Blütenjahre

der Granatapfel, Symbol der Fruchtbarkeit

als hättest du wieder

nach langer Zeit

Wohnung genommen

in meinem Zelt

fühlte ich heute 

wie damals den Schmerz

dieselbe Spannung

ja Freude im Herz

 

Von ferne erzählt sie

mir von den Jahren

in denen wir beide

Verbündete waren

Die erste Begegnung

Ich weiss noch genau

vom Mädchen wurd‘ ich 

auf einmal zur Frau

 Jahrzehnte der Blüte

schenktest du mir

Den Traum von Kindern

verdanke ich dir

 

Damals, ich hab dich

geliebt und gehasst

Nicht immer hat mir

Dein Kommen gepasst

 Stets warst du es

DU hast entschieden

Und oft bist du mir

viel zu lange geblieben

Zu heftig warst du

Zu intensiv

Genau wie ich

Sehr impulsiv

 

Mich hoch zu reissen

war ewig dein Spiel

im Rhythmus des Zyklus

wie’s dir gefiel

um alsbald danach

im Flug noch euphorisch

mich runter zu holen

dein Tun war notorisch

 

Ein Leben im Wechsel

mal Berg und mal Tal

manchmal so kraftvoll

manchmal die Qual

 

doch dann irgendwann

haben wir beide

uns arrangiert

wir waren‘s leide

zu kämpfen und schliesslich

wurden wir Freunde

bis zu dem Zeitpunkt

der grossen Wende

 

Ich konnte es fühlen

Der Abschied naht

und ich war dafür

einfach noch nicht parat

 Ohne dich,

wie sollte das gehn

ich konnt’s mir nicht denken

ich wollt’s nicht verstehn

 

als würdest du’s wissen

ich täte mich schwer

bliebst du noch 

ein paar Jahre mehr

Wohl zu den Schönsten

würd ich sie zählen

Blüten im Herbst

sie werden mir fehlen…

 

Doch mit der Zeit

hast du’s übertrieben

es kam der Tag

und ICH hab entschieden

 ich konnte nicht mehr

nach so vielen Jahren

dein dominantes

Benehmen ertragen

 

nun war ich bereit

ich  wies dir das Haus

kein Abschiedswort

kein  Blumenstrauss

 

Du bist gegangen

und ich hab geheult

Das war‘s Tante Rosa

Nichts ist bereut

 

es warten auf mich

noch viele Jahre

erfüllende

und wunderbare

 nur jetzt, wo ich spüre,

du wärst eigentlich hier

denk ich mit Wehmut

wie schön war’s mit dir