Ulrich Schaffer | Nicht noch mehr Menschen

Ich brauche nicht noch mehr Menschen, um erfüllt zu sein.
Es reicht, mein Leben mit denen zu vertiefen,
die ihr Leben mit meinem teilen wollen.
Wir können weiter über das nachdenken, was uns angeht,
wir können neue Dimensionen erforschen
und unserer Zeit miteinander eine andere Qualität geben.
Ich möchte über das reden,
was jetzt in der zweiten Lebenshälfte,
oder im letzten Drittel oder Viertel, wichtig ist.
Auch können wir noch offener und achtsamer sein
für die wortlose Kommunikation,
für die Schwingungen, in denen unsere Seelen leben.
Vielleicht wird es auch dazugehören,
die Menschen loszulassen,
die auf verschiedene Weise ausgedrückt haben,
dass sie diese Vertiefung mit uns nicht wünschen,
weil sie ihnen nicht wichtig oder zu anstrengend ist.
Es wird schmerzen, aber es wird gut tun, frei zu sein
für den eigenen Weg.

Ich will bei denen sein,
die mich bei sich wünschen.

Ulrich Schaffer

der Steinblick

Ich leide am Steinblick beim Wandern
vor lauter Steine
kommt mir der Weitblick abhanden
mein Auge entdeckt
Grosse und Kleine
mitunter geschickt
findet es gar
ein seltenes Paar
was Glück ist
i
ch meine
das freut mich schon sehr
denn manche Steine
sind alt und antik
eigentlich alle
doch manche sind‘s mehr
und eben auch schick
darum passiert es
oft wegen einem
oder der Fülle
von schönen Steinen
dass ich den Ausblick
beim Wandern verpasse
die Augen am Boden
herum wandern lasse
es holt mich der Steinblick
doch jedes Mal ein
und lässt mich des Abends
noch steinreicher sein

 

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Andenken an die Wüstenwanderung im Negev, Israel

 

 

s’Schneewitli

Im Brockehuus han is entdeckt
s’Schneewitlibuech
es koschtbars Exemplar
genauso alt wie’n ich
und jedi Siite ufklappbar

E sones Buech hett i als Chind
gwüss veruckt gern gha
s’isch mer gsi als wien en Traum
damals, wo’nis  gseh
und drinne blätteret ha

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s‘Schneewitli drüdimensional
mit sine siebe Zwärge
die bösi Häx, de schöni Prinz
hinter de siibe Bärge
en Sarg us Glas und denne zletscht
am Königshof
es Hochzytsfescht

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i han‘s gliebt und s’Bescht –
jetz lit das Buech vor mir!
E Stimm seit liis:
Das chaufsch dr grad
doch denn – g‘sehni de Priis
du mini Güeti isch das tüür!
hundert Schtutz
das isch jo g‘schpunne
x-mol han is dreit ir Hand
und mi denne andersch b’sunne

I bi defür mit miner Tochter
go n’es Kaffi trinke
wägem Buech het si nur gmeint:
huuu, das würd mir stinke
sovill Gäld, es isch no fräch
für alti Büecherwar
Mami, sicher gits das gliiche
woanders no vill billigar

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Dihei han is em Maa verzellt
er het’s grad sofort gspürt
dass mi de Fund
jetzt halt berüehrt
und seit denn au: „Du liebi Frau
verchopf di nid wäg some Priis
mir gönge‘s morn go hole
denn hesch das Buech
denn isch es diis!“

Am nöchschte Tag im Brockehuus
isch d‘Enttüschig gross
mis Buech isch weg
s’isch niene meh
öpper heg’s grad poschtet
churz nachdem i gange bi
so isch de Bscheid
– es het mi g’fruschtet –
vom Brockibsitzer gsi

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i han mi grämt und g‘ärgert
dass i so gizig gsi
und das Buech mir nid de Wert
nid wert isch gsi
zum’s sofort mit mir heime neh
fascht brüelt hani i derwäge
und mer gschwore denn:
s‘Nöschtmol losisch uf di Stimm
und schätzisch‘s si nid gring

Am Muettertag nid lang druf abe
chunnt mi Tochter z‘Bsuech
und leit mer fascht a chli verläge
uf‘s Bett es ipackts Buech
i packes us …..s’Schneewitli!

2 (Medium)
Jetzt hett i fascht vor Freud no brüelt
das tuusigs choge  Chind
isch heimlich no am gliiche Tag
is Brocki gange gschwind
hets Büechli kauft und so sin Wert
a säbem Muettertag
ums Vielfach nomol gschteigert
das isch wohl gar kei Frag

sprachlos

für einmal bringe ich kein Wort zusammen….

