, zu gewissen Zeiten begegne man auf dem „Schelmenwegli“ einem grossen, hageren Mann, der auf einem Schimmel reite. Sein Kopf aber sei verdreht, so dass er rückwärts schaue. Darauf sitze ein breiter Schlapphut, der mit einer Feder geschmückt sei.

Der Name „Lims“ leitet sich übrigens vom lateinischen „limes“ ab, was Grenze bedeutet.

von der Lims geht das Schelmenwegli
versteckt hinten den Häusern hinauf zum Schloss

auf halben Weg beim hinteren Stadttor