
Eins sein ist nicht die Grundlage
sondern die Krönung eines gemeinsamen Lebens
für meine Eltern
zum 60. Hochzeitstag
vom Leben berührt – Gedichte und Geschichten

Eins sein ist nicht die Grundlage
sondern die Krönung eines gemeinsamen Lebens
für meine Eltern
zum 60. Hochzeitstag

Du rührst mich an
mit deiner reinen Liebe
ohne Schuld
trittst du zu meinem Zelt
ach, könnte ich
den Zauber dir erwidern
unbedarft
kindlich und verträumt
Du fragst es nicht
lässt dich vertrauend ein
glaubend
dass es uns geschieht
und bergst dich
ganz im Glücke taumelnd
in meinen Armen
innig und geliebt
Manche Menschen folgen nur
Gehorsam ist ihr Los
folgsam tun sie was von ihnen
einer fordert rigoros
so wurde auch gesetzestreu
– die Menge schrie danach –
gefordert, dass man Jesus töt
weil er die Regeln brach

Darum bedenke das Gesetz
was Recht und Wahrheit ist
auf dass du nicht den andern schlägst
und selbst die Regeln brichst
wahre Liebe fordert nicht
sie ist, wenn es denn soll
das Gesetz, das einzig gilt
dem ich Gehorsam zoll
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Es Schneehepaar ir Früehligsunne
schmelzt vor Wärmi und vor Wunne
es seit der Maa:
„Oh lueg das aa,
mim Rüebli isch en Salto glunge!“
d‘Schneefrau luegt und muess grad lache
„Ei, was git es au für Sache!
Do chömmer grad
es wär parat
mitenander Liebi mache!“
Sich mutig wagen
immer mal fragen
Neuland betreten
und Schritte gehn
Neugierig sein
die Welt und sich selber
entdecken und schmecken
manchmal auch irren
stolpern und lernen
nach vorne sehn
Das Leben ist reisen
ist suchen und finden
hoffen und glauben
und überwinden
Ist Weisheit und Demut
und Liebe mehren
ist schliesslich am Ende
dankbar und glücklich
nach Hause kehren

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mein Götz ist ein Spinner
ein Schlimmer, schon immer
schon damals beim Dinner
das erste Date
und nachher im Zimmer
vergesse ich nimmer
“diesmal gewinn er!”
sagte der Spinner
und richtig
er blieb mir für immer

In mir ist Ewigkeit
das Grösste überhaupt
das ich empfinde
an jedem Ort
zu jeder Zeit
bist du das Leben
Wort für Wort
mit dem ich mich verbinde
Du bist der Himmel
tief in mir
der Liebe
und der Wahrheit Gründe

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Wenn Glocken läuten um Mitternacht
ergreift mich das Wunder erneut
als würde stehen vor ihrem Spiel
die Zeit und die ganze Welt
Ihr Klang trägt mich wie auf Flügeln davon
es kehren die Tage zurück
die Glocken im Turme jubeln im Chor
zu Freude und Liebe und Glück
und war es auch schwer, der Glockenklang hüllt
den Schmerz und so manches Leid
Friede umgibt mich in kalter Nacht
gleich wie ein wärmendes Kleid
und dann wird es still
bum …bum… bum
mein Herz schlägt mit mit dem Schlag an der Uhr
die Sterne ziehen dahin
sie kommen mit in ein neues Jahr
sag Gott, wo führt es uns hin?
vom Turme kommt schon die Antwort herab
begleitet von hellem Klang
die Glocken verkünden das treue Wort
ich gehe den Weg dir voran
ein Weilchen bleib ich beim Turme noch stehn
schau hoch zu dem Sternenmeer
dort ist bewahrt was jemals geschehn
und das, was wird sein noch viel mehr

innehalten, Augen schliessen und dem Glockengeläute zum neuen Jahr lauschen
…für immer geborgen sein
Kein Wort hat mich in den letzten Tagen mehr berührt als dieses
Keines scheint mir besser zu passen als Weihnachtsbotschaft und als Gruss zum neuen Jahr
Ich wünsche uns Frieden und Geborgenheit
in einer Welt, die unsicherer und liebloser nicht sein könnte
von guten Mächten wunderbar geborgen


Herbstblatt
Wenn die Welt kälter wird
und die Natur ansetzt zum Winterschlaf,
langsam und behäbig
wie unsere Liebe sich entwickelte,
die ihre Zeit brauchte in der Stille
der gedeihlichen Entfaltung,
wenn dann ein rotes Blatt
vor mir sich drehend niederfällt
auf mein Shirt, auf meine Brust,
dann weiß ich, es ist ein Gruß,
ein lieber Gruß von dir
und ich nehme das Blatt
und behalte es für immer.
©PP
Gedicht mit freundlicher Genehmigung von Herzkoma ausgeliehen