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der Geburtstagskuchen für Mama,
ein Gedicht!

Danke, Medea !

und noch ein Gedicht:

Liebes Mami

Wo soll ich nur beginnen?
Ich bin lange schon am Sinnen
Was könnte ich über dich reimen?
schliesslich beginnen die Gedanken zu keimen:

Seit ich denken kann fühl ich mich bei dir geborgen
Du hast stets ein Ohr für alle meine Sorgen
Du bist mit uns durch dick und dünn gegangen
Oft musstest du um uns bangen
So wie jede Mutter es tut
manchmal auch nicht ohne Wut
Aber du machst es am Besten

Zwar konnte ich keine anderen Mütter testen.
Nötig ist das auch nicht unbedingt
Ich weiss auch so, dass das stimmt.
Für uns hast du einfach alles gegeben,
dich als Mutter zu haben ist ein Segen
Und nicht nur für uns warst du da
früher zu Hause war eine ganze Kinderschar
Wenn auch nicht dein Fleisch und Blut
eingestanden bist du für sie, mit all deinem Mut

Uns hat es an nichts gefehlt,
und hier meine ich nicht unbedingt das Geld
Selbstverständlich ist das wirklich nicht
In manchen Familien ist es die Liebe, die zerbricht.

Natürlich hatten wir auch schwierige Zeiten
Meine Güte konnten wir uns streiten
Bis die Wände gewackelt haben
Aber so viel möchte ich darüber gar nicht sagen.
Die meiste Zeit verbringen wir in Harmonie
Und so söll das gfälligscht au si

Deine Liebe zu Israel ist immer präsent
Jeder weiss das, der dich kennt
Bewundernswert wie leidenschaftlich du bist
Wenn dir etwas wichtig ist.

Kreativ muss dein Leben sein
früher- ich weiss noch-
hast du gemalt Tag aus Tag ein.
Heute verbringst du viel Zeit mit Basteln und Dekorieren
wäre es ein Geschäft- es würde florieren.

Und noch was zeichnet dich aus
Für alle offen steht dein Haus.
Jede Woche neue Gäste, die dich besuchen
Ein Zimmer für eine Nacht oder eine Woche buchen
Immer mit viel Liebe hergerichtet
b
ei dir hat noch Niemand auf etwas verzichtet.

Mama ich könnte noch ewig schreiben,
aber ich möchte, dass die Gäste bleiben
Lass mich einfach Danke sagen
d
as vergesse ich an manchen Tagen.

 Also will ich zum Ende neigen,
ich hoffe ich konnte dir meine Dankbarkeit zeigen
Ich wünsche dir nur das Beste auf der Welt
und eine Liebe die für immer hält
Ich wünsche dir ein langes Leben
Ich weiss, du hast noch so viel zu geben
Ich wünsche dir Zufriedenheit
und dass jede deiner Wunden heilt
Ich wünsche dir das grösste Glück auf Erden
und dass all deine Träume Wirklichkeit werden.

 Alles Gute zum Geburtstag!

Noemi

Danke Noemi und alle die dabei waren, für diesen wunderschönen Geburtstag!

Novembergrau

Novembergrau hüllt sich in Schweigen 

rauhe Winde jagen sich

düstere Gedanken fragen

plagen und bedrücken mich

 

Welt, die viel zu gross geworden

Zeit, die rasend schnell vergeht

Schicksal eines jeden Menschen

Erde die sich ewig dreht

 

Leben, dass mich überwältigt

Tod, und ob es weitergeht

Kinder, die geboren werden

Zukunft die vielleicht noch wird

 

Novembergrau hüllt sich in Schweigen

schwer und träge ist das Wort

Donner rollen und der Regen

peitscht die letzten Blätter fort

 

DSC06805 (Medium)

 

 

geborgen

48101191_m

Ich schaue hinauf
zu den Bergen
von wo mir Hilfe kommt
du Gott
bist eine feste Burg
in deiner Herberge
bin ich geborgen
du bürgst für mich
wenn ich Schutz suche
und mich berge
bei dir 

In dir Gott
sind verborgen
des Lebens Zweck und Ziel
doch du verbirgst dich nicht vor mir
die Berge verkünden
deine Macht
die Himmel offenbaren
deine Gegenwart
du schenkst mir Geborgenheit
ich berge mich
bei dir

brig

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